„Ich bin eine Rampensau“

caraschmitt

Biebergemünd-Wirtheim (jg). „Irgendetwas mit Medien“ – diesen Zukunftsgedanken haben viele, wenn sie am Ende ihrer Schullaufbahn angekommen sind. Cara Schmitt ist auf dem Weg, ihren Traum zu verwirklichen und will mit der Musik ihre Berufung zum Beruf machen. Die 20-jährige Wirtheimerin organisiert nun sogar eine  Charity-Veranstaltung in Neu-Isenburg kommt ihrem Traum von der ganz großen Bühne immer näher.

„Wenn ich etwas erarbeite, muss das Resultat für mich am Ende greifbar sein“, sagt Cara Schmitt. Nach ihrer an der Alteburg-Schule in Kassel abgeschlossenen mittleren Reife versucht sie sich zunächst am Wirtschaftsgymnasium. Aber schnell merkt sie, dass „die Lernerei“ nicht zu ihr passt. „Ich bin ein Macher-Typ.“
Dass sie in einer musikalischen Familie aufgewachsen ist, gibt ihr die Möglichkeit, ihren „Drang zum Machen“ zu entfalten. Cara macht Musik, seit sie sprechen und laufen kann. Mit ihrem Vater Harald Schmitt spielt und komponiert sie bereits im Kindesalter Lieder.  Während der Grundschulzeit beginnt sie, Gitarre zu spielen, wird rund acht Jahre unterrichtet. „Irgendwann wurde mir der klassische Gitarrenunterricht zu fad.“
2010 steigt sie in die Wirtheimer Band „Kerngesund“ als Sängerin ein, in der auch ihre beiden jüngeren Brüder Bass und Schlagzeug spielen. Sie entschließt sich, mehr mit ihrer Stimme zu arbeiten, und nimmt 2012 Gesangsunterricht. „Es ist unfassbar interessant, wie sich eine Stimme verändern kann“, sagt die Vollblutmusikerin begeistert. Wegen ihrer Ausbildung musste sie das zeitaufwändige Hobby aufgeben, singt aber noch im Wirtheimer Chor. „Ich bin mit dem Gedanken, meine Stimme sozusagen einfach etwas fit zu halten, hingegangen und habe sofort das erste Solo aufgedrückt bekommen“, erinnert sie sich zurück.
Sie träumt von der ganz großen Bühne. Um ihrem Traum  näherzukommen, will Cara ihre Stimme unter Beweis stellen. Erst ist es nur eine Witzelei mit Freunden, dann fährt sie 2011 mit einem Freund und ihrer pinken Gitarre zum Casting für „Deutschland sucht den Superstar“ nach Frankfurt, wartet sieben Stunden vor dem großen Casting-Truck  – und lässt es am Ende dann doch sein. Sie probiert es noch einmal bei „The Voice of Germany“. Durch den enormen Zuspruch von Freunden und Familie nimmt sie all ihren Mut zusammen. „Ich hatte 30 Sekunden, um mein Bestes zu geben.“ Gereicht hat es leider trotzdem nicht. „Es war interessant, die Casting-Welt einmal kennenzulernen. Ich würde mich aber nicht noch einmal bewerben.“
Durch ihren Vater, der im Künstlerpool einer Agentur als Musiker eingeschrieben ist, entdeckt sie den Beruf der Veranstaltungskauffrau. Sie bewirbt sich für August 2013 bei einer Agentur in Neu-Isenburg und fühlt sich direkt zuhause: „Wir sind zwar nur sieben Leute, aber genau diese familiäre Atmosphäre macht es aus.“
Neben dem Betrieb besucht sie die Veranstaltungsklasse der Stauffenbergschule in Frankfurt-Bornheim. Im November stehen die schriftlichen Prüfungen an, im Februar nächsten Jahres folgt die mündliche. Durch ihre Ausbildung nimmt Cara die Möglichkeit wahr, Bühnenluft einmal von der anderen Seite des Vorhangs zu schnuppern. Sie erzählt Backstage-Geschichten von namenhaften Bands, die sie um wenige Sekunden verpasst hat, und von Rocklegenden, die Burger vom Schnellrestaurant um die Ecke bestellen. Sie sieht die ganz großen Bühnen, arbeitet zum Beispiel bei  „Rock am Ring“: „Die Ausbildung hat mich zu einem selbstbewussteren Menschen gemacht. Ich gebe weniger darauf, was andere denken. Ich bin einfach eine Rampensau! Auf die großen Bühnen – da will ich hin!“
Eine eigene Bühne auf dem Open-Doors-Festival 2014 in Neu-Isenburg zu managen war bisher ihre größte Aufgabe. „Positive Resonanz und Lob haben mir gezeigt, dass das, was ich tue, genau das richtige ist.“ Die Verbindung zum Open-Doors-Festival bietet ihr die Möglichkeit, an die Projektarbeit ihrer Berufsschulklasse anzuknüpfen. So stellt Cara am 17. und 18. Juli mit ihren Schulkollegen für das Festival in Neu-Isenburg etwas ganz Eigenes auf die Beine. Lernende Eventtechniker, Hotelfachangestellte und Veranstaltungskauffrauen wie Cara  kommen zusammen und geben ihre Kenntnisse in einen großen Topf. „Mit meinem bisherigen Halbwissen bin ich selbst schon ein alter Hase in meiner Sparte. Das möchte ich weitertragen und anderen dadurch etwas beibringen“, sagt Cara. Eine Non-Profit-Veranstaltung namens „Summerbeats for Charity“ ist das Ziel, deren Einnahmen am Ende unter anderem der Kinderhilfestifung zugute kommen. Am Ende hält Cara Schmitt sozusagen ihr eigenes Ding in den Händen. Und vielleicht schafft sie es mit ihrer pinken Gitarre irgendwann einmal vom Backstage-Bereich selbst auf die ganz große Bühne.

Advertisements

Was ist Eure Meinung dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s