Gemeinsame Leidenschaft

Main-Kinzig-Kreis (jas). Das Teilen einer gemeinsamen Leidenschaft war den jungen Musikern bei der Gründung ihrer Band „uNNamed“ besonders wichtig. Heute mischen sie ganz viele Elemente zur deutschen Rockmusik, um sich individuell abzuheben. Ein Hauch von Punk und eine Prise Alternative ergeben ihre „bunte Mischung“. Die Band aus dem Main-Kinzig-Kreis liebt ihre spezielle Richtung und ist dabei auch nur Eine von wenigen.

IMG-20151213-WA0005
Die hessische Band besteht in dieser Besetzung erst seit Oktober 2015. Im Fasching 2013 entstand die Grundidee der Bandgründung durch den Sänger und zweiten Gitarristen Paul Kleiß, den Bassisten, aber vorher Cajon spielenden Christopher Guhlke und ihren damaligen Bassisten. Paul und Christopher kannten sich dabei schon seit ihrer Schulzeit. Doch da der Bassist ziemlich schnell wieder absprang, kamen sie über einen guten Freund an Wolf Siegert. Der Gitarrist fügte sich ausgezeichnet in die Band ein. Die ersten kleinen Auftritte nahmen sie noch als Trio auf sich. Ihre Premiere war das Unterhalten der Geburtstagsgäste von Christopher Guhlkes Tante. „Doch es war klar, wir waren auf der Suche nach einem Schlagzeuger“, so Paul Kleiß. Dominic Schultheis spielte parallel in einer anderen Band. An sich sollte der Schlagzeuger nur für einen „Gig“ der Band aushelfen. „Es hat so viel Spaß mit Euch gemacht“, meint Dominic Schultheis, dass er dann ab Oktober 2015 die Band komplett machte.
Als Trio probten sie damals noch im Dachgeschoss von Christopher Guhlkes Wohnung. Doch seit Ende letzten Jahres probt das Quartett einmal die Woche in Schlierbach. Sie suchten einen richtigen Proberaum und teilen sich diesen mit einer anderen Band. Einen festen Termin haben sie nicht, da Dominic in Schicht arbeitet.
Paul Kleiß (21) hat mit dem Gitarren spielen und dem Gesang erst seit der Bandgründung begonnen. „Ich sang vorher nur im Kinderchor“, lacht er. Am Anfang brachte er sich die Gitarre selbst bei und ließ sich von Wolf Siegert ein paar Griffe zeigen. Dann entschied er sich für ein halbes Jahr Gitarrenunterricht, woraus sich dann der Gesangsunterricht entwickelte. Paul Kleiß absolvierte eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner.
Christopher Guhlke (21) spielt Bass erst seit knapp zwei Jahren. Die Bandgründung ermutigte ihn dazu und ließ sich ebenfalls von Wolf Siegert bei der Harmonielehre helfen. „Am damaligen Faschingsabend hatte ich richtig Lust, Musik zu machen“, sagt Christopher Guhlke. „Und das haben wir dann schnell verwirklicht.“ Er machte eine Ausbildung zum Technischen Systemplaner und möchte sich bald zum Techniker weiterbilden.
Das Küken in der Band ist Wolf Siegert (17). Seit dreieinhalb Jahren nutzt er seine Fingerfertigkeit an der Gitarre. „Ich hatte damals einfach Lust darauf.“ Mit dieser Motivation lehrte er sich das Spielen selbst und lernt stetig Neues dazu. Vorher spielte er in Schulbands und musizierte mit seinen Freunden. Wolf Siegert ist Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen und macht in zwei Jahren Abschluss.
Zehn Jahre älter ist Dominic Schultheis. Er hat seit 13 Jahren Schlagzeugerfahrung. „Nach dem ersten Lied war klar, dass er bei uns bleiben muss“, erzählt Paul Kleiß. Zur Zeit spielt Dominic Schultheis parallel noch in einer zweiten Band. Das Musizieren ist somit eine Leidenschaft für ihn. Der gelernte Altenpfleger kann mit seinen Erfahrungen viel mit einbringen.
„uNNamed“ bedeutet auf Deutsch „ohne Name“ oder „namenlos“. „Der Name ist wirklich pure Kreativität“, lacht Christopher Guhlke. Für die Band war es ziemlich schwierig, etwas Perfektes für jeden zu finden. Irgendwann kam Wolf Siegert dann auf die glorreiche Idee: „Dann bleiben wir eben namenlos.“ Mit viel Humor fanden die anderen Gefallen an dem Einfall und stimmten zu. Gleichzeitig arbeiteten sie auch an einem eigenen tierischen Logo. Christopher Guhlke machte sich im Internet nach Logoideen schlau, bis er auf einen Löwenkopf stieß. Mit viel Mühe zeichnete er seine ersten Entwürfe. Über Dominic Schultheis kamen sie an Matthias Hausen, der das Grundgerüst für die Band zeichnete. Nach dem Ändern von ein paar Kleinigkeiten war das Logo endlich ideal.
In der kurzen Zeit nahm das Quartett bereits zwischen 15 und 20 eigene Songs in seinem Programm auf. „Das geht bei uns eigentlich ziemlich schnell“, meint Paul Kleiß. Er und Wolf Siegert konzentrieren sich dabei auf das Verfassen des Textes. Dabei schreiben sie über die Liebe, das Trinken oder Sozialkritik. Ansonsten entstehen die Lieder gemeinsam. Beispielsweise entwickelt die Gitarre die ersten Töne, danach richtet sich dann der Bass, und das Schlagzeug passt sich zum Schluss an.
„Die fertigen Produkte hätte keiner von uns so alleine hinbekommen“, sagt Wolf Siegert. Das „Trinklied“ war eines ihrer ersten Lieder. „Damit nehmen wir uns selbst auf die Schippe“, erzählt Christopher Guhlke. In dem Lied geht es um die Folgen einer total verrückten Nacht. „Lebe dein Leben“ handelt von einer schönen Welt. Man soll sich das Leben nicht vermiesen lassen und einzelne Momente genießen. Ein Liebeslied nach wahrer Begebenheit ist „Alles gewonnen nichts verloren“. Dieser Song beginnt ruhig und steigert sich bis zum Höhepunkt. Mit ihren abwechslungsreichen Liedern sprechen sie ein gemischtes Publikum zwischen 20 und 40 Jahren an. Ihre fetzigen Stücke präsentierten sie bereits in Obersotzbach im März dieses Jahres. Beim Sportverein dort erlebten sie ihren ersten öffentlichen Auftritt. Da Paul Kleiß dort Fußball spielt, organisierte der Verein einen Rockabend für sie und eine weitere Band. „Über 100 Leute waren anwesend“, freut sich Paul Kleiß. Ihrem Programm mischten sie noch Cover-Lieder von Udo Jürgens wie zum Beispiel „Ich war noch niemals in New York“ und einige Lieder von den Ärzten bei.
Eine Woche später ging es weiter im Jugendraum „Teestube“ in Alzenau. Dort finden zweimal im Monat Band-Abende statt. Kürzlich rockten sie bei der „Lokalrunde“ im Jugendzentrum Langenselbold. Am Samstag, 20. August, spielen sie in Birstein auf dem Gelände der Flinken Stürmer Birstein. Dort werden noch drei weitere Bands aus der Rockszene auftreten. Im Oktober planen sie einen Band-Ausflug nach Hamburg. Noch suchen sie nach Auftrittsorten, da sie sehr gerne die Erfahrungen aus der Hamburger Musikszene mitnehmen möchten.
In naher Zukunft planen sie die professionelle Aufnahme von sechs Songs. Damit möchten sie sich bewerben, um zu zeigen, was sie können. Und sie wünschen sich natürlich viele Shows. Die Band hat so viel Spaß bei ihren Auftritten, dass sie am liebsten so oft wie möglich auf die Bühne treten würde.
„Jeder Auftritt ist ein Highlight“, meint Christopher Guhlke.  Demnach freut sich die Band sehr, wenn sich Interessierte bei ihnen melden. Wer Lust hat, sich etwas über die Band zu informieren, findet „uNNamed“ ganz einfach über Facebook. Zusätzlich haben sie eine eigene Homepage: http://www.unnamed-rock.de.

Advertisements

In fiktive Rollen schlüpfen

received_1023793857705682Freigericht-Somborn. In andere Rollen schlüpfen, sich in fantastische Charaktere verwandeln – diesen Traum leben Cosplayer aus. Mira Semmel ist ebenfalls seit zwei Jahren Anhängerin dieses ausgefallenen Hobbies. Die Sombornerin hat sich in der Schule mit dem „Virus Cosplay“ infiziert.

Auf der Kopernikusschule inFreigericht gibt es eine Japan-AG, die Mira Semmel eigentlich wegen ihrer Vorliebe für Mangas besuchte. Dort traf sie jedoch auf Cosplayer, die rasch zu Freunden wurden und die sie überredeten, es doch auch einmal damit zu versuchen.
Beim Cosplay (vom englischen Costume Play) geht es darum, fiktive Charaktere nicht nur in Kostüm und Maske sondern auch in deren Verhalten und Attitüden zu kopieren. Dazu treffen sich die Kostümspieler auf Veranstaltungen, für die sich ebenfalls ein englischer Begriff, nämlich Convention, durchgesetzt hat. Auch auf der Frankfurter Buchmesse gibt es zum Beispiel regelmäßig ein solches Treffen, das quasi den „Abschluss der Saison“ markiert. Mira Semmel geht deutschlandweit auf Conventions: Dieses Wochenende zum Beispiel war sie auf der Animagic in Bonn unterwegs. Ein Traum von ihr ist es, die legendäre Comic Con in San Diego eines Tages zu besuchen.
„Auf den Treffen findet man schnell Kontakt“, sagt die 19-Jährige. „Ich habe durch Cosplay viele Freunde kennengelernt.“ Auch im Internet gibt es auf Fanseiten und in sozialen Netzwerken regen Austausch, bei dem auch Neulinge rasch Anschluss finden können.
Für Außenstehende erinnert Cosplay sehr an Karneval und Fasching, doch die Kostümspieler hören diesen Vergleich gar nicht gerne. Das liege vor allem daran, dass Cosplayer viel Zeit und Mühe in ihre Kostüme investieren – während im Karneval natürlich die meisten Kostüme fertig gekauft werden. „Ich sehe das anders, ich mag auch Karneval – aber weil ich es jetzt kann, nähe ich auch dafür meine Kostüme selbst“, sagt Mira Semmel. FB_IMG_1457468469884
Das Kostümschneidern brachte ihr jene Freundin bei, die sie auch zum Cosplay überredete. Zunächst nähte Mira Semmel mit der Hand, erst seit ein paar Monaten hat sie eine Nähmaschine. Andere Materialien – für Requisiten wie Rüstungen, Schwerter oder ähnliches – werden aus thermoplastischen Werkstoffen gefertigt, was nicht ganz einfach und auch nicht billig ist. Anleitungen fänden sich heute aber ganz leicht im Internet, zum Beispiel bei Youtube, meint  Mira Semmel. Da sie selbst auf günstige Herstellung der Kostüme achtet, greift sie auf einen Trick zurück und benutzt Fußbodendämmplatten anstatt des teuren Materials, das man ohnehin nur im Internet oder in speziellen Läden (der nächste in Frankfurt) erhält. Das ist zwar etwas schwieriger, spare aber jede Menge Geld. „Ich bin Low-Budget-Cosplayerin“, lacht Mira Semmel. „Es soll natürlich alles authentisch sein, aber wenn es günstig zu machen ist, nehme ich die Alternative.“
Das erste Kostüm, das sie sich  fertigte, war das der „Anya“ aus dem eher unbekannten Manga „Gothic Sports“. Dieses Kostüm habe jedoch auf Conventions kaum jemand erkannt. „Ich bekam keinen Zuspruch und habe fast wieder mit Cosplay aufgehört“, gibt die Auszubildende des Druck- und Pressehauses Naumann zu. Ende 2014 stieß sie jedoch auf das Marvel-Universum und fand Gefallen an der Figur des Thor-Gegners Loki. Sie schneiderte sich eine weibliche Loki-Version. „Damit bin ich richtig in die Szene reingerutscht, denn es hat vielen Leuten gefallen.“ So wechselte ihren Stil von Manga auf Filme und Comics. Zu ihrem Fundus gehören unter anderem die Kostüme von Harley Quinn, Lucius Malfoy, Pepper Potts, Poison Ivy und Black Canary.  Das aufwändigste Kostüm, das sie fabrizierte, war das von „Impa“ aus dem Game „Legend of Zelda“ – vor allem wegen des riesigen Schwertes und der vielen Rüstungsteile, die sie dazu baute. Da sie zusammen mit ihrer Freundin daran arbeitete, ging es jedoch recht schnell. „Sie ist besser im Schneidern, ich bin besser imBasteln – da helfen wir uns gegenseitig.“
Mira Semmels aktuelles Lieblingskostüm ist das von Jack Skellington aus Nightmare before Christmas. „Das ist derzeit auch mein Lieblingscharakter. Ich dachte nicht, dass ich ihn so gut darstellen könnte. Aber eine Freundin meinte, dass ich mich unterschätze und es einfach versuchen soll.“ Das Kostüm kommt auf Conventions so gut an, dass sie immer wieder um Fotos gebeten wird.
Sicher wird Jack aber niPicsArt_05-24-06.09.57cht das letzte Kostüm von Mira Senmmel sein, denn auf ihrer Agenda hat sie noch zahlreiche Kostüme: Lady Thor, Rose von Dr. Who oder Anita aus Far Cry 4 gehören dazu.
Interessant: Viele ihrer Kostüme stellen Männer dar. Für Mira Semmel besteht kein Zwang, nur das eigene Geschlecht zu präsentieren, auch wenn es darüber in Cosplay-Kreisen häufig Diskussionen gebe; auch darüber, ob kräftige Personen besonders schlanke Figuren verkörpern sollten. „Mir ist das egal: Wenn es der betreffenden Person gefällt, soll sie es machen. Letztendlich geht es doch im Cosplay gerade darum, Spaß mit seinen Freunden zu haben und nicht darum, perfekt zu sein.“

Weltjugendtag in Krakau

Am Dienstag hat in Krakau der Weltjugendtag begonnen: Zu dem sechstägigen Treffen junger Katholiken haben sich gut eine halbe Million Pilger aus 187 Staaten angemeldet, darunter 15 500 aus Deutschland. Die Idee eines Weltjugendtages geht auf den aus Polen stammenden Papst Johannes Paul II. zurück. Er hatte den Tag 1986 zunächst in Rom austragen lassen. Die Veranstaltung entfachte so viel Begeisterung, dass der Papst das Ereignis zur festen Einrichtung erklärte. Der Weltjugendtag wird alle zwei bis drei Jahre vom Vatikan, der örtlichen Bischofskonferenz und der gastgebenden Diözese veranstaltet. Es ist nach 1991 das zweite Mal, dass das Ereignis in Polen ausgetragen wird. Auch Deutschland war schon einmal Gastgeber: 2005 in Köln.
Am Mittwoch war Papst Franziskus in Krakau erwartet und betete und feierte gemeinsam mit den Jugendlichen. „Fürchtet Euch nicht!“, rief er den etwa 16 000 jungen Menschen aus aller Welt zu, die sich unter dem Fenster des Bischofspalasts in Krakau versammelt hatten. Er rief zu einer Schweigeminute für den 22-jährige Maciej Ciesla auf. Der Grafikstudent hatte als Freiwilliger den Weltjugendtag mit vorbereitet und war an Krebs erkrankt. Er wollte bis zur Ankunft des Papstes leben. In der Straßenbahn (mit der der Papst zum ersten Gottesdienst mit den Teilnehmern des Weltjugendtast fährt) war ein Platz für ihn reserviert. Er starb jedoch am 2. Juli. „Ihr glaubt vielleicht, der Papst verdirbt euch den Abend“, sagte Franziskus angesichts des ernsten Themas. „Aber wir müssen uns an gute und schlimme Dinge gewöhnen. So ist das Leben, junge Freunde.“

„Halbe Helden“

Auf den ersten Blick könnte man den sechzehnjährigen Dane Washington, der mit seiner sehr jungen Mutter in ärmlichen Verhältnissen in Columbia im US-Bundesstaat Missouri lebt, für einen gewöhnlichen, niederträchtigen Schlägertypen halten: Dane löst Konflikte meist mit der Faust und steht somit kurz vor dem Schulverweis von der örtlichen Highschool. Allerdings hat Dane durchaus Prinzipien – er schlägt niemals ohne Provokation, keine Mädchen und auch niemanden, der schwächer als er selbst ist. Und er hat tatsächlich sogar ausgezeichnete Noten in der Schule, denn er ist fest entschlossen, auf ein gutes College zu gehen, seine Mutter stolz zu machen und sich ein besseres Leben aufzubauen. Von seinem derzeitigen Dasein jedoch ist er frustriert: Ihn belastet die finanzielle Situation seiner Familie, für die er ebenso schikaniert wird wie für die Tatsache, dass er seinen eigenen Vater, der Danes Mutter als schwangere Fünfzehnjährige sitzen gelassen hat, nicht kennt.
Danes Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als im Haus gegenüber Billy D. einzieht. Der ein Jahr jüngere Junge hat das Down-Syndrom, allerdings ist die Ausprägung bei Billy D. relativ milde: Er ist sich seines genetischen Defekts bewusst und  zu annähernd normaler Konversationen fähig. Er besucht sogar dieselbe Highschool wie Dane, wenngleich er dort ein spezielles Förderprogramm absolviert. Weil andere Jungen ihn jedoch hänseln und bedrohen, sucht er bereits in seinen ersten Tagen auf dem Schulweg Kontakt zu Dane, von dem er glaubt, er könne ihn beschützen.
Dane ist die Aufdringlichkeit des behinderten Jungen zunächst unangenehm, doch er kann sich ihm kaum erwehren und findet sich notgedrungen damit ab, dass Billy D. ihm bald täglich an den Fersen klebt. Wider Willen beeindruckt er Dane sogar, denn mitunter scheint Billy D. eine sehr klare Sicht auf die Dinge zu haben, und in der Tatsache, dass auch Billy D. allein mit seiner Mutter lebt, finden die beiden sogar eine Gemeinsamkeit.1600x1200_resize_up_Halbe_Helden
Als Dane sich in der Schule wieder einmal provozieren lässt und zuschlägt, wird die Situation für ihn ernst, denn bei einem einzigen weiteren Vergehen ist der Schulverweis unumgänglich. Jedoch ist dem Schulpsychologen Mr. Bell nicht verborgen geblieben, dass Dane sich um Billy D. zu kümmern scheint. Dieser bestätigt auf Nachfrage, dass Dane ihn beschütze. So schlägt Bell Dane einen Handel vor: Er soll sich offiziell als Mentor für Billy D. verpflichten, wofür ihm – sofern die Abmachung funktioniert – im Gegenzug das Nachsitzen erlassen wird und einige Vergehen aus seiner Schulakte gestrichen werden.
Zu Danes positiver Überraschung kommt besonders bei seinen Mitschülerinnen die Tatsache, dass er Billy D. unter seine Fittiche nimmt, gut an. Billy D. ist sich jedoch der Macht, die er nun über Dane hat, durchaus bewusst, und er erweist sich als geradezu manipulativ: Bald schon eröffnet er Dane, dieser müsse ihm helfen, seinen Vater wiederzufinden – während Billy D. im Gegenzug auch Dane auf der Suche nach dessen Vater behilflich sein könne.
Dane ist von dieser Idee zunächst wenig angetan, doch Billy D. – einerseits nett, freundlich und ein wenig langsam im Kopf, dann wieder knallhart kalkulierend und keineswegs mit mangelndem Selbstbewusstsein – macht ihm schnell klar, dass er in der Zweckbeziehung der beiden am längeren Hebel sitzt und jederzeit für Danes Schulverweis sorgen kann.
Für Dane ist Billy D. schwer einzuschätzen, doch er sorgt sich auch aufrichtig um ihn, sodass er schließlich einwilligt. Keiner der beiden ahnt, auf welch abenteuerliche Reise sie sich somit gemeinsam begeben …
Herrlich erfrischend, unbefangen und mit viel Wärme stellt das Buch den ja noch immer bedauernswert oft verklemmten Umgang mit Themen die geistiger Behinderung auf den Kopf und auf den Prüfstand. So sieht sich auch der Leser immer wieder dazu angehalten, seine eigene Definition von „normal“ zu überdenken und muss gelegentlich womöglich sogar unterbewusste Vorurteile über Bord werfen. Vor allem aber ist der Roman eine temporeich erzählte, originelle und bis zuletzt spannende Freundschaftsgeschichte mit starken Protagonisten, authentischen Dialogen, und jeder Menge Charme. Die Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis und die Auszeichnung mit dem Leipziger Lesekompass hat der Text sich in jedem Fall mehr als verdient.    (fpf)

 

„Jeder Tag ist wie ein Geist“

Gelnhausen (jas). Wer hat sich aktuell schon mal mit der Musikrichtung „Oriental Grunge“ beschäftigt? Die Band „120Minds“ aus dem Main-Kinzig-Kreis hat sich diesem Stil verschrieben. Ein Hauch von orientalischen Einflüssen, dazu eine Prise Hard Rock, Jazz und ruhige Melodien kennzeichnen die Spielweise des Trios.

Die hessische Band besteht dabei in der jetzigen Besetzung erst seit einem Jahr. Sänger und E-Gitarrist Kamran Inaiat gründete die Gruppe zusammen mit seinem Bassist Ferhat Catay. Ursprünglich gab es die Band bereits 2013. In den zwei Jahren wurde allerdings zumeist geprobt. Nur vereinzelt gab es zwischendurch Auftritte. Doch wegen Unstimmigkeiten mit dem Ex-Drummer löste sich Trio schnell wieder auf. Bild HEADER
Eine Band ohne Drummer? Das kam für Kamran und Ferhat nicht infrage. Durch Zufall stießen sie auf den heutigen Schlagzeuger Steven Glab, der in einem benachbarten Proberaum spielte. Der Drummer gehörte damals noch zu einer anderen Band, „jamte“ aber gerne mit den beiden verbliebenen Bandmitgliedern. Kurze Zeit später luden sie Steven offiziell dazu ein, der  Gruppe beizutreten. „Steven hat uns einfach überwältigt“, erzählt Kamran. „Er hatte unsere Songs einfach super drauf.“ Damit stand es fest. Steven wurde das jüngste Mitglied im Bunde und probt seitdem jeden Dienstag mit den „120Minds“ in Rodgau.
Sänger Kamran Inaiat (27) spielt bereits seit 10 Jahren Gitarre. Bei seinem Gesang lässt sich der Sozialarbeiter von persischer und russischer Musik inspirieren. Dabei liegen seine eigenen Wurzeln im heutigen Iran.
„In der fünften Klasse merkte ich, wie geil es ist, wenn jemand ein Instrument beherrscht“, erzählt er. Sein Musiklehrer spielte damals auf dem Klavier. Seit dem musizierte Kamran zwischendurch in einer Cover-Band. Doch den richtigen Platz fand er in seiner eigenen Gruppe „120Minds“, in die er viel Zeit und Geld investiert. Als Sänger schreibt er dazu die Lieder des Trios. Schon früher hat er eigene Songs komponiert, behielt sie aber bis zur Gründung der Band zumeist für sich.
Bassist Ferhat Catay (27) ist eng mit Kamran befreundet. Er spielte ursprünglich acht Jahre lang Rhytmus-Gitarre. Als er jedoch auf dem Flohmarkt einen Bass erworben hatte, probierte er sich auch an diesem Instrument aus. „Er macht tolle Entwicklungen“, berichtet Kamran stolz. Ferhat ist im kaufmännischen Bereich tätig und hat früher schon in Cover-Bands gespielt. Beide Freunde „jamten“ damals miteinander und erführen so, wie Musik Menschen zusammenschweißen kann.
Drummer Steven Glab ist mit seinen 17 Jahren das jüngste Bandmitglied. „Er ist wie ein kleiner Bruder für uns“, meint Kamran. Seit mehr als 10 Jahren schwingt Steven seine Schlagzeugstöcke. „Dabei geht er ganz in der Musik auf, er lebt förmlich für die Musik“, berichten seine Band-Kollegen. Auch bringe Steven die meiste musikalische Erfahrung mit, obwohl er der Jüngste sei. So hat der Schlagzeuger schon in mehreren Bands gespielt. Alle drei Musiker leben übrigens in Rodgau und Hanau.
Die Idee für den Bandnamen hatte Sänger Kamran. „120Minds“, den Namen kann jeder nach seinen eigenen Vorlieben interpretieren. „Minds“ steht nach Kamran für Geister oder Gedanken. Eigentlich wollte er die Band gerne „120Days“ nennen, weil er von einem Sandsturm im heutigen Iran fasziniert war,  der 120 Tage andauert.
Doch unglücklicherweise hat Google diesen Band-Namen bereits angezeigt. Dann kam dem Sänger die Idee zum aktuellen Namen. Die anderen Bandmitglieder waren sofort einverstanden.
Zwei CDs auf Demo-Niveau hat das Trio bis jetzt produziert.Wichtig ist den Musikern, dass jeder Song eine Geschichte erzählt. Dabei beginnen die Stücke ruhig und steigern sich allmählich zu einer „Esplosion“, die den Höhepunkt der Lieder markiert.
Musikalisches Ziel der Oriental-Band ist es, einen individuellen Stil zu kreieren und die Musikrichtung bekannter zu machen.
„Entweder mag man sie oder eben nicht“, meinte Kamran lachend. Zu ihren Lieblingssongs gehören zum Beispiel „Medicus“. Dieser Song handelt vom Lehrmeister des Medicus im gleichnamigen Roman. „Wir wollten ihm einfach einen Song widmen“, meinen die Musiker.
Ein weiterer  Song, „Brown flowers“, beschäftigt sich mit rechts gesinnten Menschen. Kamran, der selbst mit Flüchtlingen arbeitet, beschreibt in diesem Musikstück, wie Menschen mit großen Erwartungen ins für sie fremde Deutschland kommen, wo diese Hoffnungen oft enttäuscht werden.
2015 hat die Band ihre mitreißenden Stücke unter anderem im „Café Trauma“ in Marburg oder auf dem Konzert „Hanau Rocks on Tolerance“ in der Brüder-Grimm-Stadt präsentiert. Dazu haben sie am „Rocken-Festival“ in Rodgau teilgenommen und sind 2016 auch in der „Öttinger Villa“ in Darmstadt aufgetreten. Dabei hat die Band die musikalische Veranstaltung in der als Jugendzentrum umfunktionierten Jugendstilvilla selbst veranstaltet. „Kunst trifft auf Rock“ war das Motto, das „120Minds“  zu ihrer Veranstaltung inspirierte.
Vor Kurzem rockte das Trio auch  bei der Lokalrunde im Jugendzentrum Langenselbold. Letzte Woche gaben sie den Besuchern beim „Festival am Bach“ in derselben Stadt eine 80-minütige Kostprobe ihres Könnens.
Dabei freuen sich die Musiker über ihre bunt gemischten Fans.
Am heutigen Samstag spielt das Trio übrigens in St. Leon bei Heidelberg live, wo sie die Songs für ihr geplantes Album präsentieren.
Ihr großer Traum ist es, nach den Demos richtige Alben im Studio aufzunehmen und diese ofiziell zu vermarkten. Dazu wollen die Musiker so viele Shows wie möglich spielen.
Wer Lust hat, mehr über die Band zu erfahren, kann „120Minds“ ganz einfach auf Facebook finden. Eine Sache liegt der Band noch auf dem Herzen: „Wir sind offen für Neues und wollen die Menschen begeistern“, so Kamran. Wer Interesse hat, die Band für kommende Events einzuladen, kann die Band gerne im Internet kontaktieren.

Fahne oder nicht?

Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schwenken Fahnen während der Fußball-WM 2006 beim Fan-Fest in Berlin  Quelle: dpa
Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft schwenken Fahnen während der Fußball-WM 2006 beim Fan-Fest in Berlin Quelle: dpa

Die Grünen Jugend Rheinland-Pfalz hat für Aufsehen gesorgt, sweil sie forderte, bei der Fußball-EM auf Fahnen zu verzichten. Mittlerweile hat sich der  Grünen-Landesverband vorsichtig davon distanziert. „Wenn Fans die Nationalmannschaft unterstützen und dies mit Fahnen zum Ausdruck bringen, ist dies Ausdruck von Fankultur“, sagte Grünen-Landes-Chefin Katharina Binz. Wenn Menschen die Mannschaft unterstützen und sich zum Beispiel  Fahnen auf die Wangen malten,  sei das kein nationalistisches Verhalten. In einem Shitstorm gab es teils heftige Reaktionen von Nutzern auf die Forderung der jungen Grünen. Zu Recht? Was meint Ihr? Ist die Forderung unmöglich oder habt Ihr selbst kein gutes Gefühl dabei, Euch mit den Nationalfarben zu schmücken? Oder im Gegenteil, findet ihr, dass es absolut angebracht ist, sich durch Fahnen und Gesichtsbemalung hinter „Die Mannschaft“ zu stellen? Wir sind auf Eure Reaktionen gespannt – hier im Blog auf gnzgenerationz.wordpress.com oder per E-Mail an redaktion@gnz.de

Gefahren werden unterschätzt

Main-Kinzig-Kreis. Sicherheit im Internet ist ein Thema, über das oft berichtet wird – aber offenbar nicht oft genug, betrachtet man die steigende Zahl der Straftaten, die im virtuellen Raum begangen wird. GNZ-Redakteuerin Tanja Bruske-Guth sprach mit Markus Wortmann – Fachberater Cybercrime des Polizeipräsidiums Südosthessen, der für den Bereich der Internetprävention verantwortlich ist. Wortmann ist zudem Kriminologe und Polizeiwissenschaftler, Business-Coach und zertifizierter Fachberater für Opferhilfe sowie ehrenamtlich als Geschäftsführer des Vereins Sicheres Netz hilft e.V. tätig. Das Thema betrifft Jung und Alt. Der Kriminalhauptkommissar  stellt sich außerdem am kommenden Donnerstag den Fragen der GNZ-Leser am Expertentelefon und auf der GNZ-Facebookseite.

GNZ: „Sicherheit im Internet“ ist ein Dauerthema. Oft wird darüber berichtet, auch an Schulen gibt es regelmäßige Info-Veranstaltungen. Warum ist es wichtig, trotzdem immer wieder darüber zu sprechen?B_000002

Markus Wortmann: Das Thema „Sicherheit im Internet“ stellt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. Die Polizei leistet ihren Beitrag, indem unter anderem für Erziehungsverantwortliche Fachveranstaltungen, Informationsveranstaltungen und Workshops in einem sich selbst verstärkendem Netzwerk angeboten wird. Unsere Beratungsthemen sind zumBeispiel Schadsoftware (Viren, Trojaner et cetera), Gefahren in sozialen Netzwerken, Identitätsdiebstahl, Ausspähen von Daten, Betrugsphänomene, Urheberrechtsverletzungen, Gefahrenpotenzial rund um mobile Endgeräte, Sicherheit beim Onlinebanking sowie die PC-Sicherheit. Ziel ist es, geeignete Menschen als Multiplikatoren zu gewinnen, die in ihrer Funktion vorbildlich und motiviert über den Nutzen und die Gefahren rund um die digitalen Medien und das Internet aufklären, sensibilisieren und zudem als Ansprechpartner für ihre Anvertrauten fungieren. Weiterführende Vertiefungsveranstaltungen dienen der Wissensvermittlung in Bezug auf aktuelle Kriminalitätsphänomene und Erscheinungsformen und der damit verbundenen Präventionsmaßnahmen. Es gilt insbesondere das Gefahrenbewusstsein zu stärken, Kompetenzen zu steigern, die Aufmerksamkeit zu erhöhen, die Motivation der Menschen zu fördern, engagieren, Netzwerke zu bilden und Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Viele junge Leute fühlen sich bereits genervt und glauben, ausreichend sicher im Umgang mit Facebook, Twitter & Co. Zu sein – vor allem, da sie oft fitter im Umgang mit dem Internet sind, als die ältere Generation. Entspricht diese Selbsteinschätzung Ihrer Erfahrung?

Glauben heißt nicht Wissen. Jungen Menschen sind mit den digitalen Medien aufgewachsen und nutzen diese auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Den Nutzen vorangestellt, beinhaltet das Internet aber auch gewisse Gefahren, die Beachtung finden sollten. Die Gefahren werden aber leider immer noch unterschätzt. Leider wird es den Betroffenen erst bewusst, wenn sie einen Imageschaden und/oder einen finanziellen Schaden erleiden. Auch ältere Menschen nutzen die Neuen Medien und deren Möglichkeiten und können durch Unachtsamkeit oder fehlenden Kenntnissen im Umgang mit diesen schnell unbewusst zum Opfer einer Straftat werden. Das Internet ist ein Kommunikationsmedium, das heißt, wir sollten auch generationsübergreifend voneinander und miteinander lernen.

Was sind häufige Fehler, die gerade jungen Internetnutzern passieren? Und welche Fehler machen sie im Gegensatz zu älteren nicht?

Für junge Menschen ist die digitale Medienlandschaft zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Die Nutzung sozialer Netzwerke und anderer Dienste Anbieter fördert die „freiwillige“ Preisgabe persönlicher Daten. Viele sind sich indes nicht bewusst, dass ihre Daten gegebenenfalls durch Cybercriminelle missbraucht werden können oder auch ihren beruflichen Lebensweg durchaus bestimmen können. Auch die  Verbreitung persönlicher Daten im Netz, das Thema Rechte am eigenen Bild et cetera, sollten durchaus hinterfragt werden. Während die junge Generation mit der digitalen Welt aufgewachsen sind, gibt es bei älteren Menschen nach wie vor Berührungsängste. Jedoch ist bereits jeder Zweite von 60 bis 69 Jahren online, Tendenz steigend. Ältere Menschen erkennen zunehmend die Vorteile des Internets, haben jedoch viele Fragen: Wo lauern Gefahren in der digitalen Welt und wie kann ich mich schützen? Wie bucht man zum Beispiel Reisen über das Internet?

Ein aktuelles Problem ist das vermehrte Auftreten von „Ransomeware“, auch Erpressungstrojaner genannt. Wie funktioniert das und wo liegen da die Gefahren?

1.1Hier gibt es mehrere Varianten. Der Internetnutzer surft im Internet und gelangt auf eine Internetseite, die durch eine Schadsoftware infiziert ist. Der implementierte Schadcode wird ausgeführt, was zu einem Download und der Installation der Schadsoftware auf dem Computer oder des mobilen Endgerätes führt.
Eine zweite Alternative ist der Empfang einer E-Mail mit Schadsoftware. Hier wird zum Beispiel eine Rechnung an den Empfänger versandt. Der Nutzer wird durch den hohen Betrag oder die angebliche Bestellung neugierig und nervös, so dass er den Aufforderungen aus der Mail folgt und die angebliche Rechnung, eine Datei im Anhang, öffnet. Tatsächlich ist hier aber die Schadsoftware enthalten, die durch das Öffnen der Datei ausgeführt wird. Der Rechner oder das mobile Endgeräte ist infiziert.
Ebenfalls denkbar sind verseuchte Downloads, zumBeispiel in Peer-to-Peer-Netzwerken, Links in Chatrooms oder Sozialen Netzwerken, in Downloadportalen für illegale Software, Musik und Filme und so weiter. Auch dann kann das Ausführen einer vermeintlich harmlosen Datei (wie etwa ein Musikstück) dazu führen, dass Schadsoftware auf dem Computer installiert wird. Oft bemerkt der Nutzer dieses erst beim Neustart des Rechners. Statt der Windows-Anmeldemaske erscheint der Sperrbildschirm und es ist keine Funktionalität gegeben. Dieser Sperrbildschirm weist in der Regel immer die gleichen Inhalte auf wie Behörde, Institution, Firma (zum Beispiel Polizei, Bundespolizei, BKA, GVU, GEMA, IPA, Microsoft, BSI und so weiter), Zahlungsaufforderung über 50 oder 100 Euro mittels Ukash oder Paysafecard oder Zahlung mittels Bitcoins. Der Nutzer hat angeblich illegale Tätigkeiten im Internet vollzogen, die Zahlung soll über eine Eingabemaske am Monitor oder alternative Mailadresse erfolgen. Gegebenenfalls wird mit einer Verschlüsselung des Computers gedroht oder der Computer wird tatsächlich verschlüsselt. Die angegebenen Organisationen und Institutionen haben jedoch nichts mit diesen Forderungen zu tun.

Wie kann man sich gegen so etwas wehren?

Auf jeden Fall der Aufforderung zum Bezahlen nicht nachkommen und Anzeige bei der Polizei erstatten, da Straftaten vorliegen. Erst denken dann klicken! Regelmäßig eine Datensicherung vornehmen.

Nicht nur am PC, auch bei Smartphones und anderen mobilen Endgeräten lauern Gefahren – welche genau, und wie lauten Ihre grundsätzlichen Ratschläge?

Es ist wichtig, dass jeder User sein Nutzerverhalten im Internet überdenkt, aber auch auf entsprechende Sicherheitseinstellungen seiner genutzten Gerätschaften achtet und entsprechende Sicherheitssoftware verwendet. Darüber hinaus sollte eine regelmäßige Überprüfung auf Sicherheits-Updates erfolgen.

Ein Schlagwort, das in jüngster Zeit häufig genannt wird, ist die „Drittanbietersperre“. Wer sollte man diese einrichten und warum?

Seit dem 10. Mai 2012 trat das neue Telekommunikationsgesetz zur Stärkung der Verbraucherrechte in Kraft. Unter anderem haben alle Kunden Anspruch auf eine Sperrung von kostenpflichtigen Sonderrufnummern. Hierüber hat der jeweilige Anbieter seine Kunden im Vertrag zu informieren. Dies gilt nicht nur für Handynutzer. Zudem können Kunden von ihrem Anbieter verlangen, dass dieser keine Kosten mehr für Drittanbieter in Rechnung stellt. Kunden sollten bei ihrem Anbieter vor Ort überprüfen, ob die Sperrung kostenpflichtiger Rufnummer und die Drittanbietersperre aktiviert wurde.

Gibt es goldene Regeln was den Umgang mit dem Internet angeht – gerade für junge Leute?

Der Begriff „Regeln“ trifft es auf den Punkt. Die Erziehungsverantwortlichen sollte sich Medienkompetenz und Internetsicherheit aneignen und diese mit ihren Kindern gemeinsam leben. Hier ist es besonders wichtig, dass Kinder von den Eltern lernen und umgekehrt, denn Verbote sind eher kontraproduktiv und führen zum heimlichen Tun.
Weiterführende Links: www.polizei.hessen.de, www.polizei-beratung.de, www.botfrei.de, www.fsm.de, www.verbraucher.de, www.weisser-ring.de

Am kommenden Donnerstag, 9. Juni, stellt sich Kriminalhauptkommissar Markus Wortmann am GNZ-Expertentelefon den Fragen der Leser: Von 14 bis 16 Uhr ist er unter Telefon 06051/833-226 erreichbar und gibt Auskunft zur Sicherheit im Internet. Außerdem beantwortet er in diesem Zeitraum Fragen in einem Thread auf der GNZ-Facebookseite (www.facebook.com/gnzonline). 

 

Ausbildungsgespräch: Signale richtig deuten

Magengrummeln wegen eines Feedback-Gesprächs beim Ausbilder? Dafür gibt es keinen Grund: Wer sich klug verhält, kann aus der Rückmeldung richtig viel mitnehmen. „Längst nicht in allen Betrieben gibt es das überhaupt“, erklärt Fin Mohaupt, Leiter der Ausbildungsberatung der Handelskammer Hamburg im Gespräch mit der dpa. So ein Gespräch zu haben, bedeute auch, eine Rückmeldung zur eigenen Arbeit zu bekommen und sich verbessern zu können. Wichtig sei, die Signale richtig zu deuten. Oft komme Feedback freundlicher daher, als es eigentlich gemeint ist. Denn die Sprache gerade an Büroarbeitsplätzen ist oft verschlüsselt. Sagt der Vorgesetzte zum Beispiel: „Ich würde mich freuen, wenn..“ bedeutet das im Klartext: „So wird es ab jetzt gemacht.“ Das Gleiche gilt für die Formulierung: „Es ist nicht so schön, dass du dieses oder jenes machst.“ Eigentlich heißt das: „Mach’ das in Zukunft bitte anders, oder wir bekommen ein Problem!“  Jugendliche müssen in dem Gespräch versuchen, Kritik nicht persönlich zu nehmen. Kritik solle eine Verhaltensveränderung bewirken, erklärt Mohaupt und rät, den anderen unbedingt ausreden lassen und dann das Gesagte am besten noch einmal zu wiederholen. Wer einen Fehler gemacht hat, sollte sich entschuldigen und dazu stehen – und es nicht auf andere abwälzen. Das können viele Vorgesetzte überhaupt nicht leiden. Auszubildende erhalten in vielen Fällen Feedback nicht nur in offiziell angekündigten Gesprächsrunden. Häufig bekommen sie Rückmeldung zu ihrer Arbeit nebenbei. Wichtig ist, bei solchen Kommentaren zur eigenen Arbeit hellhörig zu werden – etwa in der Kaffeeküche oder bei informellen Gesprächen mit dem Chef, bevor man in den Feierabend geht.

Junge Politik in Schottland

In Deutschland und anderen Ländern der EU kämpft die Politik mit dem sinkenden Interesse der jungen Wähler – weder wollen sie sich engagieren, noch überhaupt wählen gehen. Eine Ausnahme bildet dabei Schottland: Wie das ZDF berichtete, hat sich hier eine regelrechte Politik-Kultur der Jugend etabliert. Bei der Abstimmung über eine Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien 2014 durften dort erstmals 16 bis 17-jährige wählen. 62 Prozent der jungen Schotten (16 bis 19 Jahre) stimmten für die Unabhängigkeit, ein Umstand, der ihnen nun den Spitznamen „Generation Ja“ eingebracht hat. „Der Prozess, die Entscheidungsfindung, das öffentliche Stellungnehmen – all das inspirierte junge Schotten, über ihr eigenes Leben im Bezug auf andere nachzudenken und ihre Rolle als Bürger und Mitbürger neu zu definieren“, sagt  Zara Kitson, politische Aktivistin in Schottland, im ZDF. „Dieser Anschub zeigt sich auch in etablierten Parteistrukturen.  Ein Viertel der jungen Schotten ist seit dem Referendum einer politischen Partei beigetreten. Eine beachtliche Leistung in Zeiten der alternden Parteien.“

Die Nu Grunge-Band „Slurm Asylum“ ist einzigartig im Main-Kinzig-Kreis

Gelnhausen (jas). Wer sich einmal mit einer ganz anderen Musikrichtung befassen möchte als Pop, Hip Hop oder Schlager, sollte mal ein Ohr auf die junge Band „Slurm Asylum“ werfen. Da treffen Classic Rock Elemente auf Stoner Grunge, zusammen mit Einflüssen aus der Retro Rock Bewegung. Zusammenfassend orientiert sich das Quartett am ,,Nu Grunge“. Mit viel Leidenschaft und Herzblut bewegen sie sich also in einer eher seltenen oder gar einzigartigen Richtung im Main-Kinzig-Kreis.

Die hessische Band besteht dabei in der jetzigen Besetzung erst seit Mai 2015. Sänger Christian Geiss und Schlagzeuger Julian Viel gründeten „Slurm Asylum“ bereits drei Jahre vorher. Dabei spielten sie am Anfang nur Cover-Songs, bis ein Wendepunkt eintrat. Sie mussten ihren damaligen Proberaum, das „Jukuz“ Gelnhausen, aufgeben. Nach dem noch zwei Mitglieder ausstiegen, entschieden sich Christian und Julian für einen neuen Start. DSC_0168_235Small
Die Suche nach einem neuem Proberaum verlief im April 2014 erfolgreich. Noch heute proben sie einmal die Woche für mehrere Stunden in Maintal. Innerhalb eines Jahres, mit einigen Versuchen, fanden sie den erfahrenen Gitarristen Raffael Borth und als weibliche Verstärkung die Bassistin Lara Röder. Über einen Berufsmusiker stießen die Gründer auf die Facebook-Anzeige Laras, die sich dort als Gitarristin und Bassistin vorstellte. Die ideale Grundlage für den Neustart war somit geschaffen. Die Sympathie passte, Kenntnisse und Ambition waren reichlich vorhanden. Bunt verteilt wohnen alle im Main-Kinzig-Kreis, was das Proben natürlich erleichtert.
Lara Röder (23) spielt Gitarre bereits seitdem sie elf ist. Vor einem knappen Jahr brachte sich die ehrgeizige, angehende Lehrerin das E-Bass spielen selbst bei. Mit viel Spaß war sie bereits Teil zweier Bands. Aber so richtig passt es erst jetzt. „Das ist genau meine Musik“, freute sich Lara.
Christian Geiss (31) ist der Sänger der Band. Manchmal unterstützt der ausgebildete Naturwissenschaftler ihren satten, vollen Sound mit den Klängen von Percussion. Er singt seit 13 Jahren – nach zwischenzeitlichen Pausen, nahm er für ein paar Jahre Gesangsunterricht. Momentan bildet er seine Stimme nur während den Proben aus. Der Drummer Julian Viel (31) sitzt seit viereinhalb Jahren hinter seinem geliebten Schlagzeug. Der Lehrer spielte auch zu vor schon kurzzeitig in anderen Musikgruppen. Für fette Beats an der Gitarre sorgt Raffael Borth (27) mit seinen schnellen Fingern. Seit seiner Kindheit erlangte er stetig neue Band- und Bühnenerfahrung und gliederte sich perfekt als neuer Solo-Gitarrist bei „Slurm Asylum“ ein.
Der schrille Name, der als erstes erscheint, wenn man ihn bei Google eintippt, entstand in Christians kreativem Köpfchen. „Wir möchten eine Wohlfühlzone mit der Band erschaffen, damit jeder so sein kann, wie er ist“, erzählte der Sänger. Denn die Individualität eines Menschen sei ihm wichtig. „Des Weiteren ist es ein abgefahrener Name, der den Menschen im Kopf bleibt“. Das sei das Ziel jeder Band, die durchstarten möchte.
Zwölf Songs haben die Musiker bereits geschrieben, Cover spielen sie nur noch zum Aufwärmen. Einige Beispiele ihrer starken Lieblingssongs sind „Desperation“, „Worlds End“, „Uncle Acid“, „Twisted Feelings“ und „Devils Ride“. Dabei ist jeder Song ein Produkt aus harter Gruppenarbeit. Denn jeder übernimmt den Teil seines Instrumentes. Christian formuliert die Lyrics, die Gitarre steuert die Melodien bei. Während der „Jam-Sessions“ musiziert jeder frei nach Laune. Dabei entstehen meistens neue Lieder. Die verrückten Klänge nehmen die vier Musiker auf, um sie sich später noch einmal anzuhören. Daraus basteln sie ihre neuen Lieder. Wie ein Puzzle fügt die Band ihre Beiträge zusammen.
Ihre peppigen Lieder präsentierten sie unter anderem im Dezember 2015 im „Jukuz“ Gelnhausen bei der Veranstaltung „Rock for Refugees“. Im Februar dieses Jahres verwöhnten sie die Ohren des Publikums im Kulturzentrum Darmstadt. Viel Spaß hatten sie bei einem Band Wettbewerb im „Nachtleben“ in Frankfurt. Und zuletzt rockten sie bei der „Lokalrunde“ im Jugendzentrum Langenselbold. Ihre bunt gemischten Fans sind ein wertvolles Feedback für die Hobbymusiker.
Nach einer kleinen Sommerpause treten „Slurm Asylum“ im September im Hanauer „Böcklerhaus“ auf. Dort findet ein Band-Meeting mit anderen Musikgruppen aus dem Umkreis statt. Ein besonderer Höhepunkt für das sympathische Quartett ist die „Vernissage“ im Hanauer Rathaus. Mit Acoustic-Songs eröffnen sie die Kunstausstellung. Somit hat die junge Band noch einiges vor, aber auch das Lampenfieber ist stets ein Begleiter. „Mal mehr, mal weniger“, meinten die Band-Mitglieder. Vor jedem Auftritt sprechen sich die Vier noch einmal Mut zu. Ihr großer Traum ist es, bald einmal ein eigenes Album mit ihrem mehr als einstündigen Programm aufzunehmen. Bereits im August 2015 nahmen sie fleißig Demos auf.
Wer Lust hat, sich ein paar ihrer Live-Videos anzuschauen, oder wer wissen möchte, welche Gesichter sich hinter dem Bandnamen verbergen, kann „Slurm Asylum“ ganz einfach auf Youtube und Facebook finden. Vielleicht erwecken die Songs eine ganz neue Geschmacksrichtung. Zu dem freuen sich die Musiker über jede neue Veranstaltung. Sie sind flexibel und offen für Neues.
Eine Sache liegt der Band noch auf dem Herzen: Im frühen Herbst verlässt Gitarrist Raffael die Gruppe, um eine Findungsreise in Neuseeland zu starten. Für die persönliche und musikalische Weiterentwicklung plant er mehr als ein Jahr ein. Deshalb ist die Band auf der Suche nach einem erfahrenen und ambitionierten Gitarrist, der Lust hat, seiner Kreativität an der Lead-Gitarre freien Lauf zu lassen und die Musiker zu bereichern. Bei Interesse, die Band für kommende Veranstaltungen einzuladen oder wer sich als neuer Gitarrist „bewerben“ möchte, kann die Band über slurm-asylum@plumbe.de kontaktieren.

Perfekt, um den weiteren Weg im Leben zu finden

Langenselbold (kbr). Ines Kast trat im September vergangenen Jahres ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jugendförderung der Stadt Langenselbold an. Nach erfolgreich bestandenem Abitur wusste sie, wie viele andere Schüler, zunächst nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen soll. Durch das Freiwillige Soziale Jahr konnte sie zum einen die Orientierungsphase sinnvoll nutzen und Geld verdienen, zum anderen half ihr die Arbeit im Rathaus auch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.IMG_3068

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) ist ein sozialer Freiwilligendienst in Deutschland für Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 27. Lebensjahr. Im Bereich der evangelischen Kirche wird es auch als Diakonisches Jahr bezeichnet. Die Einsatzbereiche während einem FSJ sind vielfältig und alle sozial-karitativ oder gemeinnützig. Seit 2002 kann das FSJ auch in den Bereichen Kultur, Sport, Politik, der Denkmalpflege, und teilweise als Modell „FSJ Digital“ absolviert werden. Die Gründe, ein FSJ zu absolvieren, sind vielfältig: Manchen Schülern fehlt nach dem Schulabschluss ein konkreter Berufswunsch, andere möchten vor dem weiteren Berufsweg Erfahrungen sammeln und einige nutzen das FSJ, um Geld zu verdienen und den Lebenslauf aufzuwerten. Ines Kast kam durch einen Freund auf die Idee, ein solches FSJ bei der Stadt Langenselbold zu absolvieren: „Wolfgang Rittershauß hat vor mir ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Jugendförderung gemacht und war sehr begeistert – er arbeitet auch heute noch nebenberuflich im JUZ. Durch ihn bin ich auf die Stelle aufmerksam geworden.“ Ines Kast interessierte sich bereits vor ihrem FSJ für Büroarbeit, war sich jedoch unschlüssig, wie ihr Einstieg in das Berufsleben konkret verlaufen sollte.
Hatte sie zunächst nach ihrem erfolgreich bestandenen Abitur an der Kopernikusschule in Freigericht noch an eine Ausbildung als „Industriekauffrau“ oder „Bankkauffrau“ gedacht, half ihr die Arbeit in der Jugendförderung nicht nur bei der Orientierung, sondern auch bei der schlussendlich erfolgreichen Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Ab September beginnt meine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte bei der Stadt Frankfurt“, freut sich die 18-Jährige. „Das FSJ hat meinen Wunsch, im Büro zu arbeiten gefestigt und bei meinen Bewerbungen konnte ich mit meinen bislang erlernten Kenntnissen punkten. Auch beim Bewerbungsgespräch hat mir die Arbeit im Langenselbolder Rathaus sehr geholfen, da die Stadt Frankfurt die Kenntnisse ihrer Bewerber sehr genau geprüft hat – hier konnte ich schon einiges an Wissen aus dem FSJ mit einbringen.“
Spannende Projekte und lehrreiche Seminare
Das Gesetz sieht eine pädagogische Begleitung der FSJler vor: Neben der individuellen Betreuung der Teilnehmer gehört hierzu insbesondere die Seminararbeit. Es werden ein Einführungsseminar, Zwischenseminare und ein Abschlussseminar durchgeführt. „Die Seminare waren bislang alle sehr interessant“, erzählt Ines Kast. „Man lernt viel dazu und trifft neue Leute. Manche machen ihr FSJ sogar in der Psychiatrie – das finde ich spannend. Wir hatten beispielsweise schon Seminare in politischer Bildung und sozialer Kompetenz.“ Natürlich stehen für die blonde Abiturientin die Praxisphasen des FSJ im Vordergrund: Hier kann sie aktiv und teilweise sehr selbstständig in den Büroalltag hineinfinden und spannende Projekte realisieren und mit entwickeln. „Am besten fand ich die Halloween-Party. Sie war zwar auch sehr stressig, aber es war viel los und das Konzept hat mir sehr gut gefallen.“ Auch bei anderen Veranstaltungen ist sie dabei – sei es Kinderschminken beim Olchi-Nachmittag in der Bibliothek, Springerin für Notfälle bei JUZ-Veranstaltungen oder als „Rechte Hand“ der Seniorenbeauftragten bei der Weihnachtsfeier und Senioren-Fasching. Langweilig wird es der FSJlerin bei der Arbeit nie. „Das Osterbasteln habe ich sogar komplett selbst organisiert“, strahlt Ines Kast, während sie an ihrem eigenen Schreibtisch im Langenselbolder Rathaus sitzt. „Vom Erstellen des Konzepts und dem Sammeln von Bastelideen über die Werbung und Organisation der Verpflegung bis hin zum Basteln der Vorlagen und Durchführen der Veranstaltung habe ich alles selbst gemacht. Da freut man sich natürlich über das viele gute Feedback.“
Besonders schätzt sie die Büroarbeit. Das Erstellen der Pressemitteilungen, die Veranstaltungsorganisation und die Pflege des Facebook-Accounts der Jugendförderung machen ihr hierbei besonders großen Spaß. Die FSJlerin mag es kreativ und abwechslungsreich, auch in ihrer Freizeit: Als Mitglied einer Musical-Gruppe in Hanau steht sie am Wochenende gerne auf der Bühne: „Aktuell treten wir mit einem ,Best of Musicals‘-Programm auf. Davor stand ich bei den Stücken ,Märchen schreibt die Zeit‘ und ,Die drei Musketiere‘ auf der Bühne“, berichtet die Schauspielerin begeistert von ihrem Hobby. „Am meisten mag ich das Tanzen, aber auch das Singen und Schauspielern ist toll. Und ich habe auch hier viele neue Freunde gefunden – wir haben eine lustige Zeit zusammen und lachen viel.“
Auf die verbleibenden vier Monate in der Jugendförderung freut Ines Kast sich bereits – es gilt ein großes Sommerfest mit Wasserballonschlacht zu organisieren und die Ferienspiele zu betreuen. Das Freiwillige Soziale Jahr empfiehlt sie gerne weiter: „Das ist ein sehr gutes Orientierungsjahr, in dem ich viel lerne, Spaß habe und auch noch etwas Geld verdienen kann. Und natürlich perfekt, um meinen weiteren Weg zu gestalten – ich freue mich schon sehr auf meine Ausbildung bei der Stadt Frankfurt.“
„Aktuell ist die FSJ-Stelle ab September noch nicht besetzt“, sagt Timo Kreßlein von der Jugendförderung. „Die Stadt Langenselbold bietet eine solche Stelle jedes Jahr an. Bewerbungen können bei meiner Kollegin Corinne Stuttmann eingereicht werden. Wir freuen uns immer über neue, motivierte Mitarbeiter.“ Wer eine Veranstaltung der Jugendförderung besuchen möchte, kann dies beispielsweise bei dem Eröffnungsfest des Spielmobils „Kecke Schnecke“ am 10. Mai, dem Jungenseminar vom 26. bis 28. Mai oder den Ferienspielen „In der Märchenwelt“ vom 18. bis 29. Juli tun.

WatchDogs Hanau stellen sich vor

lasertagHanau (rim). Seit rund zwei Jahren gibt es die WatchDogs in Hanau. Alle Mitglieder des Teams sind aus der Brüder-Grimm-Stadt und der näheren Umgebung – ihre Leidenschaft: LaserTag. LaserTag ist eine Indoor-Sportart, die von Interessierten in jedem Alter gespielt werden kann.

Besonders auf die Strategie kommt es an – und natürlich auf das Teamplay. Verschiedene Varianten wie Einzel- und Mehrspieler machen das Spiel kurzweilig und abwechslungsreich – keine Runde ist wie eine andere.
Ziel ist es, für das eigene Team die meisten Punkte zu erreichen. Das funktioniert, indem Gegenspieler mit dem Laser markiert werden. Wichtig dabei: Die Laserstrahlen sind keinesfalls schädlich. „Selbst ein Laserpointer ist da gefährlicher“, scherzt Holger Jacobi, der für die Öffentlichkeitsarbeit der WatchDogs zuständig zeichnet.
Die Gruppe hat klein angefangen. Zunächst erzielten sie in kleineren Turnieren, die beispielsweise in Aschaffenburg oder Köln abgehalten wurde, erste Erfolge. LaserTag wurde mit der Zeit immer bekannter, und die German Lasertag League entwickelte sich. In dieser Liga und in mehreren anderen Turnieren bewiesen die WatchDogs bereits, was in ihnen steckt: Ihren ersten Pokal nahmen sie im März 2015 mit nach Hause. Sie gehören zu den stärksten Teams in Deutschland. Ein Grund dafür könnte ihr Motto sein: Ein Team, eine Familie.
So geschlossen wie sie sich beim Spiel präsentieren, so sitzen sie auch vor und nach Trainings zusammen, unterhalten sich und tauschen sich aus. Dass Alter weder im Sport selbst noch im Miteinander eine Rolle spielt, zeigt das Team: Der Jüngste ist 15 Jahre alt, der Älteste zur Zeit 44 Jahre. „Das Spiel gleicht im Grunde einem modernen Räuber und Gendarm-Spiel“, erklärt Jacobi. Bevor ein Spiel losgeht, ziehen sich alle eine Art Weste an, welche die Markierungen vermerkt. Wer einen Gegner markiert, erhält 5 Punkte für das Team. Wird er selbst getroffen, verliert er 3 Punkte. Bei Turnieren achten bis zu fünf Schiedsrichter darauf, dass alles fair abläuft. Die Mannschaften haben verschiedene Farben und je eine Art Basis. Dort können die Phaser aufgeladen werden – und dann geht es richtig los. Reaktionsfähigkeit und Ausdauer sind gefragt.
In der Hanauer Halle ist es düster, nur Schwarzlicht erhellt die Szenerie und zeigt die neonfarbenen Markierungen, die den Weg weisen. Diesen zu finden ist gar nicht so einfach – absichtlich ist eine Art Parcours aufgebaut. Dieser kann Gegner behindern, aber auch an vielen Stellen als Schutz und Versteck dienen. Einzigartig an der Halle in der Brüder-Grimm-Stadt ist, dass sie zwei Ebenen hat. Dennoch verliert das Spiel dadurch keinesfalls an Rasanz. Immer wieder hallen Rufe durch den Raum, Hinweise und Anweisungen helfen allen, die Taktik im Blick zu behalten.
Nach dem Training heißt es Verschnaufen – der Sport ist kein Kinderspiel, sondern fordert einiges an Überblick, Konzentration und Fitness.
Wer möchte, kann jederzeit bei den WatchDogs in Hanau vorbei sehen und mitmachen. Informieren könnt ihr euch unter anderem auf der Internetseite des LaserTag-Teams unter http://www.watchdogs-hanau.jimdo.com.

Manchmal kommen sie wieder…

IMG_8355 Rodenbach (tmb). Gruselig ging es gestern Abend im Jugendzentrum „Cassio“ im Bürgerhaus inNiederrodenbach. „Ist der tot?“, fragte eine panische Jungenstimme, ehe die vermeintliche „Leiche“ aufsprang und sich brüllend auf die kleine Gruppe „Überlebender“ stürzte. Was anmutet wie eine Szene aus einem Horrorfilm, zumindest aber wie eine Inszenierung zu Halloween war in Wirklichkeit ein Spiel: Gemeinsam mit dem Langenselbolder Nerfbase-Club organisierte die Rodenbacher Jugendpflege zum ersten Mal eine „Zombie-Misssion.“

Das Spiel „Humans versus Zombies“ ist vor allem an Colleges in den USA seit einigen Jahren ein beliebter Trend. Dort wird es über Tage und manchmal sogar Wochen gespielt. In Rodenbach startete das Projekt in kleinerem Rahmen: An einem Abend traten rund 30 Interessierte in einem modernen „Räuber und Gendarme“-Spiel gegeneinander an. Die möglichst überschaubar gehaltenen Regeln hatte Christian Hommel, bis zum vergangenen Jahr Leiter des Rodenbacher Jugendcafés Upstairs und seit vielen Jahren engagiert bei Nerfbase, in insgesamt 16 Stunden ausgearbeitet. Allzu kompliziert sollte es nicht sein, schließlich sollte der Spielspaß im Vordergrund stehen.
„Es ist eine Mischung aus Spiel und Theater“, erklärt Hommel. „Es ist auch nicht gewaltverherrlichend sondern basiert auf der aktuellen Fantasy-Popkultur.“ Worum es geht: vier bis sechs Spieler stellen  „Überlebende einer Zombie-Apokalypse“ dar und müssen innerhalb von zehn Minuten in einem vorgegebenen Raum bestimmte Aufgaben erfüllen. Dabei werden sie von den Gegenspielern, die Zombies darstellen behindert. Berührt einer der Zombies einen „Überlebenden“, wird dieser auch zum Zombie und muss zuest zum Startpunkt zurückkehren und darf sich dann auch auf seine ehemaligen Verbündeten stürzen.  Um sich zu wehren, haben die Spieler „Dartblaster“ – Spielzeugpistolen mit Schaumstoffmunition. Wie bei Lasertag oder Paintball gilt: Wer getroffen wird, ist kurzfristig ausgeschaltet. Wie es Zombies so an sich haben, kommen sie allerdings wieder.
Die Aufgaben sind abwechslungsreich: Einmal gilt es, eine NachIMG_8360richt zu überbringen, ein anderes Mal, einen Verletzten zu retten. Besonders knifflig ist die Aufgabe, einen kleinen Lego-Bausatz zusammenzusetzen – und das inmitten einer Zombiehorde. Expertenrollen, unter den Überlebenden aufgeteilt, helfen bei den gestellten Aufgaben. So gibt es einen Anführer, der zusätzliche Munition verteilt, einen Spion, der besonders effektiv gegen den Ober-Zombie einsetzbar ist, einen Arzt, der Verletzte versorgen kann und einen Pionier, der spezielle Ausrüstung aufspüren und zum Einsatz bringen kann.
„Es geht hier nicht ums Gewinnen – alle, auch die Zombies, sollen Spaß haben“, erklärt Hommel. Deswegen werden nach jeder Runde die Rollen getauscht.
Dass die Idee ankommt, zeigte sich beim Premierenabend prompt: 30 Interessierte zwischen zehn und 60 Jahren, die weit über Rodenbachs Grenzen hinaus, sogar aus Mannheim oder Speyer angereist waren, übertrafen alle Erwartungen und sprengten fast die Kapazitäten – schließlich sollte jeder auf seine Kosten kommen. Bei einem so hohen Zulauf war klar, dass die Aktion auf jeden Fall wiederholt werden soll. Allerdings: Die Frauenquote lässt noch etwas zu wünschen übrig. Nur drei Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts hatten sich als Zombiejäger eingefunden. Doch auch das kann sich ändern, das nächste Mal – wenn nicht nur die Zombies wiederkommen. IMG_8368IMG_8369

Zu faul für Cornflakes?

media.media.253a112d-4f75-4318-a5ef-ae452e7b3cee.normalizedDie heutige Generation ist zu faul für Cornflakes – das behauptet eine Studie des US Marktforschungsinstitutes Mintel. Die sogenannten Millennials – also alle die, die um das Jahr 2000 herum zu den Teenagersn zählten – und nachfolgende Generationen würden etwa 30 Prozent weniger Cornflakes, Müsli und Co. essen, als die Generationen davor. Lieber würden sie zu einem Joghurt, einem belegten Brot oder einem Smoothie zum Frühstück greifen. Und der Grund liege nicht etwa in der Ernährung selbst sondern – haltet Euch fest – weil es nach den Frühstücksflocken schließlich eine Schüssel abzuspülen gelte. Naja, ich weiß nicht –  so ein Brot schmiert sich ja auch nicht von alleine, auch dabei produziert man dreckiges Geschirr. Oder vermeidet Ihr wirklich auf diesem Weg das Abspülen? Vielleicht habt Ihr ja noch andere Tricks, um Euch vor ungeliebten Arbeiten zu drücken? Ich bin gespannt…

Vom Rennrad an den PC

Gründau (kbr). „Spread sport to the world“ – unter diesem Motto startete die 22-jährige Triathletin und Jahnsportlerin Laura-Sophie Usinger Anfang 2015 ihren Blog. Heute schreibt die sympathische Athletin mit viel Hingabe und Freude verschiedene Beiträge über alle Facetten ihrer sportlichen Passion im Internet und postet auf Facebook (spread sport – ein facettenreicher Sportblog) und Instagram (spread_sport). Was die quirlige Studentin antreibt? Die Freude am Sport, außergewöhnliche Begegnungen und die Reiselust.
Bild B1
„Ich habe im Alter von sechs Jahren angefangen zu turnen – ‚weil du zu Hause immer so viel rumgeturnt bist und Räder geschlagen hast‘, haben meine Eltern mal gesagt“, erinnert sich die Blondine lächelnd an ihre sportlichen Ursprünge. Nach wenigen Jahren im Turnen entdeckte die begeisterte Turnerin dann den Jahnkampf für sich. Diese Sportart besteht neben dem Turnen noch aus weiteren Disziplinen: der Leichtathletik, dem Kunstspringen und Schwimmen. Hier fand Laura-Sophie ihre Passion und die geliebte Abwechslung: „Mich faszinierte damals wie heute die Präzision, die Ästhetik des Turnens und Kunstspringens. Es ist Wahnsinn, zu sehen, was man mit seinem Körper alles anstellen kann, wozu Geist und Körper fähig sind. Ich habe diese Zeit im Turnen total genossen – die vielen Stunden in der Halle, die Trainingslager, die Ausflüge ins Leistungszentrum, um an noch besseren Geräten und Schnitzelgruben trainieren zu können.“ Ehrgeizig und mit viel Liebe zum Sport formte sie mit jeder Trainingsstunde nicht nur ihren Körper, sondern auch ihren Geist und blieb dem Jahnkampf auch über die Pubertät hinweg treu. Erst, nachdem sie 2010 Deutsche Meisterin im Jahnkampf wurde – dem gingen zahlreiche zweite und dritte Plätzen voraus – hatte sie das Gefühl, „alles erreicht zu haben“. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung wurde sie schnell beim Triathlon fündig: „Mich reizen und faszinieren schon immer die Kombination aus mehreren Sportarten. Da liegt der Wechsel zum Triathlon näher, als so mancher denkt. Und so habe ich 2011 meinen ersten Triathlon gemacht. Das mache ich bis heute.“ Bild C
Studium, Nebenjob, Freund, Freunde – was für viele schon tages- oder wochenausfüllend ist, hindert die Sport- und Germanistikstudentin nicht daran, an sechs Tagen pro Woche ein ausgewogenes Trainingspensum zu absolvieren, teilweise sogar zwei Einheiten am Tag. „Beim Jahnsport hatte ich dreimal pro Woche Turnen, zweimal Kunstspringen und einmal wöchentlich ein Leichtathletik-Training – so viel anstrengender ist das Triathlon-Training da gar nicht“, schmunzelt die sportaffine Gründauerin, die derzeit mit ihrem Freund, einem Triathlon-Profi, in Darmstadt wohnt. „Zudem kann ich meinen Sport super mit meinem Nebenjob verbinden, seitdem ich Trainingspläne bei iq-athletik in Frankfurt schreibe. Dort führe ich mit Sportlern auch Leistungsdiagnostiken durch.“ Einen weiteren Nebenjob fand Usinger in der redaktionellen Tätigkeit – natürlich auch hier mit sportlichem Schwerpunkt: 2013 absolvierte sie ein Praktikum in einer Triathlon-Redaktion. Hier sammelte sie erste journalistische Erfahrungen und verfasste Fachbeiträge. Vor einem Jahr startete sie dann mit ihrem ersten eigenen Blog. Zudem schreibt sie regelmäßig für verschiedene Firmen, Blogs und Zeitschriften über mentale und körperliche Trainingsmethoden, Ernährungstipps, andere Sportler und was sie in ihrem Alltag beim Sport bewegt. „Auf meinem Blog, bei achim-achilles.de, lerncoaching-frankfurt.de, als freie Journalistin für die ‚Triathlon‘ schreibe ich über alles rund um den Sport. Bislang habe ich hierfür viel gutes Feedback erhalten“, freut sich die begabte Triathletin. „Zu meiner Lieblingskategorie haben sich die Sportler-Interviews entwickelt. Ich kann Ihnen einfach alle Fragen stellen, die mich immer schon interessiert haben. Das ist spannend und eine tolle Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen.“
Ihr Sport und die redaktionelle Tätigkeit als Bloggerin führen das ehrgeizige Sportass zu Orten und Menschen auf der ganzen Welt. „Ein Interview mit Schwimmer und Weltrekordhalter Markus Deibler war ein besonders aufregender Beitrag für mich. Aber auch das Interview mit Camilla Pedersen und meine Wettkampfberichte aus der Bundesliga-Saison letztes Jahr kamen ganz gut an“, berichtet Usinger. Auch für den Sport ist sie viel unterwegs: Trainingslager auf Mallorca und den Kanaren, Wettkämpfe auf der ganzen Welt: Der Reiselust der Gründauerin sind kaum Grenzen gesetzt. Neben dem Training kommen nämlich auch viele Eindrücke von Land und Einwohnern nicht zu kurz. Lachend erinnert sich Usinger an eine ganz besondere Begegnung: „Ich bin im Trainingslager auf Lanzarote gewesen, als ein Mann, mit einem Kamel an der Leine auf dem Seitenstreifen im Gleichschritt daher lief. Das war ein köstlicher Schnappschuss. Dank Handy habe ich das natürlich sofort festgehalten. Das Bild bringt mich immer zum Lachen.“
Bei so viel Liebe zum Sport, Eifer und Motivation fragt man sich fast, ob Usinger keinen „inneren Schweinehund“ hat. „Doch, den habe auch ich“, lacht die Blondine. „Wenn man manchmal nach einem anstrengenden Uni- oder Arbeitstag nach Hause kommt und eigentlich platt ist, muss man sich manchmal schon motivieren, um nicht auf der Couch liegen zu bleiben. Ich denke dann immer an die Freude während und nach dem Training. Und wenn ich absolut keine Lust habe, dann mache ich auch nichts. Viele Sportler übertreiben es manchmal, dabei kann der Spaß am Sport auf der Strecke bleiben.“ Für Usinger soll auch zukünftig sowohl beim Sport als auch ihrer literarischen Passion der Spaß nicht zu kurz kommen. Nachdem sie in der letzten Saison mit dem TV Bad Orb erstmals in der Bundesliga startete, wünscht sie sich für dieses Jahr viele schöne und abwechslungsreiche Trainingslager und Wettkämpfe. Der Journalismus bleibt weiterhin ihr Traumberuf. „Gekoppelt mit meinem Sport kann ich viel reisen und darüber berichten. Mit dem Blog kann ich dafür lernen und üben – also werdet Ihr auch weiterhin viel von mir hören“, blickt Usinger motiviert in die Zukunft.

Fastenzeit!

29791160,31613009,highRes,fasten-genussmittel-suessigkeiten-11-07-08-dpa_teaser_940x516Am Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen. Habt Ihr Euch auch für die 40 Tage bis Ostern etwas Besonderes vorgenommen? Denn Fasten liegt voll im Trend.  Modernes Fasten bedeutet aber schon längst nicht mehr „nur“ den Verzicht auf fleischige Lebensmittel, Milchprodukte und Süßes. Viele verzichten in dieser Zeit auf Genussmittel wie Alkohol und Tabak. Mittlerweile  haben sich auch Auto-Fasten, Handy-Fasten oder Facebook-Fasten durchgesetzt. Das ist bestimmt nicht einfach durchzuhalten, doch „richtiges“ Fasten hat es wirklich in sich: Die wohl strengste Form des Fastens, die nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden sollte, ist das Wasserfasten. Bei dieser Fastenart dürfen nur Wasser und Tee getrunken – und nichts gegessen – werden. Die Fastenzeit sollte hier aber höchstens zwei bis drei und keine 40 Tage dauern. Wem das Wasserfasten zu einseitig ist, kann es mit Saftfasten probieren. Hier werden zusätzlich zu Wasser und Tee Gemüse-, Obst- und Grassäfte (z. B. Weizengras) getrunken. Beim Suppenfasten werden dreimal pro Tag ein bis zwei Teller Gemüse- oder Haferflockensuppe gegessen, dazu gibt es Tee, Wasser und Säfte. Molke- oder Buttermilchfasten ist in Deutschland sehr beliebt: Dabei werden täglich ein Liter Molke oder Buttermilch in kleine Portionen geteilt getrunken, dazu Kräuter- und Früchtetees sowie Wasser. Das Buchinger Heilfasten wird zum größten Teil als Selbsterfahrung praktiziert, gliedert sich in Vorbereitungstage, Fastentage und Aufbauzeit. Wenig prickelnd: Gleich am ersten Tag gibt‘s einen Einlauf… Nein danke, das ist dann wohl doch nichts für mich. Ich versuche es vielleicht mal mit dem Handy-Fasten – zumindest an einem Tag in der Woche.

Der Link zur RhabarberBarbara

Kennt Ihr die Geschichte von der RhabarberBarbara, die in ihrer RhabarberBarbaraBar leckeren Rhabarberkuchen an RhabarberBarbaraBarBarbaren verkauft hat? Dieser Zungenbrecher ist Kult. Wer ihn noch nicht kennt, kann sich auf Youtube schlau machen – unter dem Stichwort „Rhabarberbarbara“ findet sich ein nettes kleines Video mit der ganzen verrückten Geschichte.

Faschings-Selfies gesucht!

gewinnspielHelau lautet derzeit der Schlachtruf – aber ist der überhaupt noch gefragt? Im Fernsehen nämlich nimmt die Zahl der närrischen Sendungen ab – vielleicht droht den TV-Karnevalisten ja bald das gleiche Schicksal wie Musikantenstadl und Co. Und auch in den Vereinen hat man es schwer –  das Publikum schenkt traditionellen Faschingssitzungen oft nicht die gebührende Aufmerksamkeit.  Faschingspartys und Maskenbälle hingegen sind wieder im Kommen, fantasievolle Kostüme, oft auch mit Vollmaskierung, gelten nicht mehr als uncool, sondern sind gefragt. Der Trend 2016: Alles wild kombinieren – ob als „Bengelchen“ (Engelskostüm mit Teufelshörnern), „Rockerbraut“ oder „Party-Skelett“. Angesagt sind Kostüme, die mit Vorurteilen aufräumen und festgefahrene Strukturen in Frage stellen: So ziehen Männer als Prinzessin  oder „Ballarina“ und Frauen als „Muskelprotz“ oder „Tätowierter Türsteher“ los. Am Puls der Zeit sind Karnevalisten im Star-Wars-Kostüm – ein Chewbacca Kostüm ist zudem kuschlig-warm für den Faschingsumzug. Auch die Minions sind nach wie vor beliebt. Und der klassische Clown ist ein Dauerbrenner. Und als was geht Ihr so? Schickt uns Selfies Eurer Kostüme bis zum Aschermittwoch – hier oder an redaktion@gnz.de. Zu gewinnen gibt es auch etwas: das Party-Spiel „Linkee“. Unter allen Einsendungen verlosen wir ein Exemplar davon.

Musikalische Zeit im Winter

Linsengericht (kbr). Sechs musik-begeisterte Schüler aus Linsengericht begeistern seit vier Jahren Partygäste in der Region. Die Band „Umleitung“ hat sich bereits eine gute mediale Präsenz und eine Fangemeinde erarbeitet. Demnächst wird eine neue Sängerin Teil der Band und die Gruppe schmiedet eifrig Zukunftspläne.

„And I would walk fivehundred miles and I would walk fivehundred more…“ schallte es durch das Geislitzer Kerbzelt. Die Band „Umleitung” heizte ordentlich ein und viele Kerbbesucher tanzten um die Bühne und grölten lauthals mit. In den Erinnerungen an das vergangene Jahr mit Auftritten auf der Kerb in Geislitz, Altenhaßlau und Horbach sowie zahlreiche Privatauftritte schwelgen die sechs männlichen Bandmitglieder gerne, wenn sie sich zweimal wöchentlich zu ihren Proben treffen. Gerne wird auch mal im Anschluss eine Pizza bestellt und bis spät abends zusammen gesessen. „Jetzt im Winter ist unsere musikalische Zeit, in der wir viele neue Lieder in unser Programm aufnehmen und versuchen, uns musikalisch weiterzuentwickeln“, erzählt Gitarrist Tobias Holzschuh in gemütlicher Runde im frischrenovierten Proberaum der Band. „Natürlich bleiben aber auch weiterhin beliebte Hits wie Boys Of Summer, Don’t Stop Believin’, Runaway, Highway To Hell, Skandal im Sperrbezirk im Programm enthalten – dabei kommt auf jeder Party Stimmung auf. Im Frühjahr und Sommer spielen wir dann die meisten Auftritte.“ Der 17-jährige Holzschuh gründete 2012 mit seinen Freunden Tom Wegmann (Gesang/Gitarre) und Sebastian Kienzle (Schlagzeug) die Gruppe. „Wir machen Musik als Hobby. Einfach, weil es uns Spaß macht.“ Die Beweggründe für die Band-Gründung waren einfach, die Weiterentwicklung harte Arbeit. Denn mit der Liebe zur Musik war es wahrlich nicht allein getan: ein Proberaum musste her, ein eigenes Logo, Werbung und dann natürlich Auftritte. Die Technikprofis Louis Klingenstein und Jonas Mathes kam hinzu, denn heutzutage läuft kein Musikgeschäft ohne technikbegabte Gruppenmitglieder im Hintergrund. Eine Homepage und eine Facebook-Seite entstanden. Bilder, Hintergrundinfos, Aktuelles, … auch der mediale Auftritt einer Band will gepflegt werden. Trotz der Arbeit hat die mittlerweile sechsköpfige Gruppe den Spaß an ihrem zeitintensiven Hobby nicht verloren – ganz im Gegenteil. Als siebtes Mitglied von „Umleitung“ wird demnächst eine weibliche Leadsängerin vorgestellt – wer das ist, bleibt allerdings noch geheim.
bandneu
Für die Mitglieder von „Umleitung“ steht vor allem der Spaß an ihrem zeitintensiven Hobby im Mittelpunkt. Die Band hat sich auf das Genre „Rock“ spezialisiert. „Wir covern allerdings auch Songs aus jeder Musikrichtung und interpretieren sie in unserem eigenen Stil“, gibt Gitarrist Tom Wegmann an. „Ich persönlich bevorzuge Künstler und Bands wie Slash, Rammstein und Hubert von Goisern.“ Der 17-Jährige wird von seinen Bandkollegen liebevoll als größenwahnsinniger Showmacher beschrieben, der gerne exotische Songs singt. Auch „Tobi“ Holzschuh hört am liebsten rockige Töne, wie die von den Red Hot Chili Peppers, Linkin Park, Iron Maiden und Rise Against – der Gymnasiast und Mountainbiker gilt als Spieler kreativer Solos und Manager der Band. Er motiviert alle, weiter an der Musikkarriere zu arbeiten und treibt die Band voran. „Wir sind in unserer Freizeit sehr musikalisch unterwegs, wenn dann noch Zeit bleibt, widme ich mich gerne dem Fitnesssport“, erzählt Sebastian „Sep“ Kienzle, der es laut den anderen nicht allzu genau mit der Pünktlichkeit nimmt. „Allerdings muss ich auch ein wenig die Schule im Auge behalten – bei der FOS Beruflichen Schule Gelnhausen geht es bald in die heiße Phase.“
Vorm „Ernst des Lebens“ steht auch der 18-jährige Techniker Jonas Mathes, der das Grimmelshausen Gymnasium Gelnhausen besucht. „Hier haben Techniker gar nix zu sagen“, schmunzelt der Rennradfahrer mit Blick auf Technikkollege und Nesthäkchen Louis Klingenstein. Der 16-Jährige gilt als zuverlässig und motiviert. „Trotz Taekwondo und Mountainbiken wird er aber wohl nie unser Bodyguard“, witzelt Lukas Schlauteck. Der wortgewaltige Witzbold der Band besucht die Kopernikusschule und ist neben den Bandproben auch in der Feuerwehr und beim Tanzen aktiv. Als begeisterter Keyboarder ist er ein großer Fan der Birsteiner Band „Fischbörner Bube“.
„Im Moment befinden wir uns in der Planung für 2016. Infos hierzu finden natürlich dann alle rechtzeitig auf unserer Homepage“, erklärt Schlagzeuger Sep die Perspektive der Gruppe. „Bei unseren Zukunftsplänen steht immer im Focus, dass wir unserer Heimat und der Region treu bleiben wollen. Aber natürlich sind wir auch offen für größere Events. Interessierte können uns gerne ansprechen oder anschreiben.“

Der Link zum Jahresrückblick

Die „Zwergpinscher“ alias Jan-Philipp Scherz und Malte Fuhrer aus Köln haben wieder zugeschlagen: Auf Youtube ist ihr musikalischer Jahresrückblick „Frohes Fest 2015“ erschienen.  Ihr erstes Video 2009 auf die Melodie von Michael Jacksons „Man in the mirror“ war überraschend zum Internet-Hit geworden, seitdem nehmen sie jedes Jahr ein anderes Lied und die Geschehnisse der vergangenen zwölf Monate aufs Korn. Dabei sind sie bitterböse und zynisch, sprechen mehr als eine traurige Wahrheit offen aus. Gerde 2015 ist ein Jahresrückblick – dieses Mal wieder mal zu Michael Jackson.  „Can’t Stop Loving You“ liefert die Melodie, und auch wenn „Frohes Fest 2015“ nicht ganz so gelungen ist wie der Vorgänger zu „Bohemian Rhapsodie“ – reinklicken lohnt sich!

Unnützes Weihnachts-Wissen

Main-Kinzig-Kreis (fpf). Alle Jahre wieder … die Weihnachtszeit! Mit all ihren geliebten oder auch geduldig ertragenen Traditionen und Gebräuchen, die sich jährlich wiederholen – große Überraschungen treten da eher selten auf. Dabei gibt es rund um das Fest, das immerhin nahezu auf der ganzen Welt begangen wird, im Grunde noch jede Menge interessanter und kurioser Dinge zu entdecken und zu erfahren, wenn man einmal über den Tellerrand hinaus- oder auch nur ein wenig in der Geschichte zurückblickt. Deshalb versorgen wir euch heute mit ein wenig mehr oder minder nützlichem Weihnachtswissen – das sich teilweise sicherlich auch gut für Prahlereien an der Weihnachtstafel mit den lieben Verwandten eignet…pic08dec12

Doch erst einmal zurück zu den Jòlasveinar: Das sind die isländischen Weihnachtskerle, die dort der Sage nach unartigen Kindern alte Kartoffeln statt hübscher Geschenke bringen. Besser als das Stückchen Kohle, das kleine Bengel hierzulande mitunter in den Stiefel gesteckt bekommen, ist das wohl auch nicht… Praktisch wäre es da für die so gestraften, wenn sie Weihnachten einfach in Peru verbringen würden – denn in der dortigen Provinz Chumbivilcas wird am 24. Dezember zugleich noch das Takanakuy-Festival gefeiert, bei dem sich die Teilnehmer nach Herzenslust prügeln dürfen und sollen, um Aggressionen abzubauen!
Auch hierzulande trügt jedoch in mancherlei Hinsicht der friedliche Schein – besonders, wenn man einige der liebsten Weihnachtslieder der Deutschen einmal genauer unter die Lupe nimmt: Der ursprüngliche Text zu „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, verfasst von renommierten deutschen Dichter Hoffmann von Fallersleben, pries nämlich den Wunsch nach Kriegsspielzeug mit Versen wie „Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegesheer, möchte ich gerne haben“. Und „Oh Tannenbaum“ ist lediglich eine Umdichtung des Liedes „Oh Mägdelein“ aus dem 19. Jahrhundert – im Original geht es da auch weniger sittlich zu: „Oh Mägdelein, oh Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte“. Entsprechend hat die Melodie auch noch andere Umdichtungen erfahren und dient nicht nur als melodischer Weihnachtsgesang, sondern ist in der Version „Red Flag“ auch das Lied der britischen Labour Party. Ach ja, und das bekannteste englischsprachige Weihnachtslied, „Jingle Bells“? Naja – dessen eigentlicher Anlass waren einmal die Feierlichkeiten zu Thanksgiving.
Weihnachtsfeierlichkeiten finden beinahe weltweit statt – auch da, wo man es vielleicht nicht vermuten würde. So ist etwa Südkorea, das keinerlei christliche Tradition hat, die einzige ostasiatische Nation, in der der erste Weihnachtstag ein gesetzlicher Feiertag ist. Allerdings, um der Wahrheit die Ehre zu geben: Das liegt lediglich daran, dass auf dieses Datum auch der Verfassungstag des Landes fällt.
In Indien wird Weihnachten zwar nur von einer kleinen christlichen Minderheit gefeiert, aber das Problem der fehlenden Tannenbäume, die dort schlicht nicht heimisch sind, hat man kreativ gelöst – es kommen einfach Bananenstauden oder Mangobäume zum Einsatz. Dass sich an Ersteren nach dem Fest die Affen gütlich tun, ist leicht vorstellbar, denn immerhin gibt es hier in Deutschland eine ganz ähnliche Weiterverwertung der abgeschmückten Christbäume: In größeren Städten werden sie vielfach an Zoos geliefert, wo sich dann etwa die Kamele und Elefanten mit Appetit darüber hermachen. Ein Ort, an dem übrigens zur Überraschung vieler Menschen definitiv nicht im großen Stil Weihnachten gefeiert wird, ist ausgerechnet Jesu Geburtsstadt Bethlehem: Die liegt im heutigen Westjordanland und ist mehrheitlich muslimisch.
Ein paar wichtige oder zumindest interessante Informationen vielleicht noch zum Advent und Weihnachtsfest in Deutschland. Wer hätte das gedacht: Obwohl schon seit September die ersten Nikoläuse und Weihnachtsmänner aus Schokolade in den Läden stehen, wird der zartschmelzende Mann in Rot vom Osterhasen abgehängt! Im vergangenen Jahr wurde über 40 Millionen mehr Schokohasen als Weihnachtsmänner hergestellt – 187 Millionen legt das Langohr vor, der Nikolaus kommt nur auf 140 Millionen. An Weihnachten entsteht dafür erheblich mehr Verpackungsmüll als an Ostern: Allein an einem durchschnittlichen Heiligen Abend bringen wir es in Deutschland auf 8000 Tonnen Geschenkpapierabfälle!
Ein bisschen Dreck macht natürlich auch noch der Weihnachtsbaum, sofern er denn nadelt – immerhin hat eine 1,60 Meter große Tanne rund 178 000 Nadeln zu verlieren. Und da er vermutlich schwerer als 7,5 Kilo ist, wäre es keine gute Idee, einem inhaftierten Bekannten einen Weihnachtsbaum in den Knast schicken zu wollen – denn das Gewicht der Weihnachtspäckchen, die jeder Gefangene erhalten darf, ist streng reglementiert: Neben besagten 7,5-Kilo-Paket sind zwei weitere zu je 5 Kilo erlaubt, dann ist Schluss.
Hatten Eure Eltern schon einmal Probleme, für Euch oder Eure kleinen Geschwister einen Nikolaus zu organisieren, der am 6. Dezember im roten Kostüm vor der Tür steht und entweder den prallen Geschenkesack oder aber die Rute im Gepäck hat? In Hamburg hat man sich darüber bis ins Jahr 2008 keinerlei Gedanken machen müssen, denn stets übernahm die dortige Zweigstelle der Arbeitsagentur die Vermittlung – bis die tragische Schlagzeile „Hamburg schafft den Weihnachtsmann ab!“ das Ende dieses Service verkündete. Dort springen nun private Anbieter ein – und hier in der Gegend ja zum Glück oft die Freiwilligen Feuerwehren! Überhaupt scheint Weihnachtsmann ein gemütlicher Job zu sein: Er hat jede Menge fleißiger Helfer und eigentlich nur einen stressigen Arbeitstag im Jahr – oder? Nun ja, nicht ganz, denn im Sommer arbeitet er in einem Kopenhagener Freizeitpark. Das ist kein Witz: Schon seit 1957 findet dort jährlich ein dreitägiger internationaler Kongress der Weihnachtsmänner statt.
Ob es dort auch Workshops etwa im Radieschen-Schnitzen gibt, wie etwa in Mexiko, wo aus dem – allerdings oft kartoffelgroßen – Gemüse traditionell Krippenfiguren gebastelt werden, ist leider nicht bekannt … Wenn ihr aber noch mehr über ausgefallene, verrückte und bizarre Weihnachtsbräuche erfahren wollt, sei euch das auch wunderbar als Kartenspiel verwendbare Set Unnützes Quizzen:Weihnachten von arsEdition empfohlen. Wir von der Jugendseite jedenfalls wünschen euch ein frohes Fest!

Selfies mit Herz

Gelnhausen (nb). Jedes Jahr steht bei den Gelnhäuser Fach-Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums der Kurs „Projektmanagement“ auf dem Lehrplan. Dieses Jahr haben sich vier Schüler der zwölften Klasse ein ganz besonderes Projekt ausgedacht: die Selfheart Challenge, die zu einer Spendenaktion für Kinder mit angeborenem Herzfehler aufruft.

Anfang Oktober diesen Jahres begann die Ideensammlung der Schüler des Beruflichen Gymnasiums Gelnhausens. Denn die Fachabiturienten belegen jedes Jahr einen Kurs mit dem Namen „Projektmangement“. In diesem Kurs steht ein ganzjähriges Projekt zur Aufgabe, das die Schüler auf eigene Faust bewältigen sollen. Ziel des Projektes ist es, die Schüler auf ihren Berufsweg vorzubereiten. Dieses Jahr haben sich die vier Schüler Lorena Allegretta, Lenonie Klonneck, Isabell Naucke und Tom Hanselmann für ein ganz spezielles Projekt entschieden. Sie wollen mit einer Challenge, einer Herausforderung, über das Sozialnetzwerk Facebook Leute dazu bewegen, für den Elternverein „Kinderherzen heilen“ zu spenden.herzi
Die Idee für die „Selfheart Challenge“ bekamen die vier Schüler durch den Selfie-Trend im Internet, erklärt Isabell Naucke. Bei diesem Trend werden Fotos als Selbstportrait der Fotografen gemacht, um dieses später auf soziale Netzwerke zu stellen. Ein weiterer Faktor für das Projekt, erklärt Isabell Naucke, war der Internet-Trend von sogenannten Challenges. Das sind Herausforderungen, bei denen sehr spezielle Aktionen für einen guten Zweck von Benutzern sozialer Netzwerken durchgeführt und auf Video aufgenommen werden. Anschließend werden diese auf die Profilseiten der Nutzer gestellt.
Nachdem sich die vier Schüler auf eine Verknüpfung aus den Komponeten Selfie und Challenge geeinigt hatten, ging die Internetrecherche  nach einem möglichen Partner los, dem die Aktion gelten soll. Schnell wurde das Team um Lorena Allegretta auf den Verein „Kinderherzen heilen e.v.“ aufmerksam.
Der Elternverein gründete sich 1999 in Gießen und galt zunächst dem Erfahrungsaustausch von Eltern, deren Kinder in der Herzklinik in Gießen behandelt wurden. Der Verein wurde durch die Radiosender FFH und dem hessischen Rundfunk sowie diversen Auftritten im Fernsehgeschäft bekannt. Mittlerweile setzen sich die Verantwortlichen in verschiedenen Projekten für Kinder mit angeborenen Herzfehler ein. Diese können ganz unterschiedlich ausfallen: von Kinderspieleinrichtungen in Kliniken bis zu der Unterkunft der Eltern während des Klinikaufenthalts ihres Kindes.
Das Selfheart Team kontaktierte zunächst den Verein. „Zuerst wurden wir etwas kritisch beäugt“, erzählt Leonie Klonnek. Sie kann das verstehen. „Es ist ja schon komisch wenn eine kleine Gruppe bei einem größeren Verein anruft und diesen unterstützen will. Es gibt ja sauch einige Leute die solche Vereine veräppeln wollen“. Dennoch ließ das Selfieteam nicht locker und konnte den Vorsitzenden Michael Hauk von ihrem Projekt überzeugen. Es  kam zu mehreren Telefonaten und sogar zu einem Treffen im Cafe Art in Gelnhausen. „Bei dem Treffen tauschten wir noch mal unsere Ideen und Meinungen aus. Am Ende kamen wir zu dem Ergebnis, mit dem Projekt Selfheart zu beginnen“, erzählt Isabell Naucke.
Erst dann begann das eigentliche Projekt der Challenge, für das sie eine extra Facebookseite angelegt haben. Auf dieser Website sollen Selfies mit Herzmotiven aller Art gepostet werden. Entweder als Aufdruck auf dem T-Shirt oder mit beiden Händen geformt. „Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt“, betont Lorena Allegretta.
Anschließend sollen weitere Netzwerkuser von Facebook nomminiert werden, ebenfalls an den Projekkt teilzunehmen.
Im Gegenzug soll für Kinder mit angeborenem Herzfehler auf ein Konto gespendet werden. Hierfür wurde ein extra Spendenkonto eingerichtet, auf das per Überweisung und Paypal eingezahlt werden kann. „Bei der Spende gibt es keinen Mindestbetrag“, äußern sich die vier, denn so wollen sie erreichen, dass mehr Leute mitmachen. „Einen Euro für ein Snickers habe ich immer“, erwähnt Leonie Klonnek und sagt weiter „Ob ich den Euro jetzt spende oder für das Skickers ausgebe, kann sich jeder selber überlegen“. Klar ist damit, dass jeder einen kleinen Betrag im Portemonaie hat, bei dem es nicht weh tut, ihn zu spenden.
Die vier Schüler des Beruflichen Gymnasiums freuen sich über jede Spende, betonen aber auch, dass sie die Aktualität um Kinder mit Herzfehlern der Öffentlichkeit aufzeigen wollen. „Es wird so viel über Flüchtlinge  berichtet, aber keiner hat die Kinder hier in Deutschland auf dem Radar, die mit Herzfehler geboren werden“, erklärt Isabell Naucke, ihr Vorhaben. Das soll sich jetzt durch die  Internet-Challenge unter dem Namen #Selfheart ändern. Das Geld, das am Ende zusammen kommt, wollen die Vier dann dem Elternverein „Kinderherzen heilen e.v.“ in einem Scheck übergeben.
Das Projekt in der Schule geht noch bis Mai 2016, kann aber ohne weiteres weiterlaufen, was auch geplant ist, sollte die Challenge Erfolg haben.

Von der virtuellen in die analoge Realität

Frankfurt (fpf). Die Gamer unter euch dürften sie kennen: Escape Games, bei denen es darum geht, als Spieler – meist in der Egoperspektive – aus einem verschlossenen Raum zu entkommen, indem man Logikrätsel löst und dafür die im Gefängnis vorhandenen Gegenstände und versteckten Hinweise benutzt. Ein Spiel also, das Geduld, Ausdauer, Geschicklichkeit, logisches ebenso wie kreatives Denken sowie Kombinationsfähigkeiten fordert. Und da das Szenario sich ja im Grunde geradezu dafür anbietet, hat es nicht lange gedauert, bis jemand darauf gekommen ist, das Konzept der Escape Games vom Bildschirm in die Realität zu übertragen.live

Die realen Live Escape Games nehmen ihren Ursprung – je nach Quelle – in Japan oder den USA; Vorreiter in Europa waren aber zweifellos zwei Brüder aus Ungarn, die im Jahr 2011 ihre ersten Spielräume eingerichtet haben. Wie in der virtuellen Vorlage werden bei Live Escape kleine Gruppen von Personen – in der Regel zwischen zwei und sieben Leuten – in einen Raum eingesperrt, aus dem sie dann innerhalb von 60 Minuten zu entkommen versuchen.
Im Zimmer selbst warten natürlich, ebenfalls wie in der Computerversion, diverse Einrichtungsgegenstände und mehr oder minder verborgene Hinweise, die es zu kombinieren gilt, um der eigenen Befreiung näher zu kommen. Aber – und hier fängt der Spaß erst richtig an – ob etwa ein Bild an der Wand Teil der Rätsel ist oder aber einfach nur nette Dekoration, ob die Bücher im Regal etwas zu bedeuten haben und was daran wichtig ist, und wo man denn nun eigentlich anfangen soll, da die Rätsel schließlich oft aufeinander aufbauen, aber natürlich nicht durchnummeriert sind:  all das müssen die Spieler selbst herausfinden, und das kann gehörig knifflig sein.
Zum Glück aber werden die Räume von den Spielleitern durch Kameras überwacht. Über einen Monitor, der auch die verbleibende Zeit herunterzählt, sowie über ein kleines Mikrofon können durchaus zusätzliche Tipps übermittelt werden, falls die eingesperrte Gruppe völlig auf dem Schlauch steht oder sich in einer falschen Fährte verrennt. Leicht aber wird das Spiel auch dadurch nicht, und es wird keineswegs pauschal jeder Gruppe zum Sieg verholfen – tatsächlich bleibt Live Escape oft bis zur buchstäblich letzten Minute ein echter Nervenkitzel.
In Deutschland ist das Konzept 2013 angekommen – zunächst vorgestellt im Rahmen eines experimentellen, interaktiven Theaterstücks – und wird inzwischen von über einhundert Anbietern offeriert. Dabei ist die Variationsvielfalt und Kreativität der spielbaren Räume bemerkenswert: Meist stellt ein Anbieter gleich mehrere verschiedene, thematisch eingerichtete Zimmer zur Verfügung, die oft noch in zwei bis drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bespielt werden können, und es locken allein in Frankfurt etwa so spannende Szenarien wie ein Gefängnisausbruch aus dem Raum „Alcatraz – Prison Break“, Mordermittlungen bei „Agatha C.“ oder ein Raubüberfall im „Motel California“. Obwohl es offiziell kein Mindestalter gibt, weisen die meisten Veranstalter daraufhin, dass das Spiel sich an Jugendliche und Erwachsene richtet, wobei die leichteste Stufe für Kinder ab zwölf Jahren in Begleitung älterer Mitspieler zu meistern ist.
Tatsächlich ist Live Escape längst nicht mehr nur ein wirklich brillantes Freizeitvergnügen für Freunde und Familie, sondern wird häufig sogar von Firmen als Veranstaltung zur Stärkung der Teamfähigkeit gebucht. Ein Trend, der garantiert noch großes Wachstumspotential hat – spannend, abwechslungsreich und ein Garant gegen Langeweile, der zudem zeigt, dass die generelle Tendenz zur Digitalisierung durchaus nicht nur einseitig ist: Hier wird die virtuelle in die analoge Realität übersetzt, und das Ergebnis begeistert erwiesenermaßen Gamer wie Laien gleichermaßen. Wer also noch nach einer tollen – und derzeit noch exotischen – Aktivität etwa für die nächste Geburtstagsparty oder einfach nur einen lustigen Freitagabend sucht, dem sei gesagt: Unbedingt ausprobieren!

„Wie nach Hause kommen“

Hanau-Klein-Auheim (sb). Hans Müller hat es geschafft: Der Glückliche ist unter allen Mitkonkurrenten nach der eigentlichen schriftlichen Bewerbung, dem Gespräch, sowie dem darauffolgenden Einstellungstest auserkoren worden, seine Ausbildung als Wildtierpfleger in der Alten Fasanerie Hanau zu absolvieren. Jetzt heißt es für Hans Müller noch einmal die Schulbank drücken. Aber mit so einem motivierten und entspannten Team, wie es in der Fasanerie Hanau der Fall ist, der vielen frischen Luft und dem nahen Kontakt zu all den interessanten Tieren, ist dies wie ein lang gehegter Traum, der endlich wahr wird.
Hans Müller
Der Hanauer Wildpark gehört als staatliche Einrichtung dem Landkreis Hessen an, wird vom Forstamt Hanau-Wolfgang betrieben und existiert seit dem 18. Jahrhundert, als der Mainzer Erzbischof Lothar Franz von Schönborn diese Hektar Land zu einer Fasanerie umfunktionierte. Der Park beherbergt neben dem weiten Spektrum an diversen Vogelarten, viele andere Tierarten, wie beispielsweise den Europäischen Wolf oder den Polarwolf, aber auch Katzenartige, wie den Eurasischer Luchs, die Europäische Wildkatze oder verschiedene Hirscharten. Weitere einheimische Tiere wie der Dachs, der Rotfuchs oder das Wildschwein finden hier ein Zuhause. Somit gibt es vor allem für die Tierpfleger eine Menge zu tun.
Hans Müller, der sich selbst als „Hans im Glück“ bezeichnet, da er sich nicht nur von einem schweren Autounfall vor einigen Jahren erfolgreich erholt hat, sondern dazu noch seine Traumausbildung zum Wildtierpfleger in der Fasanerie Hanau-Klein-Auheim bekommen hat, ist mehr als begeistert. Da er bereits mit 14 Jahren während seiner Schulzeit im Park als Kassierer ausgeholfen hat, kannte er die Fasanerie bereits wie seine eigene Westentasche. „Nachdem ich in meinem Leben schon viele unterschiedliche Dinge ausprobiert habe und ich dann schließlich die Stelle vom Tierpark gesehen habe, wusste ich, dass dies das Richtige ist“,  erzählt Hans Müller selbstbewusst. „Es war für mich wie nach Hause kommen.“
Bei seinem Einstellungstest, hat er, nachdem er mit dem Säubern seines Geheges fertig war, seinen Mitkonkurrenten ausgeholfen. „Teamwork ist mir eben besonders wichtig“, erklärt Hans Müller. Auch erzählt er, dass er einen „anderen Blick“ auf manche Dinge besitze, da er bereits eine Zeit lang als Maler und Lackierer gearbeitet habe.
Im August startete die Ausbildung, welche zum Teil schulisch, das heißt, in der Frankfurter Paul-Ehrlich-Schule, und zum Anderen praktisch, innerhalb der Fasanerie, stattfindet. Im ersten Lehrjahr wird von Montag bis Freitag, ab dem zweiten Lehrjahr dann auch am Wochenende gearbeitet: Die Tiere kennen kein Wochenende oder gar Ferien. Der schulische Unterricht ist zwei Mal pro Woche, wobei Mittwoch der sogenannte „Zoo-Tag“ ist. Das bedeutet, dann geht es zusammen mit der „Zooklasse“ für einen pädagogisch lehrreichen Unterrichtstag in unterschiedliche zoologische Gärten. Zooklasse deshalb, da Auszubildende von Zoos, Tierparks und Instituten an den Beruflichen Schulen in Frankfurt Höchst ausgebildet und dementsprechend zusammen unterrichtet werden.
Bislang findet Hans Müller die Ausbildung „zemlich spannend“: „Vor allem die Vielfalt an Wissen über die Tiere, ihre Ernährung, Lebensraum und so weiter fasziniert mich sehr. Auch bin ich überrascht, wieviel es zu Lernen gibt. Zum Beispiel den Kräutermix, also die Nahrung für die Elche zuzubereiten, ist sehr wichtig.“ Hier muss sogenanntes Prossholz beigefügt werden, damit die Elche etwas zum Knabbern haben – eben wie in der freien Natur.
Der Tagesablauf von Hans Müller beinhaltet zurzeit die Pflege, das heißt, das Säubern, Wasser geben und Füttern von Mäusen, Gänsen, Hühnern (wobei die beiden letzteren freigelassen werden), anschließend die Kaninchen, Meerschweinen, der Dachs, bei dem auch die bei Nacht gegrabenen Löcher zugescharrt werden müssen. Weiter geht es mit den Iltisfrettchen, dem Steinmarder „Filou“ und im Anschluss den Rotfüchsen. „Wir haben hier keine Zeit für Hetze. Stress projiziert sich nur auf die Tiere. In der Ruhe liegt die Kraft“, meint der Azubi, während er den Trog mit Futter für die Füchse auffüllt.    Zugleich begeistert als auch ernst berichtet Hans Müller, dass ihm der „Bildungsauftrag“ für Menschen bei der Ausbildung mit am Wichtigsten ist. Denn dafür sei die Alte Fasanerie Hanau optimal geeignet, da hier alles so weitläufig ist, dass man nicht immer alles gleich auf den ersten Blick sehen könnte. Auch könne ein Spaziergang sehr erfüllend und motivierend sein. Seiner Tierpflegermeisterin Hanni Patek, die er „beruflich als auch persönlich“ sehr schätzt, ist er sehr dankbar für die fundierte Ausbildung.
Das Wichtigste für ihn ist, generell Spaß bei der Ausbildung zu empfinden, für die er sich entschieden hat. Der Kontakt mit den Besuchern, die mit Hintergrundinfos „gefüttert“ werden können, wird in der Alten Fasanerie Hanau-Klein-Auheim gerne gesehen und lockt mehr und mehr Familien an, die ihre Freizeit hier gerne verbringen möchten.

DJs im Doppelpack

Neuberg-Rüdigheim/Gründau-Rothenbergen (tmb). „Ich sage ungern, dass ich DJ bin – ich sage lieber, ich mache Musik“, meint Lukas Padberg. Der Grund: Heutzutage ist es „Trend“, DJ zu sein. Doch was ihn und seinen Kumpel Patrick Pleß von „Bedroom-DJs“ unterscheidet, die in ihrem Schlafzimmer Musik auflegen, ist für ihn sonnenklar: die Leidenschaft für das, was sie tun. Diese Leidenschaft hat dazu geführt, dass die beiden, die zusammen als „Meza“ auflegen, jetzt für das Internetradio Breakz.FM am Start sind.

Bei ihrer Ausbildung beim Hanauer Unternehmen Evonic haben sich der 20-jährige Rüdigheimer Patrick Pleß und der 18-jährige Rothenberger Lukas Padberg kennengelernt und schnell entdeckt, dass sie ihre Liebe zur Musik verbindet. Nachdem die beiden ein Festival in Österreich – „Electric Love“ – besucht hatten und dort Nachwuchs-DJs auf der Bühne erlebt hatten, war ihnen klar:„Das können wir auch! Vielleicht sogar besser.“ Fortan beschäftigten sie sich intensiv mit dem Thema elektronische Musik, arbeiteten darauf hin, als DJs erfolgreich zu werden. Einen ersten Erfolg können sie nun verzeichnen: Auf Initiative von Lukas Padberg bewarben sich die beiden beim Internetradio Breakz.FM, das vor allem House, HipHop und Remix spielt. Patrick und Lukas, die sich auf EDM und MashUp „spezialisiert“ haben, passen dort gut ins Programm. Doch der Weg in den digitalen   Äther war nicht so leicht. „Erst haben wir Aufnahmen von uns eingereicht, dann wurden wir live gecastet und mussten mit einem der Verantwortlichen interagieren – wir wurden richtig darauf getestet, ob wir es drauf haben“, berichtet Patrick Pleß. Er ist derjenige, der meistens die Moderationen übernimmt. Plaudern am Mikro fällt ihm leichter als Lukas. „Das ist es ja, was Radio ausmacht, die Interaktion mit den Zuhörern. Sonst könnte man ja auch allein in seinem Zimmer stehen und irgendwelche Knöpfchen drücken.“
Nach dem erfolgreichen Casting gehören die beiden DJs aus dem Main-Kinzig-Kreis zur Crew des Internetsenders, dürfen drei Stunden pro Woche auf Sendung gehen. Das „Studio“ dafür befindet sich in Patricks Schlafzimmer – was ein Stück weit eben doch dem Klischee vom Bedroom-DJ entspricht. Trotzdem distanzieren sich die beiden von denjenigen, die von sich nur deshalb behaupten, DJ zu sein, um cooler zu wirken.
„Bei elektronischer Musik ist die Technik entscheidend“, sind sich beide einig. Und in Technik und Technisches haben sie viel investiert, um voranzukommen. Gerade erst haben sie sich ein neues Mischpult zugelegt, über das künftig ihre Sendung läuft. Außerdem mache es durchaus einen Unterschied, ob zwei oder vier Hände das Pult bedienten – dass „Meza“ aus zwei DJs besteht, ist ein Alleinstellungsmerkmal, das die jungen Männer nutzen wollen. Die meisten jungen DIJs seien Solisten, Duos gebe es selten. Ihr Zusammenspiel sei sehr harmonisch und funktioniere einfach. Oft wolle der eine genau das machen, was der andere gerade bereits gemischt habe. Diesen Unterschied bemerken offenbar auch die Zuhörer. Bislang gab es positive Resonanz für „Meza“. Besonders beeindruckt hat die beiden, dass sie international Gehör finden. „Auf unserer Facebookseite hat sogar ein Hörer aus Brasilien, der unsere Sendung gut fand, einen Kommentar hinterlassen“, berichtet Lukas.
Im Frühjahr wollen die beiden in Niedergründau eine Party veranstalten und als „Meza“ gemeinsam auflegen, ansonsten wollen sie ihren Job beim Radio gut machen und vielleicht irgendwann auch in Clubs auftreten – aber das habe noch Zeit. „Wir haben ja gerade erst angefangen – mal sehen, wo wir hinkommen“, geben sich die beiden DJs entspannt.

Auf zur Schnitzeljagd 2.0

Main-Kinzig-Kreis (re/tmb). Wer in der freien Natur unterwegs ist, kann immer häufiger beobachten, dass Menschen mit suchendem Blick durchs Gelände streifen, meistens ein Handy oder ein Navigationsgerät in der Hand. Fühlen sie sich unbeachtet, suchen sie an geheimen Orten nach merkwürdigen kleinen Dosen und Kästchen. Die Rede ist von „Geocachern“, die ihrem ungewöhnlichen Hobby frönen, das immer beliebter wird, und dabei möglichst nicht von „Muggeln“ – Nicht-Geocachern – beobachtet werden wollen.2-format43

Das Wort Geocaching setzt sich aus dem griechischen Begriff „geo“, also „Erde“, und dem englischen Wort „Cache“ – „geheimes Lager/Versteck“ zusammen. Im Grunde ist es eine moderne Variante einer Schnitzeljagd. Neu ist an der „Schnitzeljagd 2.0“, dass mittlerweile hochmoderne Technik zum Einsatz kommt – das GPS-Gerät. Stattdessen kann auch eine App auf dem Mobiltelefon genutzt werden.
Ein GPS-Gerät wird mit Koordinaten, die im Internet von den Versteckern eines Geocaches preisgegeben werden, gefüttert.
Mit den zu Verfügung gestellten Koordinaten gelangt der Suchende dank des GPS oder einem GPS-fähigen Mobiltelefon entweder direkt zum „Schatz“ oder zum Startpunkt eines Geocaches mit mehreren Stationen. Das Ziel ist erreicht, wenn der Geocacher das Finale findet. Dies ist ein mehr oder weniger gut versteckt und getarnter Behälter, der in jedem Fall ein Logbuch enthält. Dort trägt der „Cacher“ sich mit Namen und Datum ein, als Beweis, dass er den Cache gefunden hat. Danach wird der Behälter wieder  so versteckt, wie er vorgefunden wurde. In größeren Cachebehältern findet man oft Tauschgegenstände, Spielsachen, Ü-Eier-Figuren, manchmal sogar Bücher oder CDs. Diese dürfen im Tausch gerne mitgenommen werden. Wichtig dabei ist nur, dass der selbst mitgebrachte Tauschgegenstand mindestens gleichwertig ist. Ansonsten besteht der Schatz später nur noch aus „Müll“.
Während sich das Hobby immer größerer Beliebtheit erfreut – Geocacher vernetzen sich unter anderem gerne im Internet, zum Beispiel in der Facebookgruppe „Geocaching Main-Kinzig“ – stöhnen Naturschützer und Jäger, denn sie befürchten, dass die modernen Schatzsucher Wald und Wiesen Schaden zufügen, weil sie zum Beispiel bei „Nachtcaches“ im Wald Tiere aufscheuchen oder bei ihrer Suche empfindliche Ökosysteme stören. Deswegen sollten vor allem die „Owner“, also diejenigen, die Caches verstecken und pflegen, darauf achten, dass sie dabei die Natur nicht mutwillig beschädigen oder zerstören und Cacher auf diese Weise ebenfalls auf die „falsche Fährte“ bringen.

Von der Freakshow zum Webstar

Erlensee-Langendiebach (kbr). Damiana Konka kann nach acht Jahren als Bloggerin eine beachtliche Karriere als Internetstar vorweisen. Die 23-jährige Erlenseerin ist heute sogar hauptberuflich als Bloggerin und Online-Reporterin tätig und berichtet über ihre reiterlichen Erfolge sowie den Alltag mit Höhen und Tiefen.Bild B

„Hallo ihr Lieben!“, trällert Damiana in die Kamera. Wenige Sekunden später kippt das Gerät um und man hört ein lautes „Kaaaatzeeee!“ im Hintergrund, gefolgt von Lachen. Material für die Outtakes. Der fellige Statist im Hintergrund hat die Aufnahme des neusten Videobeitrags boykottiert. Damiana nimmt es mit Humor – eine Eigenschaft, welche Abonnenten ihres Vlogs auf Youtube schätzen. „Ich habe fast immer und überall eine Kamera dabei. Es könnte ja was Spannendes passieren“, berichtet die Reporterin von REITTV. „Der Grundstein meiner Karriere im Internet liegt eigentlich vor 15 Jahren. Damals habe ich in Langenselbold mit dem Reitsport angefangen.“
Das erste Pony „Jenna“ folgte 2003. Damiana hatte sich in das Schulpony verliebt und die Eltern erfüllten ihr den Mädchentraum eines eigenen Ponys. 2005 war Damiana dem Ponysport entwachsen, und so folgte das zweite Pferd, „RPZ Diamiro“. „Diamiro war eins der ersten Pferde, das wir angeschaut haben. Meine Mutter war skeptisch und meinte, wir könnten doch nicht das erste Pferd gleich kaufen, aber ich hatte mich verliebt und so kam der Fuchswallach zu uns“, strahlt Damiana bei der Erinnerung an den Pferdekauf. „Zu Diamiros Züchter aus Bayreuth haben wir noch engen Kontakt und sie verfolgen schon seit Jahren unseren Werdegang.“ Mit Diamiro erreichte die Amazone sogar Dressurerfolge bis zur schweren Klasse S. Doch auch Stangenarbeit, Geländespringen, Rennbahnbesuche, Schwimmausflüge, Ausritte und Bodenarbeit stehen auf dem abwechslungsreichen Trainingsplan.
Der Reitsport war es, der Damiana zu ihrer heutigen Karriere im Social Media-Bereich verhalf: „Es fing alles im Jahr 2007 im ,Reitforum‘ (heute Pferd.de) an. Dort hatte ich eine sogenannte ,Freakshow‘ (Blog) und postete fast täglich Berichte und Fotos von unserem Alltag. Es war toll, sich mit anderen auszutauschen“, berichtet die gelernte Industriekauffrau von ihren Anfängen. Schließlich kamen ein YouTube-Kanal und eine Homepage hinzu. Da die Betreuung recht aufwendig war, stieg sie schließlich auf Facebook um und berichtete ihren Fans auf der Seite „RPZ Diamiro“ vom Trainingsalltag, Turnieren und Alltäglichem. „Anfang 2014 schoss dann alles durch die Decke, als ich von REITTV als Webstar angeworben wurde. Meine Follower-Anzahl stieg auf allen Social-Media-Plattformen. Mittlerweile sind es auf Facebook über 51 000, auf Instagram über 55 000 und bei Youtube über 47 000 Abonnenten. Diese Zahlen sind für mich einfach Wahnsinn!“
Seit Juli ist die passionierte Dressurreiterin hauptberuflich für REITTV tätig. Sie arbeitet im Marketing und als Reporterin, berichtet deutschlandweit und international von Veranstaltungen, Messen und Turnieren und pflegt ihre Präsenz als Webstar. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Was Besseres hätte mir nicht passieren können. In diesem Jahr bin ich bei einer Quadrille anlässlich der EM in Aachen mitgeritten und habe Profireiter wie Kathleen Keller interviewt“, strahlt die lebensfrohe Bloggerin. „Auch meine Social Media Seiten und den Blog pflege ich weiterhin. Beispielsweise habe ich in diesem Jahr zwei tolle Shootings mit Mona Dörre gemacht.“
Bild AIhre Fans danken ihr die zahlreichen Berichte, Videos und traumhaften Bilder mit vielen Likes und meist positiven Kommentaren. Viele Nachwuchs-Blogger und Vlogger versuchen sich an ähnlichen Lifestyle- und Sport-Blogs. Nur wenige haben einen ähnlich großen Erfolg wie Damiana. Für alle Neulinge hat sie einen entscheidenden Tipp: „Man muss Spaß an der Sache haben! Wenn der Blog oder die Internetpräsenz als Belastung empfunden wird, verliert man den Spaß. Dann ist das der falsche Weg, so etwas aufzuziehen.“ Im Vordergrund steht für die junge Blog-Expertin, Lebensfreude zu vermitteln – sobald die Arbeit zur Last wird, kann dieses Konzept nicht funktionieren.
Pläne für die Zukunft hat die ambitionierte Reiterin neben dem sportlichen Erfolg viele, wobei sie sich nicht durch starre Ziele einschränken lässt: „Natürlich freue ich mich auf viele spannende Projekte mit REITTV. Im privaten Fokus steht nun unsere Traumhochzeit im Sommer.“ Mit einem Schmunzeln fügt sie hinzu: „Bei meinem Traummann kann die Hochzeit ja nur toll werden.“ Auch in Zukunft steht die Freude an ihrer Tätigkeit im Vordergrund. Doch auch der Hintergrund bei all ihren Aktivitäten ist entscheidend: „Ich bin meiner Familie und meinem Verlobten sehr dankbar, dass sie immer hinter mir stehen und mich in allem, was ich tue, unterstützen. Es ist unglaublich wichtig, neben dem öffentlichen Auftreten einen Rückzugsort zu haben. Meine Familie macht mir Mut und baut mich auf, wenn etwas nicht so gut läuft und ist einfach da, wenn ich sie brauche. Dafür bin ich unglaublich dankbar und natürlich für meine vielen Fans, die mich in meinem Tun bestärken.“

Der Link zu den Alpträumen

Ein besonderes Haunted House steht in Niagara Falls in Kanada – es ist nicht nur zu Halloween, sondern das ganze Jahr geöffnet. Auf der Internetseite der Nightmares factory werden Fotos und Videos der Besucher gezeigt, die sich vor irgend etwas zu Tode erschrecken – was das ist, erfährt man nicht, dazu muss man die „alte Wasserfall-Sarg-Fabrik“ schon selbst besuchen. Die Bilder und Videos sprechen allerdings für sich. Außerdem bemerkenswert: Es gibt eine „Chicken-List“. Auf der werden jene „Chicken“, also Angsthasen, vermerkt, die während der Tour das Codewort „Nightmares“ schreien – und deswegen sofort von einem Angestellten herausgeholt werden.

Fotos von Dosenkunst

Wächtersbach (tmb). Das Blog-Thema des Wächtersbachers Jörg Rudolph ist bunt: Der 46-jährige Sozialarbeiter befasst sich mit „Dosenkunst“, also Graffiti und Streetwork aus dem Main-Kinzig-Kreis, aber auch darüber hinaus. Graffiti Gelnhausen Hall of fame

Den Dosenkunst-Blog gibt es seit Juli 2010. „Mein erster Ausflug in die virtuelle Welt war eine eigene kleine Homepage, auf der ich Bilder von meinen Reisen gezeigt habe“, erinnert sich der Wächtersbacher. Als es dann mit Web 2.0 losging, habe ich schnell gemerkt, dass es für Inhalte, die ich regelmäßig zeigen möchte, viel einfachere Möglichkeiten gibt, und habe den Blog begonnen.“ In den ersten Jahren nloggte Jörg Rudooplh noch unregelmäßig, seit zwei Jahren ist er regelmäßig dabei.
Jörg Rudolph fotografiert seit Kindertagen. „Meine Eltern haben immer viel fotografiert, und als ich dann alt genug war, bekam ich eine alte Kamera und einen Schwarz-Weiß Film in die Hand gedrückt. Fotografiert habe ich damals alle möglichen Tiere, die mir vor die Linse kamen.“ Die Bilder gibt es heute noch, auch in digitaler Form. Fotografieren habe für ihn schon damals bedeutet, die Welt aus einer neuen Perspektive kennen zu lernen, sich genauer mit seiner Umwelt auseinander zu setzten, das „Schöne“ zu suchen und festzuhalten. „Das motiviert mich bis heute.“
Zu seinem Schwerpunkt-Thema kam der Fotograf auf ungewöhnliche Weise, denn er selbst kommt nicht aus dieser „Graffiti-Welt“. „Als ich im Rahmen meines Jobs in einem Jugendzentrum in Wiesbaden erstmalig 2000 das damals legendäre Graffiti-Festival Wallstreetmeeting besucht habe, hat mich die Leidenschaft erwischt. Seitdem fotografiere ich regelmäßig in Wiesbaden, mittlerweile auch in anderen Städten, und seitdem ich in Wächtersbach wohne und in Wiesbaden arbeite ist der komplett Arbeitsweg – quer durchs Main-Kinzig-Rhein-Main-Gebiet – mein Betätigungsfeld. Außerdem ist es meiner Meinung nach gut für einen Blog, ein bestimmtes Thema zu verfolgen und das dann gut zu machen.“
Reisen sind ebenfalls ein zentrales Thema für ihn. „Gereist bin ich schon immer, egal ob Deutschland, Europa oder der Rest der Welt. Vor meinem Studium hatte ich das große Glück, Leute zu kennen, die genauso gerne Reisen wie ich.“ So absolvierte er auch längere Trips nach Asien oder Südamerika. „Und dann hat mich das Fieber gepackt und bis heute nicht mehr los gelassen“m sagt der Wächtersbacher, der gerade war ich mit seiner Familie vier Wochen im Nord-Westen der USA unterwegs war.dosenkunst_Joerg_Rudolph_Portrait
Als Reise- oder Urlaubsfotograf betrachtet er sich jedoch nicht. „Ich fotografiere eigentlich immer und überall, meine Kamera ist immer in der Tasche. Auf Reisen dann halt auch.“ Auf seinem Blog zeigt er in jüngster Zeit neben den Graffiti und Streetart Bildern auch immer wieder Fotos von seinen Reisen. Der Blog habe sich von einer Seite, die Kunst im öffentlichen Raum zeigen will, zu einem etwas persönlicheren oder breiterem Spektrum der Fotografie entwickelt. „Ist man regelmäßig mit seinem Blog beschäftigt, stellt man schnell fest, dass die Veröffentlichung der Inhalte nur ein Teil der Blogging-Erfahrung ausmacht. Hinzu kommt der Austausch mit den Lesern in den Kommentaren, aus denen sich auch persönliche Treffen oder sowas wie Freundschaften entwickeln können. Eine Seite des bloggens, die Nicht-Blogger nicht nachvollziehen können und deswegen manchmal verständnislos schauen, wenn man erzählt was man da wieder gemacht hat.“
Sein Thema ist allerdings in der Bloggerwelt eher etwas Spezielles. „Um andere Graffiti-Blogger zu treffen, muss er etwas weiter fahren. Das ist bei Reise-, Koch- oder DIY-Themen einfacher.“ Vor zwei Jahren hat die Schirn-Kunsthalle in Frankfurt verschiedene Graffiti-Künstler aus Südamerika eingeladen, um in Frankfurt zu malen. „Die haben damals deutschlandweit aktive Graffiti-Blogger eingeladen und eine spezielle Blogger-Presse-Führung gemacht. Das war eine tolle Veranstaltung, wir wurden mit Fahrrad-Rikschas zu den verschiedenen Wänden in Frankfurt gefahren und hatten auch Gelegenheit, die Künstler kennen zu lernen.“ Außerdem gibt es natürlich Graffiti-Festivals oder feste Orte zum Beispiel in Frankfurt, wo er immer wieder andere Graffiti-Fotografen trifft.
Den Künstlern Herakut widmet Jörg Rudolph besonders viel Platz auf seinem Blog. „Die beiden haben mich mit ihren Motiven in den ersten Jahren besonders intensiv begleitet. Hera kommt ja aus Frankfurt und die Beiden haben vor allem in Bad Vilbel in den letzten Jahren viel gemalt. Mir gefällt ihr ungewöhnlicher Stil aus Fo torealismus und grobem drum herum. Mittlerweile sind die beiden ja sowas wie Weltstars, haben ihre eigenen Bücher veröffentlicht und malen auf der ganzen Welt.“
Lieblingsfotos aus dem Main-Kinzig-Kreis hat er ebenfalls: „Seitdem es am Bahnhof in Gelnhausen die legale Möglichkeit für Graffiti-Künstler gibt, ihre Werke zu malen und zu zeigen, entstehen dort immer wieder wunderbare Motive an der Hall of Fame. Einer meiner Lieblingskünstler ist hier aus der Region und nennt sich ‚Wired To The Moon‘.“
Die Rückmeldungen aus der virtuellen Welt empfindet er als sehr positiv. „Wenn es den Lesern nicht gefällt, sind sie schnell wieder weg. Meine Familie und Freunde sind weniger Graffiti-begeistert wie ich und deswegen weniger auf meinem Blog unterwegs.“
Fotografieren will Jörg Rudolph noch „alles, was ich interessant finde, auf Reisen, aber auch in Gelnhausen“. Kürzlich war er in Peking und hat auch dort versucht, Graffiti oder Streetart zu fotografieren. „Gefunden habe ich sie nicht. Da macht es große Freude wieder in Gelnhausen durch die Unterführungen am Bahnhof zu laufen oder zu sehen, was es neues an der Hall gibt.“

Gruselige Tage

halloween-kuerbis-gesichter-kannibale-2In ein paar Tagen ist Halloween – das Thema dieses Mal auf GeneratioN Z (erscheint morgen in der GNZ). Der amerikanische Brauch ist seit ein paar Jahren in Deutschland angekommen – aber eher die Variante für Kinder, die  von Tür zu Tür ziehen und Süßigkeiten sammeln. In Amerika und Kanada bedeutet Halloween jedoch mehr: Das ist die Zeit, um sich gegenseitig fiese Streiche zu spielen, in der sich Erwachsene, Jugendliche und Kinder ausgesprochen große Mühe geben, um Kostüme zu nähen, zu basteln und zu kreieren – weitaus mehr Mühe, als sich hierzulande der „Normalbürger“ für Karnevalskostüme gibt.

Und es ist die Zeit zum Gruseln. In Kanada und den Vereinigten Staaten gibt es während der Wochen um Halloween sogenannte Haunted Houses:  Geisterhäuser, in denen Halloweenfans das Grauen zum Leben erwecken. Vergleichbar sind sie etwa mit den Dungeons, die es in einigen deutschen Städten gibt, oder mit den Aktionen, die es auf Burg Frankenstein in Darmstadt und – dieses Jahr zum ersten Mal – in Langenselbold gibt.  Doch die amerikanischen Varianten müsst ihr Euch noch hundert Mal härter vorstellen. Wenn  Ihr eine Vorstellung bekommen wollt, schaut Euch nur mal unseren Link der Woche an… Falls Ihr jetzt Lust auf Halloween bekommen habt, findet Ihr bald im Wochen-Check den ein oder anderen Tipp. Viel Spaß beim Gruseln!

Grusel rund ums Schloss

Langenselbold (tmb). Am 31. Oktober wird es ab 18 Uhr unheimlich in Langenselbold: Mit „Hallowpark“ bietet die Familien- und Jugendförderung ein besonderes Programm für Klein und Groß im Langenselbolder Schloss und drumherum. Von der Spukiwelt für die Allerkleinsten bis zur Gruselführung „Apartment 3110“ in den alten Schlossgemäuern wartet ein umfangreiches Programm auf alle Besucher.

IMG_5287Presse
Zu Halloween lauern im Langenselbolder Schloss gruselige Gestalten, die aus dem Apartment 3110 kommen …                                  (Foto: Sina Miller)

Die Idee dazu hatten Sarah Wehner und Harun Duvarci vom JUZ-Team bereits vor einem Jahr. „Wir wollten mal aus dem JUZ ‘rausgehen. Und wir haben da eine Lücke gesehen – zu allen anderen Gelegenheiten gibt es bereits Veranstaltungen in Langenselbold, zu Halloween nicht. Da ist die nächste Attraktion Schloss Frankenstein bei Darmstadt.“ Da sie sich aber eine größere Veranstaltung vorstellten und die Zeit knapp bemessen war, verschoben sie ihr Vorhaben um ein Jahr. Seit mehreren Monaten wird der „Hallowpark“ nun geplant. Normalerweise besteht das JUZ-Team aus sechs Personen, doch für das Halloween-Event fanden sich deutlich mehr Helfer zusammen: Rund 50 Aktive, inklusive Security und Catering, werkeln eifrig an ihren Ideen.
Und fantastische Einfälle gibt es reichlich. Die Koordination haben die beiden Leiter der städtischen Jugend- und Familienförderung, Timo Kreßlein und Corinne Stuttmann. Um die Teilbereiche kümmern sich Arbeitsgruppen. Die beiden Initiatoren Sarah Wehner und Harun Duvarci haben sich die Gestaltung eines Labyrinthes vorgenommen. In der Herrnscheune werden sie mit schwarzen Folien eine gruselige Atmosphäre schaffen, Trennwände und Schreckensszenarien einbauen. „Wir haben verschiedene Grundrisse, aber es ändert sich ständig, weil wir immer wieder neue Ideen haben“, berichtet Duvarci. Allzu viel wollen die Organisatoren nicht verraten – nur, dass es einen U-18 und einen Ü-18-Bereich geben wird. Fakt ist zudem: Mindestens 500 Meter schwarzer Folie werden sie brauchen, drei Tage vorher mit dem Aufbau beginnen. „Wir haben ja keine Erfahrung damit, wie lange es dauert, also fangen wir lieber zeitig an.“
Nevi Duvarci und ihr Team kümmern sich um die Spuki-Welt für Kinder ab drei Jahre in den Räumen des JUZ. Dort wird es unter anderem Kinderschminken und Spiele für die Jüngsten geben. Im Schlosspark wartet der „Jahrmarkt der verlorenen Seelen“. Dort gibt es einerseits Essen und Getränke – natürlich im passenden Halloween-Stil – und auch richtige Jahrmarkt-Elemente, unter anderem einen Wahrsager-Stand, ein Liebesbarometer, einige Schausteller und die zwei Geister „Hui“ und „Buh“.
Auch das Heimatmuseum ist in das unheimliche Geschehen eingebunden. Die Aktiven seien mit ihren Ideen bei den Vertretern des Heimatvereins auf offene Ohren gestoßen, berichten Stuttmann und Kreßlein. Die Grundidee sei, junge Leute für das Heimatmuseum zu interessieren – schließlich gibt es dort ein echtes Keltengrab zu bewundern. Und dort wird es unter der Moderation von Matthias Mayer durchaus spannend, versprechen die Organisatoren.
Etwas ganz Besonderes erwartet alle, die älter als 16 Jahre sind, im „Apartment 3110“: Hier erkunden Mutige auf einer Gruseltour das Schloss und erleben, wie Geschichte lebendig wird – manchmal vielleicht nicht lebendig, sondern untot … Fabian Dünow hat das Manuskript auf der Grundlage historischer Begebenheiten verfasst und ein spielfreudiges Ensemble um sich versammelt. Der Erlenseer hat als Schauspieler bereits einige Erfahrungen vorzuweisen – nicht nur bei den Märchenfestspielen sondern auch als Akteur auf Burg Frankenstein. Er orientiert sich mit der Inszenierung nicht nur an den amerikanischen „Haunted Houses“, sondern auch an den „Dungeons“, die es in manchen Großstädten wie Hamburg gibt und die die Stadtgeschichte zumThema haben. Bei allem Grusel wird es auch einiges zum Schmunzeln geben, verspricht er.
Karten gibt es im Vorverkauf ab 4 Euro. Kinder zwischen drei und sechs Jahren dürfen kostenfrei die Spukiwelt und den Jahrmarkt besuchen. Weitere Infos im Internet auf http://www.jufoela.de, auf der Facebook-Seite von Hallowpark oder unter Telefon 06184/80237.

Musik verändert das Leben

9783440146293Die 16-jährige Elise war schon immer anders, schon immer eine Außenseiterin, schon immer „uncool“. Sie trägt andere Klamotten, hört andere Musik. Als Scheidungskind pendelt sie zwischen ihren Eltern hin und her, in der Schule wird sie gemobbt. Um ihrer Traurigkeit zu entfliehen, macht sie nachts lange Spaziergänge. Bei einem davon entdeckt sie den Underground-Club Start. Dort wird sie akzeptiert und entdeckt ihr Talent als DJane. Plötzlich ändert sich damit ihr Leben, denn Elise lernt, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben. Ein wunderbar gefühlvolles Buch über Mobbing, Selbstzweifel und Leidenschaft. Besonderer Clou: Hinten imBuch gibt es Elises Playlist, so dass man die Songs, die im Buch vorkommen, selbst suchen und hören kann. Das Buch soll übrigens demnächst verfilmt werden.
gewinnspielGeneratioN Z verlost einExemplar des Buches. Einfach an redaktion@gnz.de eine Mail mit dem Betreff „GeneratioN Z-Song“ schreiben und uns Eure persönliche Top-3-Playlist verraten – oder einen entsprechenden Kommentar auf gnzgenerationz.wordpress.com hinterlassen. Einsendeschluss ist der 22. Oktober.     (tmb)

Rund ums Buch

buchmesse-116~_v-standard644_9e32ebMeine persönliche Lieblingswoche des Jahres steht bevor: die Frankfurter Buchmesse. Deswegen dreht sich diese Woche bei GeneratioN Z auch alles rund ums Buch! Vielleicht befindet sich auch unter Euch der ein oder andere, dessen Traum es ist, Romane zu schreiben und zu veröffentlichen. Da gibt es allerdings einen kleinen Haken: In Deutschland werden jedes Jahr ungefähr 90 000 Bücher veröffentlicht. Ein normaler Verlag bekommt in derselben Zeitspanne circa 2000 unangefordert eingesandte Manuskripte zugeschickt. Meistens wird eins davon umgesetzt. Wenn  Ihr also Buchautor werden wollt, müsst ihr genau wissen, was Ihr vorhabt: Wollt Ihr ein Buch vor allem für Euch selbst, für Freunde und Verwandte? Dann könnt ihr den Weg  des „Self-Publishers“ gehen. Viele Verlage machen gegen Bezahlung aus Manuskripten Bücher. das Verfahren nennt sich „Book on demand“. Doch hier solltet Ihr nicht die Erwartung haben, zum Beststellerautoren zu werden. Eine Alternative, die viele wählen, ist das digitale Self-Publishing, beispielsweise bei amazon oder großen Verlagen. Hier könnt Ihr Euren Text als E-Book produzieren lassen und mit etwas Glück avanciert er zumBeststeller… Wenn Ihr zu einem „richtigen“ Verlag wollt, ist das um einiges arbeitsintensiver. Einen Weg für junge Autoren stellt hier „Papierfresserchens MTM Verlag“ dar. Auf jeden Fall solltet Ihr Kritik gegenüber aufgeschlossen sein – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Gebt Euer Manuskript nicht nur Eurer besten Freundin zumLesen, sondern auch jemandem, der etwas davon versteht. Und wer weiß – vielleicht sehen wir uns auch bald auf der Buchmesse?

Plötzlich schauen das zehntausende Menschen

Pressefoto_Rocket_Beans_TV
Die vier Gründer von Rocketbeanstv (von links): Daniel Budiman, Etienne Gardé, Simon Krätschmer und Nils Bomhoff. (Foto: Rocket Beans)

Wächtersbach/Flörsbachtal-Lohrhaupten (rim). Mit Giga Games und eSports ging es los. Bis 2006 waren dort Simon Krätschmer und Daniel Budiman als Moderatoren tätig. Nach Giga entwickelten Krätschmer, der ursprünglich aus Lohrhaupten kommt und in Wächtersbach aufwuchs, und Budiman die bekannte Sendung „Game One“, inzwischen sind beide zusammen mit den Moderatoren Nils Bomhoff und Etienne Gardè zu einem eingeschworenen Team geworden und haben ein neues, innovatives Konzept entwickelt: Mit einem Livestream-Kanal senden sie 24 Stunden am Tag sowohl Liveprogramm als auch aufgezeichnete Unterhaltungsformate. Das Konzept geht auf.  Täglich schauen rund um die Uhr tausende Zuschauer ihren Rocket Beans beim Zocken zu und kommentieren das Geschehen.

Zu der Zeit als Game One noch ausgestrahlt wurde, war die Sendung vor allem eine Testplattform für Videospiele. Wichtigste Zutat für die Sendung rund um Spiele: der Humor. Teilweise wurden Inhalte parodiert, das ganze Format drehte sich um den Spaß an Videospielen. „Das Problem: Schon vor dem Ende von Game One war absehbar dass sich die Sendung nicht auf Dauer refinanziert“, erklärt Krätschmar. Aus diesem Grund haben die vier Moderatoren schon früh angefangen, in Richtung Youtube zu schielen.
„Wir haben nach einem zweiten Standbein geschaut und wollten eine große Zielgruppe.“ Die haben sie erreicht, auch wenn es ein langer Weg bis zu dem Meilenstein der 100 000 Abonnenten war. „Das Ende von Game One hat schließlich gut in unsere Pläne gepasst.“ Recht schnell wurde aus der Idee „Youtube“ ein Twitch Sender. „Wir nahmen uns vor, den ganzen Tag zu senden – Youtube wurde dadurch eher zur Mediathek statt zum Sender.“ Mit diesem Konzept sind die Rocket Beans zu absoluten Vorreitern in Deutschland geworden. Für das Web-TV-Format sind die vier Hamburger Programm-Macher auch in Düsseldorf mit dem Webvideopreis in der Kategorie „Person of the Year – Male“ ausgezeichnet worden. Der Preis bezeugt, dass die vier das Webvideo-Jahr entscheidend geprägt und einen Unterschied gemacht haben. Sie haben sich gegen starke Konkurrenten wie die Lets Player Gronkh und Ungespielt durchgesetzt. „Die haben uns gewinnen lassen“, sagt Krätschmer lachend.
Immer mehr Zuschauer wollen immer mehr Live-Kontent. „Diesen Zuschauern ist es weniger wichtig was gespielt wird, sondern das es live gespielt wird“, sagt Krätschmer. „Das sind Erfahrungswerte, die wir gerade erst machen. Twitch wird zu einem neuen Medium, es ist zeitgemäßer als Youtube. Es geht mehr darum, im Moment leben, als darum, Archivmaterial zu schauen.“ Die Rocket Beans nutzen Twitch als eine Art Fernseh-Plattform – „nur ohne tausende Regeln. Wir können viel ausprobieren, viel experimentieren. Das macht diese Idee aus.“
Die Live-Sendung ist unterteilt in mehrere Formate – ein Lieblingsformat hat Krätschmer nicht direkt. „Es gibt so viele Ideen, an denen das Herz hängt – und alle klemmen sich hinter die Umsetzung.“ Ein Format, dass er heraushebt, ist „Erwachsene Männer hören Jan Tenner“. Wie der Name schon sagt, hört das Team die Hörspiel-Serie Jan Tenner und schwelgen in Erinnerungen.
Ein Erfolgsformat ist zudem „Pen and Paper“. „Ich denke, dass liegt viel daran, dass das Spiel Personen-orientiert ist. Unser Spielleiter Hauke Gerdes kann die Fantasiewelten lebendig machen und nimmt die Zuschauer auf die Reise mit“, sagt der Moderator. „Wir waren uns vorher sicher, dass das keinen interessiert – und plötzlich schauen das zehntausende Menschen.“ Das Beste für Krätschmer ist, dass die Produktion des ganzen noch immer „in der alten Bude“ von statten geht. Zwei weitere Häuser wurden gemietet um mehr Platz für das Studio zu schaffen. „Hier regt sich niemand auf, wenn wir als Zombies verkleidet durch die Straßen rennen. Ich glaube, wir ziehen hier nie wieder aus.“ Teilweise kennt er Teammitglieder seit über zehn Jahren. „Nach und nach verlieren wir den ein oder anderen an die Erwachsenenwelt – aber das ist normal. Wir haben hier alle ein Gefühl von Zuhause.“
Der Traum für ihn ist, das der Sender sich über einen längeren Zeitpunkt als die nächsten zwei Monate finanziert. „Es ist schwer zu sagen, was in Zukunft kommt. Wir wollen einfach einen coolen Sender aufbauen, der den Zuschauern zusagt und ein wenig abseits des Mainstreams ist.“ Unabhängigkeit ist das Stichwort: „Über uns hängt im Grunde ein Damoklesschwert. Jederzeit kann eine finanzielle Säule wegfallen. Wer auf Mainstream setzt bekommt eben mehr Unterstützung als der, der auf Videospiele setzt“, sagt er lachend. „Wir sind in der Mitte unseres großen Plans angekommen und haben noch viel vor.“

Das wilde Herz des Bermudadreiecks

„Das Lorbass ist für mich immer mein eigener Partykeller gewesen. Nur eben mit mehr Menschen“: Seit 35 Jahren führt Heiner Hartmann die Kult-Kneipe gegenüber dem Gelnhäuser Bahnhof. Ab heute wird drei Tage lang Geburtstag gefeiert.(Foto: Noll)
„Das Lorbass ist für mich immer mein eigener Partykeller gewesen. Nur eben mit mehr Menschen“: Seit 35 Jahren führt Heiner Hartmann die Kult-Kneipe gegenüber dem Gelnhäuser Bahnhof. Ab heute wird drei Tage lang Geburtstag gefeiert. (Foto: Noll)

Gelnhausen (dan). Es ist die Konstante im sich wandelnden Gelnhäuser Bahnhofsumfeld: Das „Lorbass“ feiert Geburtstag. Seit 35Jahren ist es Anlaufpunkt für Musikliebhaber egal welchen Alters. Und so steht auch die Musik im Mittelpunkt, wenn ab heute das nicht ganz runde Jubiläum gefeiert wird. Bis Samstagabend geben neun Bands ihr Stelldichein. Vor dem Geburtstag haben wir mit Lorbass-Betreiber Heiner Hartmann über die Anfangstage, Kneipenkultur und das Gelnhäuser „Bermudadreieck“ gesprochen.

Einen Tag vor Beginn der Feier vermischt sich im Lorbass der typische Kneipengeruch mit dem Duft frischer Farbe. Heiner Hartmanns schwarzer Kapuzenpullover ist mit weißen Farbflecken gesprenkelt. In der Ecke hinter dem Tischkicker streicht eine Mitarbeiterin mit einem Pinsel über die Holzlatten an der Wand. Vor dem Geburtstag ist noch einmal Großreinemachen angesagt. Am urigen, etwas verruchten Charme der Musik-Kneipe soll sich aber natürlich nichts verändern: „Wer nach Jahren das erste Mal wieder ins Lorbass kommt, erkennt es immer noch so wieder, wie es schon immer war“, sagt Heiner Hartmann.
Dass der 59-Jährige heute Kneipier ist, verdankt er einer Schnapsidee. Während seines Zivildiensts in Gießen lernt der ausgebildete Krankenpfleger einen Langzeitpatienten kennen, der mehrere Kneipen betreibt. Darunter auch das schon damals existierende Lorbass in Gelnhausen. „Wir haben uns dann zufällig hier in der Kneipe getroffen und groß Wiedersehen gefeiert. Da dachte ich, so was könntest du eigentlich auch machen“, erinnert sich Hartmann.
Wenig später, wieder als einfacher Gast im Lorbass, wird der Ur-Gelnhäuser ans Telefon gebeten. Am anderen Ende der Leitung ist der damalige Besitzer, der kurz vor einer längeren Reise nach Neuseeland steht. „Du wolltest doch eine Kneipe übernehmen“, sagt er zu Hartmann, der sich innerhalb eines Tages entscheiden sollte.
Für ihn selbst steht der Entschluss sofort fest. Hartmanns damalige Freundin schlägt zwar die Hände über dem Kopf zusammen, das größere Problem sind aber seine Eltern: „Der Gedanke, dass ich den öffentlichenDienst verlasse, um eine Kneipe zu übernehmen, kam nicht unbedingt gut an.“ Gemacht hat er es trotzdem. Und bis zum heutigen Tag nicht bereut.
Ein Lausbub als Namensgeber
Nach kleineren Umbauarbeiten wird das Lorbass am 4.Oktober 1980 wiedereröffnet. Den alten Namen behält Hartmann bei. „Lorbass ist oberschlesisch und bedeutet Lausbub. Das war für mich ein absolut passender Name, bei dem die Menschen gleich ein Bild vor Augen haben“, meint Hartmann heute. Also bleibt es bei Lorbass.
Am Konzept als Musik-Kneipe hat sich seit dieser Zeit bis heute nichts geändert. „Eine reine Disco wollte ich nie sein“, sagt er. Trotzdem prägen von Beginn an Live-Bands die Atmosphäre und den Ruf des Lorbass. Anfang der 80er Jahre blüht auch in Gelnhausen die Neue Deutsche Welle, eher später zunehmend auch der Punk von der Insel in die Barbarossastadt schwappt.
In die Anfangstage fällt auch die Blütezeit der in Gelnhausen stationierten US-Soldaten. Gerade die Kneipen in der Röther Gasse profitieren von den GIs, im Lorbass heißt es dagegen lange Zeit „off limits“. Mit dem Schild verbietet die Army damals ihren Soldaten den Zugang zu bestimmten Kneipen. Den Grund, wieso vor seinem Laden ein solches Verbotsschild hing, hat Hartmann bis heute nicht erfahren. 1984 hängt er es kurzerhand ab. Konsequenzen gibt es keine – dafür besuchen auch die Amerikaner rege das Lorbass, bis sie aus der Barbarossastadt abziehen.
Für Hartmann entpuppt sich die Aufgabe als Kneipier als echter Traumjob: „Kein Tag gleicht dem anderen. Mal muss ein kaputtes Wasserrohr repariert werden, ein anderes Mal ist man Sozialarbeiter für Jugendliche, die ihre Probleme loswerden müssen. Aber natürlich muss auch immer die Kalkulation stimmen.“
Dass das Lorbass unter seiner Regie zu einer 35-jährigen Erfolgsgeschichte wird, hätte er in den Anfangstagen vermutlich selbst nicht gedacht. „Natürlich passieren immer mal kleinere Fehler. Aber das haben die Gäste immer schnell verziehen“, sagt er. Dazu komme, dass er mit seiner Kneipe von Beginn an eine andere Philosophie verfolgt habe, als andere Läden: „Hier ging es nie um die Person, die hinter der Theke oder am DJ-Pult stand. Das Publikum ist der Hauptdarsteller des Abends. Das sieht man auch, wenn hier junge Menschen zu Musik tanzen, die doppelt so alt ist wie sie selbst, auf die teilweise sogar ihre Eltern schon bei uns getanzt haben.“
Wie lange er die Kneipe nun schon führt, hat Hartmann nicht zuletzt bei einem Gespräch mit einer jungen Frau aus Hailer festgestellt. „Sie kam zu mir und hat mir schöne Grüße von ihrem Opa ausgerichtet. Am Anfang dachte ich, dass das ja nicht sein könnte. Dann kam heraus, dass ihr Opa einer unserer ersten Gäste überhaupt war“, erzählt er lachend.
Es gibt einige solcher kuriosen Geschichten, an die sich Hartmann nach 35 Jahren gerne erinnert. Etwa an den Auftritt von „Paddy Goes To Holyhead“ Anfang des neuen Jahrtausends. Mit etwa 300Besuchern ist das Lorbass brechend voll. Weil aber noch mehr Menschen die „Paddies“ sehen wollen, stehen zahlreiche weitere draußen auf Tischen und verfolgen den Auftritt durch die Fenster.
Besonders in Erinnerung geblieben ist dem 59-Jährigen aber ein anderes Konzert. Mitte der 80er ist mit dem inzwischen verstorbenen Nikki Sudden ein echter Geheimtipp der britischen Punk-Szene zu Gast im Lorbass. Damit der Londoner aber überhaupt auf der Bühne stehen kann, muss Hartmann erst einmal die Geldbörse zücken: „Er kam am Flughafen völlig abgebrannt an, hatte keinen Cent Bargeld mehr dabei. Also musste ich ihn am Gelnhäuser Bahnhof erst mal auslösen.“
Bahnhofsviertel: „Man liebt esoder hasst es“
Während andere Kneipen in der Barbarossastadt – gerade in der Röther Gasse – kommen und gehen, hat das Lorbass die Jahrzehnte überdauert. Auch die Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes im Jahr 2007 konnte daran nichts ändern, obwohl viele damals etwas anderes vorhergesagt hätten. „Das war natürlich eine Zäsur. Aber weder sind die Raucher weggeblieben, noch kam plötzlich eine ganze Schar Nichtraucher in die Kneipe.“
Zum kontinuierlichen Erfolg hat für Hartmann auch ein Trendwechsel in der jüngeren Generation beigetragen. Statt in die Großraumdisco zu gehen, bevorzugten viele Gäste heute wieder die urige Atmosphäre der Kneipe. Auch das Konzept, konsequent auf Live-Bands zu setzen, habe sich ausgezahlt. Und dann ist da natürlich noch der Standort, direkt am Bahnhof. „Beim Gelnhäuser Bahnhofsviertel gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man liebt es, oder man hasst es. Mit dem Café Merlin, dem Treibhaus und uns spricht man ja nicht von ungefähr vom Gelnhäuser Bermudadreieck. Das trifft es ziemlich gut.“
Und dort wird ab heute erneut mächtig gefeiert werden.Bis Samstag stehen neun Bands auf der Lorbass-Bühne. Los geht es jeweils um 21 Uhr.

Dialog statt Einbahnstraßenkommunikation

DSC_91

Maintal (fpf). Als Marketingfachfrau eines kleinen Frankfurter Fachverlags hat insbesondere das Online-Marketing mit Fokus auf die sozialen Medien Juliane Benad von Beginn an fasziniert. So nutzt die heute 34-Jährige die Elternzeit für ein Fernstudium zur Social Media Managerin und setzt ihr neu erworbenes Wissen rund um Blogs und deren Potential im Kontext von Unternehmensführung und –kommunikation direkt in die Praxis um: Unter www.die-maintalerin.de meldet sie sich im Dezember 2013 erstmals schriftlich mit eigener Online-Plattform zu Wort und hat sich mit ihrem thematisch inzwischen sehr facettenreichen Blog inzwischen zumindest regional einen respektablen Bekanntheits- und Vernetzungsgrad erschrieben.

Nicht nur für die deutsche Bundeskanzlerin, sondern auch für viele Bürger von nebenan waren und sind die sozialen Netzwerke mit all ihren Tücken – etwa hinsichtlich Privatsphäreeinstellungen – und vielfältigen Möglichkeiten noch immer Neuland. Hier wollte Juliane Benad zunächst Aufklärung leisten und Hilfestellung geben. Das tut sie noch immer und hat in dieser Rolle etwa auch ehrenamtlich die Social Media Sprechstunde Main-Kinzig ins Leben gerufen. Darüber hinaus jedoch beschäftigt sie sich in ihrem Blog auch mit privateren Dingen, etwa ihrer Leidenschaft für regionale Literatur: „Ich lese seit einigen Jahren bevorzugt Bücher, deren Autoren im Rhein-Main-Gebiet leben oder deren Handlung im Rhein-Main-Gebiet spielt. Diese Bücher stelle ich vor, gehe auf Lesungen oder interviewe auch mal den einen oder anderen Autor.“
Dabei ist ihr Blog für Juliane Benad keineswegs lediglich ein öffentliches virtuelles Tagebuch; sie schreibt „definitiv, um gelesen zu werden“, und bekommt zahlreiche positive Rückmeldungen. Auf Kommentare zu einzelnen Blogartikeln geht sie stets ein und sieht gerade im Austausch mit ihren Lesern den wichtigsten Sinn und Zweck eines Blogs: „Bloggen ist Dialog und niemals Einbahnstraßen-Kommunikation.“ Besonders gern beendet sie deshalb einen Artikel auch mit Fragen oder Gedankenanstößen, um eine Diskussion mit ihren Lesern aktiv anzuregen. Daran, zu provozieren, ist ihr jedoch niemals gelegen, und da ihre Themenspektrum bewusst wenig Anlass für Kontroversen bietet, hat sie auch noch keine Erfahrungen mit Internet-Mobbing machen müssen – ein Umstand, über den sie froh ist.  Manchmal erwachsen aus den Reaktionen auf ihrer Homepage dann auch direkt Inspirationen für einen neuen Blogbeitrag, etwa wenn sie konkrete Fragen erhält oder merkt, dass beispielsweise für eine Veränderung der Einstellungen bei Facebook dringend mal eine Anleitung hermüsste. Trotzdem bloggt Juliane Benad keineswegs nur spontan in den Tag hinein: „Ich habe einen Redaktionsplan, in dem ich meine Beiträge plane und Ideen notiere. Dieser ist aber dynamisch; manchmal fehlt auch einfach die Zeit, ein Thema zu recherchieren.“ Ihr selbst gesetztes Ziel, im Wochendurchschnitt einmal zu bloggen, verfolgt sie – nachdem der Blog zwei Monate lang still lag – seit Kurzem wieder mit neuem Elan; dennoch: „Mein Blog ist bisher mein Freizeitspaß und deshalb nehme ich mir auch das Recht heraus, individuell zu entscheiden.“
Im Main-Kinzig-Kreis ist Juliane Benad inzwischen hervorragend mit anderen Bloggern vernetzt, insbesondere auf dem Gebiet der sozialen Medien, weniger im Literaturbereich – „dafür lese ich zu wenig“. Luft nach oben, so sagt sie, gibt es aber immer, und überhaupt wünscht sie sich für ihr Bloggerleben in erster Linie eines: „Mehr Zeit!“ Ob sie in zehn Jahren noch bloggen wird, wird sich zeigen – für’s Erste aber ist die Maintalerin wieder am Start, und ihr Blog lohnt auch für die Generation Z definitiv einen Besuch.

Die Eltern fiebern mit

IMGP2232

Wächtersbach (mz). Seit 1990 besteht die Schülerzeitung „Express“ der Friedrich-August-Genth Schule in Wächtersbach. Insgesamt wurden schon 32 Auflagen gedruckt und trotz fortgeschrittener Technik, wie Smartphones und Tablets, erfreut sich das traditionelle Blatt noch immer großer Beliebtheit. 2001 hat Lehrer Maurice Pinkert das Team der Schülerzeitung unter seine Fittiche genommen, das Ergebnis kann sich sehen lassen: Erst vergangenes Jahr belegten sie den zweiten Platz im hessischen Schülerzeitungswettbewerb in der Kategorie „Beste Schülerzeitung der Realschule und Gesamtschule“, 2013 war es sogar der Erste.

Die Schülerzeitung der Friedrich-August-Genth Schule ist eine der ältesten in ganz Hessen. Moderne Themen, politische Diskussionen, aber auch schulische Probleme werden in der Zeitung zur Sprache gebracht. „Wir sprechen alles an, was uns, beziehungsweise die Schüler, betrifft“, erzählt Leiter Maurice Pinkert. Insgesamt besteht die AG aus 23 Schüler, alle arbeiten aktiv mit und bringen ihre Eigenen Ideen zu möglichen Artikel ein.
Doch nicht nur in der Zeitung melden sich die AG-Mitglieder zu Wort: Auch die Internetseite http://www.fag-express.de wird täglich auf den neusten Stand gebracht. Schüler Tjard Kurtze verantwortlich für die Online-Redaktion und „macht seine Sache wirklich gut“, bestätigte Pinkert. Mit aktuellen Artikeln und Infos, sowie Umfragen, Buchrezensionen und Kurzgeschichten von Schülern ist die Internetseite voll ausgestattet.
Die Schüler der AG sind sehr interessiert an Medien und Journalismus: Eigene Ideen, wie der Artikel über die Frage, ob Egoshooter gut oder schlecht für Jugendliche seien, aber auch politische, wie ein Interview mit Peter Tauber, machen die Schülerzeitung vielfältig und für jede Altersgruppe interessant. Auch die Eltern der Schüler zeigen Interesse. „Meine Eltern fiebern immer mit und warten ganz gespannt auf die nächste Aufgabe“, erzählt einer der Chefredakteure, Joschua Neeb.
Nicht nur das Schreiben macht den Schülern Spaß, auch die entstandenen Freundschaften haben die AG zu etwas Besonderes gemacht: „ Wir sind zu einer kleinen Familie zusammen gewachsen. Wir haben in den Pausen was zusammen gemacht, und auch Ausflüge haben uns richtig zusammen geschweißt“, sagte Anna-Lena Simon. Schon seit der fünften Klasse sind manche AG-Mitglieder bei der Schülerzeitung. Für viele ist es aber schon lange keine Arbeit oder schulische Tätigkeit mehr, sie nennen es eher ein Hobby.
Auch wenn die meiste Zeit mit spaßigen Erinnerungen verbunden ist, holt die Redaktion auch manchmal die Arbeit ein: Artikel müssen recherchiert, geschrieben und korrigiert werden, das „Copmputer-Team“ muss die Zeitung layouten und zusammenstellen und nicht zuletzt muss die Druckerei zum Einsatz gerufen werden. „Es steckt eine Menge Arbeit dahiner. Teilweise braucht es sogar  Freizeit der Schüler, um die Seiten der Zeitung richtig zu legen, damit die Druckerei anfangen kann“, berichtet Maurice Pinkert.
Die Schülerzeitung finanziert sich durch Sponsoren. Auch dass ist mit einer Menge Arbeit verbunden. Für den Kauf einer Zeitung müssen die Schüler der Friedrich-August-Genth Schule zwei Euro bezahlen, von den 900 gedruckten Exemplaren werden dann circa 700 Stück verkauft. Finanzielle Probleme gab es bis jetzt nie, bestätigt der Leiter der Zeitung: „Durch die Unterstützung des Fördervereins der Schule und der Sponsoren, gibt es eigentlich kaum Probleme“.
Alles in allem sind die jungen Journalisten Feuer und Flamme für die AG.Auch das gute Verhältniss zu ihrem Lehrer Pinkert sorgt oft für Vorfreude auf die nächste gemeinsame Stunde. Doch nicht nur Freundschaften, sondern auch Zukunftspläne entstanden mit Hilfe der Zeitung: Zwei der Schüler wissen bereits, dass sie in Richtung Journalismus gehen möchten. Anna-Lena Simon wurde ihr Talent auch schon bestätigt: Mit ihrem Artikel „Das Dorf – Leben und Sterben am Ende der Welt“ belegte sie vergangenes Jahr den zweiten Platz aller hessischer Schülerzeitungen in der Kategorie „Bester Einzelartikel“.

Achtung, Hoax!

hoaxneu

Diese Woche geht es bei GeneratioN Z um Nachrichten und wie sie gemacht werden – ob in Form einer Schülerzeitung oder als „Clickbaits“. Eine andere Geschichte, die nicht mit Nachrichten zu verwechseln ist, nennt man „Hoax“. Das kommt aus dem Englischen und bedeutet eigentlich „Scherz“ oder „Jux“. Lustig ist so ein Hoax aber eher selten. Es handelt sich um Falschmeldungen, die von vielen für wahr gehalten und über soziale Netzwerke, per E-Mail oder Instant Messsager geteilt werden. Dabei kann es sich um Kettenbriefe handeln oder um die Verbreitung von sogenannten urbanen Legenden – modernen Märchen, die im Netz kursieren. Aktuell ist wieder einmal der „Burundanga“-Hoax im Umlauf. In dieser Geschichte wird vor einer Verbrechertaktik gewarnt: Kriminelle würden Visitenkarten in „Burundanga“ tauchen, eine Droge, die die Opfer durch bloße Berührung betäubt. Natürlich ist dieser Hoax mit der dringenden Bitte versehen, möglichst viele Personen zu warnen. Die Droge Burundanga gibt es zwar wirklich, und offenbar wurden mit ihr in Lateinamerika auch schon Menschen betäubt und ausgeraubt. Dazu reicht jedoch kein Kontakt mit der Haut. Der Wirkstoff muss inhaliert oder geschluckt werden. In Europa sind solche Methoden nicht üblich. Habt Ihr auch schon Erfahrung mit solchen „urbanen Legenden“ gemacht? Wir sind gespannt auf Eure Hoaxe.

Der weibliche Bookdealer aus Eidengesäß

Bild 11647238_10202986331939085_1444397537_n (3622805)

Linsengericht-Eidengesäß  (tmb). Im „Realen Leben“ ist Verena Scheider aus Eidengesäß CallCenter Agentin. Im virtuellen Leben ist sie „Bookdealer“. Auf ihrem Blog „The Bookdealer and more“ gibt die 35-jährige Tipps rund ums Lesen – und freut sich über den Austausch mit anderen.

Bis 2009 hatte Verena verschiedene Homepages. Weil sie darauf keine Lust mehrhatte, suchte sie nach einer Alternative.In einem Forum traf sie auf eine Bloggerin, tauschte sich mit ihr aus und ließ sich Tipps geben. Im Sommer 2009 brachte se den Blog „Fairys Gedankenwelt“ an den Start, der im Frühjahr 2011 allerdings ein frühes Ende fand. Im September 2011 rief sie „The Bookdealer and more“ ins Leben. „Und ich mag mein ‚Baby‘ einfach nicht mehr missen. Es ist ein bunter Blog mit kleinen Ausschnitten aus meinem Leben und meiner Leidenschaft und Liebe zu Büchern.“
nachdem Verena zu Beginn lediglich ihre Gedanken zu Büchern, die sie beschäftigt haben, niederschreiben wollte, stand für sie bald der Austausch mit anderen Buchfans im Fokus. Nach und nach nahm der Blog seine Formen und Rundungen an. „Ich bin mit meinen Ideen noch lange nicht am Ende angekommen.“ Unter anderem gibt es auf dem Blog auch Rezepte und Beautytipps zu finden – dies ist allerdings zu Gunsten der Bücher in den Hintergrund getreten.
Mit ihren Texten möchte Verena den Leute gute Bücher ans Leserherz legen und ihnen auch Autoren etwas näher vorstellen. Besonders will sie Indieautoren  unterstützen – dies sind Autoren, die ihre Bücher selbst veröffentlichen oder bei einem kleinen Verlag unter Vertrag sind. „Mit meiner Kolumne zum Thema rund um Bücher und Co. möchte ich eine allgemeine Diskussionsbasis schaffen und viele neue Leute kennenlernen. So haben sich schon nette Kontakte entwickelt, entweder mit anderen Bloggern, mit Lesern und auch Autoren. Der Austausch ist mir sehr wichtig.“
Virtuell bekommt Verena häufig positive Rückmeldungen auf ihren Blog und ihre Buchempfehlungen. „Ich habe schon so manche Wunschliste der anderen damit wachsen lassen.  Natürlich geh ich auch darauf ein, öfters dann mit einer kleinen Verlosung als Dankeschön. Wer bei mir regelmäßig kommentiert, wird auch mal in einem Blogbeitrag von mir erwähnt.  Man hat da ja inzwischen seine Stammleser die häufig am kommentieren sind.“
Erfahrungen mit Internet-Mobbing als Reaktion auf Veröffentlichungen hat Verena allerdings auch bereits machen müssen – in  Form von anonymen Kommentaren, wenn über andere Autoren und ihre Bücher hergezogen wird. „Klar man kann nicht immer alles mögen und toll finden, aber dann muss man nicht gleich beleidigend werden. Ich akzeptiere die Meinung von anderen, aber es sollte alles im friedlichen Rahmen bleiben.“ Deswegen schaltet sie Kommentare erst frei, wenn sie sie durchgelesen und geprüft hat. „Seitdem ich dies eingeführt habe, haben diese Hater- Kommentare zum Glück nachgelassen.“ Anderen Bloggern folgt Verena über Facebook, über ihre Privatenprofile, Twitter und Instagram. „Man lernt sich im Austausch in Facebook Blogger-Bücher Gruppen kennen und so kommen viele Vernetzungen zustande. Oder wenn wir uns bei unseren Frankfurter Bücherstammtisch treffen und neue stoßen dazu, vernetzten wir uns auch gleich mit ihnen.“
Rund ums Buch hat Verena kreative Rubriken geschaffen – vom Lesedeal über Autoreninterviews bis zum Zeitreisespecial. „Zum Thema Lesedeals kam ich, weil Autoren immer öfters kurz bevor ihre neuen Werke veröffentlich werden viele viele Leseproben auf Facebook gepostet haben und auch Cover zeigten. Da aber zum Beispiel viele nicht bei Facebook sind, nutze ich die Idee für mich und meinen Blog. Sie kommt sehr gut an, bei den Lesern und Autoren.“  Das Zeitreisespecial kam ihr als  Idee,  als sie ihren Lieblingsfilm „Zurück in die Zukunft“. „Ich dachte, ich frage andere Blogger nach ihren Lieblings-Zeitreisebüchern. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur die Edelstein Trilogie von Kerstin Gier, wollte noch mehr kennenlernen zu diesem fantastischen Thema. Und tatsächlich ist bei mir dann auch das ein oder andere Buch dazu bei mir eingezogen.“
Besodners originell und persönlich ist die Kategorie „101 Dinge in 1001 Tagen“. In einem Brieffreundeforum vor ein paar Jahren hatten ein paar Mädels so etwas eröffnet. So beschloss Verena, ebenfalls ihre „ganz persönliche Lebens-Challenge“ zu machen. „Nach knapp elf Monaten brach ich aber wieder ab, da die Ziele von mir einfach doch zum Teil zu hoch gesteckt wurden. Letztes Jahr Anfang Dezember bekam ich aber erneut die Lust dazu und schrieb dann diese Liste mit realisierbaren Zielen für mich,  und jeden Monat poste ich ein Update, was ich schon geschafft, beendet oder angefangen habe. Es macht mir viel Spass, außerdem konnte ich schon den ein oder anderen auch anstecken solch eine persönliche „Lebensliste“ auf bestimmte Zeit zu erstellen.“
Wie lange Verena bloggen wird, weiß sie noch nicht. „Wer weiß, welche Interessen ich in zehn  Jahren haben werde, ich lass mich überraschen was die Zeit bringen wird. Erst einmal freue ich mich im September auf meinen 4. Bloggergeburtstag, alles andere bringt die Zeit.“ Für ihr Blogger-Leben hat sie uzwei Wünsche: „Dass weiterhin alles so harmonisch und entspannt verläuft wie bisher – und vielleicht ein wenig mehr Verständnis von meinem privaten Umfeld fürs Thema bloggen. Dies ist durchaus  ein sehr sinnvolles Hobby, denn ich bringe so anderen Menschen tolle und wunderbare Bücherschätzchen näher, und viele sind mir dafür auch dankbar.

Köder für Klicks

koennen-fische-schmerzen-empfinden-

Gestern hat die Fernsehzeitschrift „TV Movie“ einen Beitrag auf ihrer Facebook-Seite geteilt, wie es zuvor schon Hunderte gegeben hat. Dieses Mal ging es um die schwere Krankheit eines deutschen TV-Moderators – um wen, ist an dieser Stelle eigentlich egal. Das Ergebnis war jedoch ein Shitstorm unerwarteten Ausmaßes, der sich über die Online-Redaktion von TV Movie ergossen hat: Der Beitrag sei geschmacklos und gehöre sich nicht, journalistisch sei dieses Vorgehen grenzwertig und die Verantwortlichen gehörten fristlos gefeuert – so weit die freundlichsten Kommentare. Obwohl es zuvor schon hunderte ähnlicher Meldungen gegeben hat und andere Internetseiten mit genau dem gleichen Stilmittel arbeiten, potenzierte sich hier die multimediale Empörung derartig, dass sich nicht nur die TV Movie Online-Redaktion sondern der ganze Bauer-Verlag mit einem Post entschuldigten – und prompt weiter attackiert wurden, weil das den empörten Facebook-Nutzern nicht reichte.

Das Stichwort, das in diesem Fall für allgemeine Empörung sorgt, heißt „Clickbait“ – und ist eigentlich nichts Neues. Internetseite versuchen, durch möglichst spektakuläre Überschriften („Diese Frau isst einen Schokopudding – ihr werder NICHT GLAUBEN, was dann passiert“) Nutzer auf ihre Seite zu locken, eben durch diese „Klick-Falle“. In diesem Fall verriet die Facebook-Seite, dass jemand erkrankt ist – aber nicht,  wer. Erst ein Klick auf den angegegeben Link, der zur Internetseite der TV-Zeitschrift führte, erzählte die ganze Geschichte. Ein schönes Video zu Clickbaits findet ihr übrigens hier.

Wenn man als Journalist ganz ehrlich ist: So oder so ähnlich funktioniert das doch schon immer; ob nun mit einem Anreißer auf der Titelseite auf einen Text weiter hinten aufmerksam gemacht werden oder ob die „Überschrift in den Text hineinziehen“ soll, wie man es schon während der Ausbildung lernt: Die Absicht, die dahinter steckt, ist, den Leser neugierig zu machen. Nichts anderes versuchen die „Clickbaits“. Wo die Grenze des guten Geschmacks erreicht ist, kann man diskutieren – was sagt Ihr dazu? Und wie geht Ihr mit Clickbaits um?

Schreiben soll gelernt sein

freisteller2

Sinntal-Altengronau (mz). Die Hans-Elm-Schule in Altengronau hat seit einigen Jahren das Organisieren und Fertigstellen einer Abschlusszeitung in den Lehrplan integriert. Grund war die Klassenaufteilung nach der sechsten Klasse: Schüler, die nicht das Fach Französisch wählten, sollten trotzdem intensiven Unterricht erfahren.

Das gesamte letzte Schuljahr befassen sich die Zehntklässler in ihren Wahlpflichtstunden mit der Abschlusszeitung.   Die Klassen werden hierfür in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine befasst sich mit dem redaktionellen und die andere mit dem technischen Teil. Die Zeitung wird nicht nur für den Abschlussjahrgang zusammen gestellt, sondern auch für die Klassen fünf bis neun. Sie  dient somit gleichzeitig als Jahrbuch der Schule. Jährlich werden ungefähr 200 Zeitungen verkauft.
Mit dem „English Magazine“ versucht  Ingo van Ophysen die Schüler bereits in der siebten Klasse auf die journalistischen Aufgaben vorzubereiten: „In Gruppenarbeit schreiben die Schüler ihre eigenen Artikel. Das Thema dürfen sie sich aussuchen. Es soll Spaß machen und am Ende des Jahres noch einmal für eine sinnvolle Beschäftigung sorgen.“ Nachdem alle Gruppen ihre Texte überarbeitet haben und die englischen Texte grammatikalisch richtig gestellt worden sind, bekommt jeder der Schüler eine Ausgabe. In der zehnten Klasse würden die Schüler dadurch bereits die Vorgehensweise kennen und sauberer arbeiten, erklärt van Ophysen. Die Schüler befürworten die Idee: „Wir können unsere Kreativität ausleben, weil wir Themen behandeln dürfen, die uns interessieren“, sagte Marie aus der Klasse 8b. Musikcharts, das Spiel GTA aber auch die Serie „Germanys next Topmodel“ fand in der letzten Ausgabe Gehör.  Die darauf aufbauende Abschlusszeitung enthält schulische Themen, wie das „Lehrer Ranking“, aber auch Steckbriefe der einzelnen Schüler. Die Artikel der Zeitung werden  wie beim „English Magazine“ in Gruppen verfasst. Zum Redaktionsschluss werden bestimmte Artikel aussortiert oder verbessert, um sie dann  der Technikgruppe zu überreichen.
Die meiste Zeit wird jedoch für die Sponsorensuche gebraucht. Fast ein halbes Jahr vorher beginnen die Klassen damit, um die Abschlusszeitung finanzieren zu können. „Für die Schüler ist es meiner Meinung nach der größte Aufwand, da sie sich überwinden müssen, Kontakt zu den möglichen Sponsoren aufzunehmen“, sagt Ingo Van Ophysen. Bis jetzt seien jedoch nie finanzielle Probleme aufgetaucht, die Ausgaben der Produktion seien immer gedeckt gewesen. Einige Jahrgänge hätten sogar schwarze Zahlen geschrieben.
Die Hans-Elm-Schule will das Konzept des Wahlpflichtunterrichts fortsetzten. Das deutlich erkennbare Niveau und vor allem die Sorgfalt seien die Folge davon, dass die Abschlusszeitung als eine Lerneinheit betrachtet werde, meint der stellvertretene Schulleiter Tim Kubalek. Ingo van Ophysen schreibt die gute Arbeit auch dem Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern zu. „Den Schülern und mir macht der Unterricht Spaß. Wir arbeiten gut zusammen und ich bin stolz darauf, dass wir etwas schaffen, wovon die ganze Schule etwas hat.“

15. August bis 28. August

Tanzen im Planschbecken oder auf der grünen Wiese, entspannen auf Decken – das können am Samstag, 15. August, 300 Freunde elektronischer Tanzmusik beim Hoppelhasen Open-Air auf dem Vereinsgelände der 1. Großauheimer Karnevalgesellschaft (1. GKG) am Alten Kahler Weg. Für musikalische unterhaltung Sorgen Gregor Kempf (Allen&Heath), Ben Brown (Hotel Digital), Pain vs. Alex LIVE (Köln), Dominik Israel (Hoppelhasen), Marcel Été (Hoppelhasen), Michael Mustermann (Hoppelhasen) und Marius Arnold (Hoppelhasen). Der Eintritt kostet 12 Euro. Einlass ab 16 Jahren. Die Hoppelhasen Afterhour folgt dann ab 23 Uhr im Culture Club.

Kinovergnügen unter freiem Himmel gibt es in Gelnhausen: Das kleine Amphitheater auf dem Vorplatz vor dem Kino „Pali“ wird zum Open-Air-Kino umfunktioniert. Am Samstag, 15. August, um 21.15 Uhr geht es los mit „Frau Müller muss weg!“, Sönke Wortmanns bitterböser Komödie nach einem Erfolgstheaterstück. (ab 6 Jahren / 88 Minuten). Am Samstag, 22. August, steht um 21.15 Uhr „Der große Trip – Wild“ auf dem Spielplan – eine wahre Geschichte mit Reese Witherspoon (ab 12 Jahren / 116 Min.)

Eine große Gaudi versprechen am Sonntag, 16. August, ab 11 Uhr die schottischen Highland-Games im Langenselbolder Schlosspark zu werden. Neben witzigen Spielen wie Fasshochwurf und Baumstammweitwurf gibts was auf die Ohren: außer den „Royal Scots Pipes & Drums“ sorgt die Langenselbolder Band „Klörrfaktor“ für Stimmung.

Die nächste Black Night Disco Party im Culture Club in Hanau ist am Samstag, 22. August, um 22 Uhr.

Abtauchen in virtuelle Realitäten

media.media.0b36f2f0-c9af-4eaf-a74c-033e96f434d1.normalized

Jetzt ist sie ‘rum, die Gamescom 2015  – eine Messe, wie es sie verückter und bunter in Deutschland kaum gibt. Dort traf man  Mario und Prinzessin Zelda, konnte am Sony-Stand  einen Tie Fighter in Original-Größe und am EA Stand einen beeindruckenden AT-AT-Walker bewundern. Und wo sonst kann man problemlos von einer virtuellen Realität in die nächste abtauchen? In der Verkaufshalle konnten Gamer im Nu hunderte von Euro ausgeben, für  kultige Plastik-Figuren, Statuen, Schlüsselanghänger, Tassen T-Shirts, Hoodies, Mauspads oder Plüschtiere. Dieses Jahr waren Wundertüten besonders beliebt, bei denen die Käufer mit dem Inhalt überrascht wurden. Publikumslieblinge gab es einige – „Star Wars Battlefront“ gilt als das „Spiel der Gamescom“ und sahnte bei den „Gamescom Awards“ gleich mehrere Preise ab. Wart Ihr auch auf der Gamescom? Muss man da überhaupt hin? Und wenn ja, was waren Eure Highlights, was hat Euch genervt? Eins weiß ich jedenfalls genau: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei!

Vom Schüler zum Vollzeit-DJ

Bild IMGP1314

Gelnhausen (mz). Mit einem Workshop in Gießen hat alles begonnen. Der Gelnhäuser Maximilian Nammert ist seit zwei Jahren als Dj tätig und ist hauptsächlich im Main-Kinzig-Kreis zu hören.  Außerhalb ist er bereits in Frankfurt am Main am sankt peter DJ Circle aufgetreten und hat dort auch weitere Auftritte in Aussicht. Er produziert seine Stücke selber und ist auf Instagram, Soundcloud und Facebook als Max Nammert bekannt.

Durch eine Anzeige wurde Maximilian Nammert auf einen DJ-Workshop in Gießen aufmerksam. Der Workshop setzte den Grundstein seiner DJ-Laufbahn. Seit einem dreiviertel Jahr ist er in der Deep-House Szene als Max Nammert aktiv und versucht nun durch Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Oliver Keller einen Mix von House, sowie Rock- und Popmusik zu produzieren. Es habe lange Zeit gedauert, bis er seine Stilrichtung festlegen konnte, sagt er.Mit Mladen Solomun und Oliver Koletzki in der Deep-House Szene habe die Suche ein Ende gehabt. Sie seien seine Inspiration und seine Vorbilder.
Der damalige Schüler hatte für den Kauf seines ersten Equipments Monate lang gespart. Als er das Geld zusammen hatte, musste er jedoch die Schule und die Musik unter einen Hut bringen. „Mittags habe ich immer meine Hausaufgaben gemacht, Abends saß ich dann aber stundenlang am Pult und habe geübt“, berichtete Nammert. Mit dem Abitur folgte eine etwas längere Pause, er wollte sich auf die Schule konzentrieren und sich nach dem Abschluss Vollzeit seiner Musik widmen. Dass er Potenzial hatte, merkte der DJ durch die wachsende Begeisterung seiner Mutter und seiner Freunde.
„Ich habe meinem besten Kumpel damals ein selbstproduziertes Set zu seinem Geburtstag geschenkt. Er sagte daraufhin, dass es das emotionalste Set gewesen wäre, was er dieses Jahr gehört hätte“, sagt Nammert lächelnd. Das musikalische Wissen, das er sich durch drei Jahre Waldhorn-Spielen angeeignet hat, half ihm enorm und ließ ihn schnell aufsteigen.
Nammert merkte schnell, dass ein guter DJ nicht nur gut auflegen, sondern auch eine gute Performance abgeben muss. „Charisma ist sehr wichtig und vor allem Kreativität, da die live-Performance jeden Fehler und jede Unsicherheit aufdecken kann.“ Die Aufgabe sei es, die richtigen Lieder auszusuchen, damit keine großen Taktunterschiede auftreten: Die Bpm-Zahlen beider Stücke müssen angeglichen und der Rahmen des gesamten Ablaufes gestaltet werden, damit alles flüssig abläuft. „DJ sein heißt, nicht einfach nur eine CD reinschieben und ablaufen lassen. Der gesamte Auftritt ist live. Das heißt, du musst in jedem Moment eine super Performance abgeben und keine Fehler machen.“  Sein Equipment ist ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit, es hat einen Wert von mehreren tausend Euro und wird je nach Bedarf von ihm erweitert. Er müsse sich auf die Ausstattung verlassen könne, anderenfalls könne er keinen perfekten Gig garantieren.
Für angehende DJs hat Max Nammert ein paar wichtige Tipps: Es sei wichtig, in das richtige Equipment zu investieren, Sparen sei das Beste. Außerdem sollte man sich mit seinem Umkreis befassen: „Wer kann mir Helfen? Wer mag meine Stilrichtung? Wo bekomme ich Feedback her?“ Ein anderer Punkt sei das Durchhaltevermögen. „Es wird immer Menschen geben, die deine Musik nicht mögen. Hier gilt es durchzuhalten und es einfach zu ignorieren. Halte dich lieber an deine Freunde und Familie, die dich unterstützen.“  Ein weiterer Punkt seien Absagen.Diese seien völlig normal. Er selbst habe auch schon welche bekommen und trotzdem eine Menge erreicht und dazu gelernt, sagt Nammert. Auch wenn er noch am Anfang seiner Karriere steht, schon  heute ist Nammert im Main-Kinzig-Kreis bekannt und hat gute Zukunftsaussichten. Er selbst sieht sich als Nachwuchs-DJ und hat Respekt vor den ganz Großen. „An jedem meiner Auftritte bin ich nervös und bewundere die großen DJs, die das ganz locker durchziehen.“
Er ist häufig bei privaten Veranstaltungen, im Triple X in Wächtersbach legte er auch schon auf. Weitere Gigs sind in Planung – wie morgen Abend ein Auftritt bei der Circleshow, einer regelmäßigen Radioshow für junge DJs inFrankfurt (Näheres im Wochencheck). „Da das Abitur nun geschafft ist, will ich mich jetzt vollkommen auf die Musik konzentrieren und öfter auftreten“, sagt Nammert.
In Zukunft will er studieren oder ins Ausland gehen, seine Musik will er jedoch zu einem festen Bestandteil seines Lebens machen, da er seine Leidenschaft zu seinem Beruf machen möchte.

Der Link zum Messer

messer

Unser Link der Woche findet sich bei Amazon: ein Schweizer Offiziersmesser für fast 900 Euro. Kein einfaches Taschenmesser selbstreden, sondern ein ganzes Arsenal, in dem sich sage und schreibe 87 Werkzeuge, vom Kompass bis zur Säge, befinden. Zum Wundermesser gehts hier! Der eigentliche Gag liegt jedoch nicht im Produkt, sondern in den fast  900 Kommentaren, die Kunden hinterlassen haben. Die sind fast immer nicht ganz ernst gemeint: „So habe ich zwischen den Funktionen #721 (Abrissbirne) und #722 (Skisprungschanze) zufällig einen Schweizer Ingenieur (Herr Ing. Meier) gefunden“, heißt es da zum Beispiel. Und auch die Kundenfragen („Bringt der eingebaute Fluxkompensator auch die gewünschten 1,21 Gigawatt Leistung?“) sind nicht ganz ernstzunehmen…

Hi Generation Z!

Da  ist er also, der Online-Blog zu „GeneratioN Z“ – der GNZ-Seite für junge Leute.

Jaja, ich höre Euch schon sagen: Wozu brauche ich eine Zeitung? Es gibt doch das Internet, Fernsehen, Radio, Whatsapp… Klar gibt‘s das! Aber es gibt eben auch uns, und wir wollen Euch über das informieren, was vor Eurer Haustür passiert und nicht am anderen Ende der Welt. In unserem Landkreis gibt es so viele Menschen, Ecken und Geschichten zu entdecken, die für junge Leute interessant sind. Wäre doch schade, wenn man mit dem Smartphone vor der Nase  das verpasst, was vor der eigenen Haustür passiert. Wir glauben: Gerade Ihr von der Generation Z wollt so etwas wissen!

Wie, Ihr wusstet gar nicht, dass Ihr zur Generation Z gehört? Ist aber so – näheres erfahrt Ihr in unserer Rubrik „Was zum Geier ist..?“ Es tauchen immer wieder Dinge auf, die einen Staunen lassen und die bei näherer Betrachtung irgendwie cool sind.  Unser Geier weiß genau, was sich hinter solchen Sachen verbirgt, und er will Euch in den kommenden Wochen auf viele solcher Hobbies, Sportarten oder Eigenarten aufmerksam machen. Und wir haben noch viel mehr für Euch auf Lager….

Diese Seite soll informativ und unterhaltsam sein – wenn Euch etwas nicht passt, dann sagt uns das!  Viel Spaß beim Stöbern und Kommentieren.

Ein Zimmer, zwei Männer und jede Menge Blut

Vor acht Monaten ist die 17-jährige Anna mit ihrer Familie in das Zeugenschutzprogramm des FBI aufgenommen worden; seither lebt die Familie unter ständig wechselnden Identitäten und fällt allmählich auseinander. Die Mutter versinkt im Alkohol, Annas elfjährige Schwester zieht sich in sich selbst zurück und der Vater wirkt zunehmend besorgt um ihre Sicherheit. Als es sie in ein kleines Nest in Louisiana verschlägt, beschließt Anna, dass die Situation für sie nicht länger tragbar ist. Sie weiß nicht, weshalb oder vor wem die Familie geschützt werden muss, doch ihr oberstes Ziel ist es nun, ebendies herauszufinden. sourlos
Obwohl es ihr anfangs nicht gelingt, an Informationen zu gelangen, scheint sich die Lage der Familie zu verbessern – Anna lernt Ethan kennen, mit dem sie sich anfreundet; ihre kleine Schwester taut in der neuen Umgebung zusehends auf und die Mutter trinkt weniger. Dann jedoch häufen sich seltsame Vorfälle, und Anna fühlt sich zunehmend verfolgt. Außerdem hat sie immer häufiger Alpträume von einem Zimmer, zwei Männern, geheimnisvollen Büchern und jeder Menge Blut. Als Anna eines Nachts Ethan und einige Freunde auf eine Wildschweinjagd begleitet, löst das Abfeuern eines Gewehrs eine Flut von Erinnerungen in ihr aus – mit einem Mal wird ihr bewusst, dass sie selbst der Grund für die Aufnahme ihrer Familie ins Zeugenschutzprogramm ist: Anna ist in ihrer Heimat Arizona zufällig Zeugin des Mordes am Arbeitgeber ihres Vaters geworden, der in Geschäfte mit einem mexikanischen Drogenboss verwickelt war und Kassenbücher vor diesem zu verbergen versuchte. Das FBI benötigt Annas Aussage vor Gericht und wartet nun darauf, dass ihre Erinnerung zurückkommt und sie den Verbleib der Kassenbücher aufklären kann. Anna erzählt ihrem Vater von der Rückkehr ihrer Erinnerung, doch er enthüllt ihr, dass Spitzel des Drogenbosses ihren Aufenthaltsort kennen und mit ihm bereits über eine Übergabe der Kassenbücher im Gegenzug für die Sicherheit seiner Familie verhandeln. Während nun das FBI und ihr Vater an vollkommen entgegengesetzten Plänen arbeiten, um die Familie endgültig außer Gefahr zu bringen, entwickelt Anna in ihrer Verzweiflung den Plan, die Bücher selbst zurückzuholen und ihre Geschichte mitsamt Beweismaterial publik zu machen, um durch die öffentliche Aufmerksamkeit ihre Familie effektiver zu schützen – und gemeinsam mit   Ethan, den sie zunächst nur widerwillig in ihren Plan einweiht, macht sie sich auf den Weg zurück nach Arizona.
Spannend und temporeich bis zur letzten Seite und mit einer erfrischend unverbrauchten und außergewöhnlichen Thematik: Der Roman besticht durch eine fesselnde Handlungsführung und einen einnehmenden Schreibstil ebenso wie durch vielschichtige, interessante Charaktere und die richtige Mischung aus Aktion und Emotion. Eine Leseempfehlung, die zudem erst in einem ebenso mitreißenden Folgeband ihren endgültigen Abschluss findet.
Spurlos von Ashley Elston ist bei mixtvision erschienen.             (fpf)

Rasantes Race über den Regenbogen

marioo

Mario Kart ist ein Nintendo-Klassiker. Der Racer, in dem Spieler in verschiedene Charaktere wie Mario, Luigi oder Yoshi schlüpfen und um die Wette fahren, hat inzwischen viele Ableger bekommen – einer erfolgreicher als der andere. Das aktuellste Mario-Kart-Spiel ist der achte Teil (die GNZ berichtete). Doch einer der am besten ausbalancierten Nintendo-Racer ist deutlich früher, im April 2008, in Deutschland erschienen: Mario Kart Wii (MKW).
Das Game nutzte alle Fähigkeiten der zu dieser Zeit noch neuen Konsole. Es machte Online-Rennen gegeneinander möglich und war mit normalem Controller steuerbar – oder mit der Motion-Plus-Mechanik, durch die per Bewegungen mit der Hand unter anderem Stunts leicht ausführbar waren.
Auch ein Lenkrad war als Steuerungsgelegenheit gegeben. Im Automatik- oder Manuell-Modus hatten Spieler Gelegenheit, die verschiedenen Cups in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu befahren, auch offline, und so immer mehr Motorräder, Autos und Charaktere freizuschalten. Jeder einzelne Fahrer hatte dabei ein anderes Spielgefühl. Verschiedene Werte je nach Gewicht der Charaktere und der Fahrzeuge machten das Spiel taktisch anspruchsvoll.
Wer sich an die Einstellung „Manuell“ wagte, hatte im Gegensatz zur Automatik die Freiheit, um Kurven zu driften und so einen zusätzlichen Geschwindigkeitsschub zu bekommen. Dazu kamen verschiedene Items, die das Spielgeschehen auflockerten. Etwa ein Stern, der den Fahrer für kurze Zeit unbesiegbar machte, oder eine Banane, auf der andere Fahrer – aber auch der Spieler selbst – ausrutschten. Mit dem sogenannten Maxi-Pilz entwickelte sich der eigene Charakter zu einer riesigenForm seiner selbst und überfuhr alle Spieler vor ihm. Besonders gemein:Der blaue Panzer, der den Ersten des Feldes trifft, egal, wie gut er fährt.
Das Spiel überzeugte so sehr, dass sich sogar eine internationale Clan-Szene bildete, die in Gruppen gegeneinander antrat. Immer weitere Abkürzungen wurden bei allen Strecken gefunden, wodurch die Bestzeiten der einzelnen Rundkurse immer wieder unterboten wurden. Das Spiel war ein gefundenes Fressen für jeden, der neben dem Familienspaß auch eine Herausforderung suchte. Auch diverse Glitches fanden schnell ihren Weg in öffentliche Videos, so dass jeder sie sich ansehen, üben und nachmachen konnte, wenn er wollte.Das führte dazu, dass vor allem online ein großes Ungleichgewicht des Könnens herrschte.
Gegen Ende der MKW-Ära und vor Release des Nachfolgers entwickelte die Community noch sogenannte Custom Tracks. Diese Strecken waren selbst erstellt, hatten eigene Musikuntermalungen und teils deutlich härtere Schwierigkeitsgrade. Sogar eigene Spielmodi wurden für diese Kurse entwickelt. Langeweile war da lange Jahre fehl am Platz – und bis heute ist das Spiel im wahrsten Wortsinn der absolute Renner auf Feiern. Online ist es zwar nur noch begrenzt möglich, das mindert aber den Spaß nicht. Wer sich also an der passabel gealterten Wii-Grafik nicht stört und die Konsole noch daheim stehen hat, kann auch heute noch bedenkenlos zugreifen.            (rim)

Der Kampf mit dem eigenen Schatten

persona

Jeder hat ein Geheimnis, das er nicht teilen möchte. Ob er sich dafür schämt oder einfach etwas Dummes getan hat – niemand darf davon erfahren. Das ist die Grundlage für die Geschichte von Persona 4, das inEuropa im März 2009 für die Playstation 2 erschienen ist. Der Protagonist heißt Yu Narukami und redet nicht – der Spieler „spricht“ mit seinenEntscheidungen für ihn.
Er wohnt eine Zeit lang bei seinem Onkel und dessenTochter in einem fiktionalen Dorf auf demLand. In dieser Zeit besucht er auch die dort ansässige Schule. Bereits am erstenTag schließt er Bekanntschaft mit Yosuke, Chie und Yukiko, die im Laufe des Spiels enge Freunde werden. Weitere Charaktere stoßen hinzu – allerdings erst imVerlauf des Spiels. Eines Tages wird eine Leiche in der Stadt gefunden – von einem Telefonmasten hängend. Die Tode häufen sich, die Polizei geht von einemSerienmörder aus – Beweise finden sich allerdings keine. Währenddessen geht im Ort das Gerücht um, dass sich etwas Wundervolles ereignet, wenn einSchüler Nachts in einen ausgeschalteten Fernseher schaut. Dort soll sich der Seelenverwandte des Schülers zeigen. Weit gefehlt, wie Yu schnell feststellt. Er wird beinahe in den Fernseher gezogen – einSchicksal, dass am nächsten Tag ihm und seinenFreunden wiederfährt, die ihm nicht glaubten und es mit eigenen Augen sehen wollten. Angekommen in dieser Fernsehwelt, ohne Ausgang in Sicht, stellt sich schnell heraus, wer der wahre Mörder ist. Oder doch nicht?
Persona 4 ist ein wahres Wunderwerk verschiedener Genres. Hauptsächlich ist es ein japanisch angehauchtes Rollenspiel mit Simulator-Elementen.So muss der Spieler in der Fernsehwelt ums Überleben kämpfen.Dafür stehen ihm„Persona“ zur Seite, die der eigenen Seele entspringen und die dadurch bezwungen werden, dass der Charakter über seinen  Schatten springt und sich seine Schwächen eingesteht. Zumindest ist dies bei den Freunden von Yu so. Er selbst hat die Gabe, über viele Persona gleichzeitig zu verfügen. Warum wird erst ganz amEnde klar – und auch nur, wenn der Spieler das beste Ende erreicht. Auf der anderenSeite müssen Schule, Familie und Freunde unter einen Hut gebracht werden.Je stärker die Bindung zu Freunden, desto stärkere Persona können geformt werden. Durch Jobs verdient der Spieler Geld, um sich für die Dungeons in der Fernsehwelt auszurüsten. Dazu gehören die genretypischen Waffen und Items. Die Kämpfe sind interessant gestaltet und können sowohl von denCharakteren als auch von denPersona bestritten werden. Besondere Spezialattacken, die von allen gemeinsam ausgeführt werden, sind ein echter Hingucker. So auch zwischenzeitliche Szenen, die in kleinen Filmen die Handlung vorantreiben. Ein Spiel, dass viel Spannung verspricht und noch mehr hält – unter anderem hervorragende und teils schockierende Charakterentwicklungen. Das ist, was vor allem an denFernseher fesselt: die Tiefen der Charaktere. Von Stunde zu Stunde ist die Angst vor dem Mörder spürbarer – und die Frage drängt sich auf, ob er vielleicht sogar unter den eigenenFreunden weilt.
Fazit: Sehr empfehlenswert! Zudem gibt es für die Playstation Vita eine überarbeitete Version: „Persona 4 Golden“, die einige Neuerungen bietet und die Geschichte weiterführt.
Für April 2017 ist bereits der Nachfolger angekündigt.           (rim)

Ein Funken Hoffnung

so-fern
Bereits in seinem mehrfach ausgezeichneten Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ schreibt John Boyne über den Krieg – das Schicksal zweier Jungen während Nazidiktatur und Holocaust ist trotz aller Grausamkeit poetisch erzählt und berührt den Leser unmittelbar. Ebendies gelingt ihm auch in „So fern wie nah“, dessen Geschichte zur Zeit des Ersten Weltkriegs angelegt ist. Alfie Summerfield ist fünf Jahre alt, als der Krieg ausbricht. An seinem Geburtstag gibt ihm Vater Georgie das Versprechen, bei der Familie zu bleiben – ein Schwur, den er am nächsten Tag bricht.
Da die Kämpfe nicht, wie von vielen erwartet und erhofft, bereits an Weihnachten beendet sind, beginnt für Alfie und seine Mutter eine schwere Zeit: So klein er auch ist, so sehr fühlt Alfie sich doch dafür verantwortlich, den Vater zu vertreten, und so beginnt er bald sogar, zu arbeiten, um seine Mutter auch finanziell zu unterstützen. Erst vier Jahre erfährt er, dass Georgie Summerfield nach England zurückgekehrt sein soll und in einer Klinik für traumatisierte Soldaten behandelt wird. Für Alfie steht fest, dass er seinen Vater nach Hause holen muss. Doch als er Georgie erstmals wieder gegenüber steht, voller Liebe und Glück, muss er erleben, dass sein eigener Vater ihn scheinbar nicht mehr wiedererkennt. Alfies Geschichte – und auch die seines Vater – ist einfühlsam erzählt und zieht den Leser in ihren Bann. Durch lebhafte und glaubwürdige Schilderungen zeichnet John Boyne ein gut vorstellbares Bild des Krieges und seiner Auswirkungen selbst für jene, die nicht unmittelbar daran beteiligt waren.
Obwohl der Krieg die Handlung dominiert, ist „So fern wie nah“ keine deprimierende Lektüre, sondern zeigt, ohne zu beschönigen, dass sich Hoffnung und Zusammenhalt auch in den scheinbar ausweglosesten Situationen finden lassen. Ein sehr poetischer Roman, der gleichzeitig als Zeitzeugnis gelesen werden kann, das zum Nachdenken anregt.             (fpf)

Biken wie auf der Achterbahn

trails
Schon nach wenigen Metern kommt der Flow. Der Trail, der wie ein offenes Buch vor meinem Vorderrad liegt, trägt seinen Namen: Flowtrail. Steile Rampen, enge Kurven, krasse Steps. Das Mountainbike unter mir treibt mich aber keinen klassischen Downhill runter. Die Bewegungen meines Körpers, der Mechanik des Bikes und der Pfad verschmelzen, bilden eine Einheit. Jeder Kehre, jeder Sprung, jede Seitenverlagerung greifen ineinander. Atmen, lenken, treten, springen – das alles geschieht in einem Fluss. In diesem Flow gibt es nur noch das Hier und Jetzt. Was nun klingt, als wäre ich in den Alpen oder gar in Moab in den USA, der irrt. Dieses einmalige leichte, intensive Gefühl gibt es direkt vor der Haustür. Unter anderem in Bad Orb.
Dort sind seit gut einem Jahr Klaus Bergfeld und zahlreiche ehrenamtliche Helfer dabei, die Tracks zu entwickeln. Professionelle Hilfe bekommen sie dabei vom Landschaftsgestalter und Bike-Lehrer Alexander Gaul. Mit Kennerblicken ziehen sie die Lines durch den Spessart. Zwar geben die Hänge des Spessarts die Spur hauptsächlich vor, aber auch einige North-Shore-Elemente und gebaute Drops kommen zum Einsatz. Das Flowtrail-Curven soll dabei krasse Action mit bewusstem Naturerlebnis verbinden. Denn darum soll es gehen: Hintern hoch, runter von der Couch und rein in den Wald. Dass dabei durchaus auch Matsch spritzt, gehört dazu. Denn sauber bleibt man an der Playstation, aber definitiv nicht auf dem Enduro-Bike.
Dabei ist das Flowtrail-Reiten nicht nur für exzellente Biker mit verdammt teuren Bikes interessant. Zum einen gibt es fast an jeder kniffligen Stelle „Chicken Trails“, also Umfahrungen für jeden, der sich doch nicht traut, die North-Shore zu fahren oder über den Wassergraben zu springen. Und auch diese Weichei-Pfade sind so in die Touren eingebaut, dass nach der zweiten oder dritten Runde dieses einmalige, flowige Feeling aufkommt, dass es sonst vielleicht nur auf deiner Lieblingsachterbahn gibt: Der Magen hebt und senkt sich, der Fahrtwind peitscht ins Gesicht, die Landschaft fliegt links und rechts vorbei. Der Adrenalinkick gehört natürlich auch dazu. Denn ungefährlich ist das Ganze nicht. Der Kick und der Flow aber sind das alles wert.
Das spüren auch die Jugendlichen der Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco Sannerz. Denn sie bauen einen der drei Trails bei Bad Orb. Inzwischen sind aus ihnen schon richtige Flowtrail-Enthusiasten geworden. Die Jumps und Steilkurven treiben ihnen keine Schweißperlen mehr auf die Stirn – dafür aber ein fettes Grinsen ins Gesicht. Denn die Schwerkraft, die Energie und – klar – den Flow am ganzen Körper zu spüren ist was ganz anderes, als nur die Daumen am Gamepad zu bewegen.
Dass auf der Abfahrt aber alles so sicher wie möglich zugeht – das Grinsen soll nicht durch Schrammen ersetzt werden – unterliegt der Streckenplan festen Regeln. Dass diese auch in Bad Orb gelten, dafür soll die DIMB, die Deutsche Initiative Mountainbike, sorgen. Sie haben schon viele Flowtrails zertifiziert und ihnen damit sozusagen das Gütesiegel aufgedrückt.
Wer sich unsicher ist, was er schaffen kann, dem helfen farbige Kennzeichnungen. Genau wie beim Skifahren sind blaue Pisten die leichtesten. Dann folgen rot und schwarz. Tiefdunkle Flowtrails wird es in Bad Orb vorerst nicht geben. Die sind ohnehin nur für echte Endurobiker mit entsprechenden Protektoren geeignet. Aber auch auf den roten und selbst auf den blauen Trails kommt eine Menge Spaß auf.
Im Moment – der Blick durchs Fenster zeigt es – ist nicht gerade Flowtrail-Wetter. Das Biken auf den butterweichen Pfaden ist aber enorm anstrengend. Daher sind die echten Flowrider im Moment auf den Waldwegen unterwegs – ob auf dem Bike oder zu Fuß. Denn jetzt gilt es, die Grundlagen für die neue Saison zu legen. Ausdauer, Ballance und Schwindelfreiheit sind wichtig. Dass die Show, deren Protagonist jeder Biker für sich ist, das fette Grinsen zaubern kann, das zu jeder Flowtrailtour dazu gehört.     (küm)

Auf der Jagd nach Abenteuern

mitsu

Wer Action, Spannung und eine Herausforderung sucht, ist mit der Monster-Hunter-Reihe jederzeit gut bedient. Im neuesten Teil, Monster Hunter Generations, wandelt der Spieler auf den Spuren der Vergangenheit. Das Spiel ist eine Reminiszenz an die vergangenen zehn Jahre der Serie – und kommt dennoch mit vielen Neuerungen daher.
Das Action-RPG von Entwickler Capcom ist für den Nintendo 3DS erschienen – wie bereits der Vorgänger Monster Hunter 4 Ultimate. Für viele Spieler stand lange nicht fest, ob es in Europa herauskommen würde – knapp ein Dreivierteljahr nach Erscheinen in Japan kam das Game dann doch noch in den Westen. Während sich viele freuten gab es auch andere Stimmen, die sich einen Monster-Hunter-Teil für die große Konsole wünschten – ähnlich wie Monster Hunter 3 Ultimate, welches für Nintendos WiiU herauskam. Die kritischen Stimmen allerdings verstummten schnell – und das nicht nur wegen eines eventuellen Monster-Hunter-Spiels für Nintendos angekündigte Heimkonsole „Switch“.
Aber erstmal alles auf Anfang. Ein Satz, der wörtlich zu nehmen ist: Wer zum ersten Mal ein Monster Hunter in der Hand hat, der ist wirklich Anfänger. Besonders, da es keine Spielanleitung gibt. Es gibt nichts außer dem eigens erstellten Jäger und unzählige verschiedene Waffenarten zur Auswahl. Wer gern mit einem schwerfälligen aber durchschlagkräftigen Hammer auf gigantische Monster einhauen möchte findet ebenso was er sucht, wie jemand, der lieber grazil mit Doppelklingen durch die Meute zu schnetzeln gedenkt. Jede Waffenart hat ihre eigenen spezifischen Angriffe, Abfolgen, Eigenarten und der Spieler kann sowohl online mit bis zu vier Leuten als auf offline in einer kleinen Story zocken. Dabei macht vor allem der Multiplayer den Charme des Spiels aus – genauso wie das allgegenwärtige Sammeln von Monster-Teilen, mit denen neue Waffen oder Rüstungen hergestellt werden. Mit zunehmender Erfahrung werden diese immer stärker – und die dafür benötigten Items immer seltener. Das war schon immer so – doch mit Generations kommen zudem noch vier neue Kampfstile hinzu. Jeder der vier Stile – namentlich Schlägerstil, Luftkampfstil, Konterstil und Gildenstil – hat eigene Spezialattacken und eigene Bewegungsabläufe. Während der Konterstil eher für Veteranen gedacht ist, die mithilfe ihrer Positionierung im richtigen Moment ausweichen, um zu kontern, ist der Gildenstil die gewohnte Art zu spielen – versehen mit Spezialtechniken. Der Schlägerstil hat eine vereinfachte Steuerung und Zugriff auf drei Spezialangriffe – was er mit verschiedenen Angriffsarten bezahlt, die fehlen. Mit dem Luftspiel sind Jäger in der Lage, von anderen Spielern und Monstern abzuspringen und so von oben anzugreifen. Regelmäßige zusätzliche Inhalte, neue Monster wie der beliebte Mitsuzune und neue Inhalte für Liebhaber der Katzen, die den Jäger begleiten, sorgen dafür, dass sich das Spiel komplett neu anfühlt. Kombiniert mit altbekannten Schauplätzen und Charakteren hat das Spiel eine ganz eigene Atmosphäre – und mausert sich so zu einem absolut spielenswerten Game auch für Neueinsteiger.
Zudem ist erst vor Kurzem eine Fortführung des Spiels mit neuem Schwierigkeitsgrad und neuen Monstern angekündigt worden, die in Japan am 18. März 2017 herauskommen soll. Wann sie im Westen aufschlägt ist noch nicht bekannt.

Virtual Reality

Wer wünscht sich nicht, einmal durch phantasievolle Welten zu gehen und mit eigenen Augen Feen, Trolle und unglaubliche Landschaftsformationen zu sehen? Virtual Reality (VR) machts möglich. Die virtuelle Realität ist nicht nur im Bereich Spiele angesiedelt. Flugsimulatoren helfen Piloten auszubilden, der therapeutische Einsatz wird untersucht und auch in der Planung vonlandschaftsveränderungen ist VR ein oft gesehenes Werkzeug. Im Bereich Gaming hat VR eine besondere Stellung. Verschiedene Entwickler versuchen sich daran, zum Beispiel per VR-Brille, die Wirklichkeit und ihre physikalischen Eigenschaften in einer inEchtzeit computergenerierten, interaktiven Umgebung darzustellen. So soll es gelingen, den Spieler – gefühlt – in eine völlig neue Welt zu entführen. Beispiele sind hier Occulus Rift, HTC Vive oder PlaystationVR. In verschiedenen Games kann der Spieler hier auf den Fersen vonDinosauriern wandeln, den höchsten Berg besteigen, als Held das Heimatland vor Bösem retten oder in einer riesigen fliegenden Festung über den Wolken leben. Gesteuert werden die Spiele unter anderem mit eigenen Bewegungen oder klassisch mit dem Controller. Problem bei dieser Variante: Während dem Spieler vorgegaukelt wird, er würde selbst gehen und erleben, sitzt er in seinem Stuhl. Eine komplizierte Geschichte für unser Gehirn, die zuweilen für Übelkeit sorgen kann – besser bekannt unter dem Terminus „Motion Sickness“. Eine Lösung für das Problem steht noch aus. Was haltet ihr von der Entwicklung der virtuellenRealität? Sagt uns eure Meinung auf Twitter unter twitter.com/Gen__Z.

Pokemon Go – ein alter Hut?

pokemon Erinnert ihr euch noch? Vor nicht allzu langer Zeit sind in Städten und auf dem Land alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam auf die Straße gegangen. Nicht um zu protestieren – nein. Das Ziel hieß Pokemon Go! Davon ist nicht mehr viel zu sehen. Nach dem rasanten Aufstieg der App sind nur noch die absoluten Liebhaber des Spiels mit ihrem Handy unterwegs, um die kleinen beliebten Monster zu fangen. Im August hat das Spiel 12 Millionen User verloren, Mitte Juli zählte die App noch 45 Millionen tägliche Spieler weltweit. Die Nachrichtenagentur Bloomberg (https://goo.gl/VouI2F) zeigt basierend auf Daten der Marktforscher Sensor Tower, Survey Monkey und Apptopia auf, dass die Statistiken zum Spiel nicht besonders positiv sind. Investierte Zeit und Downloadzahlen sind drastisch gesunken, nur hier und dort werden noch skurile Geschehnisse rund um die App berichtet. So zog ein Vorort von DenHaag gegen die Entwickler des Spiels vor Gericht, um zu verhindert, dass täglich hunderte Pokemon Go-Spieler durch geschützte Dünengebiete marschieren. Dass das Spiel seltsame Ausprägungen annehmen kann, zeigt auch eine Geschichte aus Plymouth in England. Dort befindet sich ein Pokemon Gym, in dem die  Monster trainiert werden können, mitten in einem Sexshop.  Nun interessiert das aber immer weniger Spieler. Auch der Verkaufsstart der Fanghilfe „PokemonGo Plus“ hilft nur wenig dabei, dem Abwertstrend die Stirn zu bieten. Woran könnte der Rückgang des Interesses an PokemonGo liegen? Darüber könnt ihr auf Twitter unter http://www.twitter.com/Gen__Z diskutieren.

Mit Assassin’s Creed durch die Epochen

protagonisten-von-links-altair-connor-kenway-ezio-di-auditore-jacob-frye-arno-dorian-edward-kenwayAm 21. Dezember diesen Jahres läuft Assassin‘s Creed in den deutschen Kinos an. Der Film mit Michael Fasssbender in der Hauptrolle basiert auf einer Videospielreihe, die ihren Anfang im Jahr 2007 nahm. Am 14. November erschien in den USA das Spiel Assassin‘s Creed. Darin schlüpft der Spieler in die Rolle von Desmond Miles. Der Barkeeper ist von der Firma Abstergo Industries, welche von Templern geleitet wird, entführt worden. Seitdem wird er gezwungen eine Maschine namens Animus zu nutzen. Mit Hilfe dieser Maschine ist es ihm möglich die Erinnerungen seines Vorfahren zu erleben. Desmond wird also in die Erinnerung seines Ahnen Altaïr Ibn-La‘Ahad geschickt, der im Heiligen Land zur Zeit des Dritten Kreuzzuges, 1191, lebte. Er gehört der Gruppierung der Assassinen an und hat zur Aufgabe, die Templer, den Erzfeind der Assassinen, zu besiegen. Im Laufe der Reihe schlüpft der Spieler immer wieder in unterschiedliche Rollen und Epochen. Anfangs ist noch Desmond der Protagonist. Er schlüpft nach Altaïr in Assassin´s Creed II (2009) in  die Haut von Ezio di Auditore da Firenze, der zur Zeit der Renaissance in Italien lebt. Sein großer Rivale ist Rodrigo Borgia, der später sogar Papst wird. Nachdem die Geschichte um Ezio und Desmond nach Assassin‘s Creed: Brotherhood (2010) und Assassin‘s Creed: Revalations (2011) auserzählt war, schlugen die Entwickler einen neuen Weg ein. Die Zeit in der modernen Welt rückte immer mehr in den Hintergrund und der Fokus lag fast ausschließlich auf den unterschiedlichen Zeitepochen. Mit Assassin‘s Creed III (2012) ging es in die Unabhängigkeitskriege in Nord-Amerika.  Connor Kenway heißt der Halb-Indianer, den der Spieler auf seinem Weg im Kampf für die Freiheit begleitet. Assassin‘s Creed IV: Black Flag (2013) präsentiert das große Piratenzeitalter in der Karibik im 18. Jahrhundert.  Edward Kenway ist Pirat und zu Beginn kein Assassine, jedoch merkt er bald, dass er daraus persönliche Vorteile erlangen kann. Zudem stellt sich später heraus, dass es sich bei ihm um Connors Großvater handelt.
Der fünfte Teil der Reihe trug den Namen Assassin‘s Creed: Unity (2014) und führte den Spieler nach Paris in der Zeit der französischen Revolution. Arno Dorian versucht hier die Ermordung seines Vaters durch die Templer aufzuklären und tritt dafür dem Rat der Assassinen bei.
Der aktuellste Teil heißt Assassin‘s Creed: Syndicate (2015) und erzählt die Geschichte von Jacob und Evie Frye, Zwillingen und Assassinen, die zur Zeit der Industrialisierung in London aktiv versuchen die Templer dort zu entmachten. Als Spieler der Reihe gibt es viel zu entdecken. Nicht nur wird von Ubisoft immer versucht den Geist und die Atmosphäre der jeweiligen Zeit einzufangen. Auch historisch bemüht sich der Entwickler immer möglichst korrekt zu bleiben. So sind die Menschen, auf die die Hauptfigur während der Reise gezwungen ist Attentate zu verüben, wirklich zu dem Zeitpunkt verstorben, an dem der Hauptcharakter sie tötet. Um das Gefühl richtig zu vermitteln, werden oft historische Figuren in die Spiele eingebaut. So trift der Spieler König Löwenherz, Leonardo Da Vinci, George Washington, Edward „Blackbeard“ Teach, Napoleon Bonaparte oder Queen Victoria. Dadurch ergibt sich ein direkter Bezug zu der Geschichte, die vermittelt wird. Auch das Handeln, Klettern, Täuschen und Tarnen sind elementarer Bestandteil der Reihe. Die wirklichen Feinheiten des Spiels sind erst erfassbar, wenn der Spieler nicht einfach eine Veranstaltung stürmt und sämtliche Anwesenden tötet. Assassin‘s Creed und alle Hauptspiele wurden für PC, Playstation 3 und Xbox 360 veröffentlicht. Seit Assassin‘s Creed IV: Black Flag erscheinen die Spiele zusätzlich noch für Playstation 4 und Xbox One. Ubisoft plant zudem, die Ezio-Trilogie (Assassin‘s Creed II, Assassin‘s Creed: Brotherhood und Assassin‘s Creed: Revalations) in einer Remastert-Edition für Playstation 4 und Xbox One unter dem Titel „Assassin‘s Creed: The Ezio Collection“ am 17. November erneut zu veröffentlichen. Der Film, der im Dezember ins Kino kommt, behandelt keine Geschichte, die schon so in den Spielen vorkam.  Michael Fassbender verkörpert hier Callum Lynch, einen zum Tode verurteilten Mörder, der sich für Experimente zur Verfügung stellt. Hier wird Lynch mit dem Animus konfrontiert und schlüpft in die Erinnerungen seines Vorfahren Aguilar de Nerha, der im 15. Jahrhundert in Spanien lebte; zur Zeit der Spanischen Inquisition.

 

Gametipp „No Man’s Sky“

Unendliche Weiten – wer hat nicht beim Schmökern in Epen wie Star Wars oder Star Trek davon geträumt? Fremde Planeten erkunden, neue Spezies entdecken, all das will das Studio „Hello Games“  mit „No Man‘s Sky“ bieten. Bekannt ist das Studio durch die Computerspielreihe „Joe Danger“, bei der es sich um einen Side-Scroller mit Jump-‘n‘-Run- und Rennspiel-Elementen handelt.
Durch eine sogenannte prozedurale Programmierung ist es dem Spieler von „No Man‘s Sky“ möglich, insgesamt ungefähr 18 Trillionen unterschiedliche Planeten zu erkunden. Jeder Planet hat seine eigene Flora, Fauna und Geografie. Entdeckt ein Spieler einen neuen Planeten, so darf er diesem sogar einen Namen geben. Angelegt ist das Erlebnis als Action-Adventure- und Survival-Game. Man kann die Landschaft kennenlernen oder mit den unterschiedlichen Alienrassen kommunizieren. Offiziell soll das Ziel des Spieles sein, das Zentrum des Universums zu erreichen. Abseits davon steht es dem Spieler jedoch frei, wie er sich verhält. Ob er nun als Forscher neue Planeten kennenlernt, als Händler Stoffe sammelt, die er dann verkauft, oder ob er als Pirat andere Schiffe überfällt, bleibt ihm selbst überlassen. Sollte man auf einem Planeten zu viel Schaden anrichten, indem man etwa zu viele Tiere tötet, kommen Drohnen, die den Spieler bekämpfen. Die Intensität dieser Verfolgung soll sich nach der Aufmerksamkeit richten, die die Taten des Spielers auf sich ziehen. Das stetig ansteigende Fahndungslevel wird gern mit dem von „Grand Theft Auto“ verglichen. Das Spiel erschien am 10. August für die Playstation 4 und kostet rund 60 Euro.                  (jmg)

No Man's Sky
No Man’s Sky