Lifestyle-Seite ebnete den Weg in zwei Jobs

Maryanto-Fischer-Pilot-Hamburg

Main-Kinzig-Kreis/ Hamburg (tmb). Maryanto Fischer ist ein erfolgreicher Journalist. Zurzeit arbeitet er für  TV Movie online). Seine Karriere als Profi-Schreiber begann der gebürtige Großkrotzenburger und Wahl-Hamburger bei einer Lokalzeitung – und als Blogger. Sein Life-style-Blog BradSticks.com machte den 34-Jährigen schließlich zum Schriftsteller.

Es war Weihnachten 2010, als Maryanto sich entschied, zu bloggen. „Ich hatte mich von meinem damaligen Freund getrennt und hatte plötzlich so viel Zeit. Ich brauchte ein neues Hobby. Da ich damals gerade dabei war, mein Profil als Journalist von Print in Richtung online zu erweitern, dachte ich, dass ein Blog da doppelt sinnvoll wäre.“
Nach langer Konzeption war BradSticks.com am 29. April 2011 online. Das Thema seines Blogs ist alles andere als konservativ. „Ich war gerade 30, hatte unendlich viele Schuhe und schon immer Affären mit freakigen bis Traumtypen gehabt, außerdem ein ziemlich zügelloses Leben mit viel Clubs, Bars und Cosmopolitans. Ein ‚Sex and the City‘-Blog schien unvermeidbar – ‚in schwul‘ gab es das noch nicht.“
Maryanto wollte eine Plattform, auf der er schreiben konnte, was und wie er wollte – von den Themen bis zum Stil. „Dass andere angefangen haben, das zu lesen, überraschte mich selbst. Im Grunde hat mir der Blog den Weg in zwei Jobs geebnet, für die ich ohne nicht angefragt worden wäre. Ich schreibe für mich selbst, unterhalte dabei andere, gerade weil das Thema Beziehungen jeden catcht, aber ganz ‚umsonst‘ war es nicht.“
Rückmeldungen bekommt Maryanto nicht nur online, sondern  gelegentlich auch im realen Leben von Fremden. Auch weniger schöne Erfahrungen gehören dazu. „Ich hatte schon böse Kommentare wie ‚Schwule sollte man vergasen‘ oder so. Als Journalist bin ich von Blut aus Gegner der Zensur – in diesem Fall habe ich sie gelöscht. Wer in die Öffentlichkeit geht, muss immer damit rechnen, dass nicht alle gut finden, was du machst. Anfangs fand ich es hart, ‚gehatet‘ zu werden. Letztendlich lernte ich, damit klarzukommen – und wertete ‚Hater‘  als Zeichen für Relevanz und Reichweite.“
Weil er derzeit beruflich stark eingespannt ist, fällt es Maryanto schwer, mit seinem Blog am Ball zu bleiben. Aber Druck verspürt er nicht – immerhin muss er mit BradSticks keinGeld verdienen. Das will er auch gar nicht: „Mein Blog war immer als Hobby jenseits von Zwängen angelegt. Ich verdiene zwar Geld damit, aber ich würde meine Existenz nicht auf ihm aufbauen wollen.“
Probleme wegen seiner frechen Texte hat er noch nie bekommen. „Ich glaube, du siehst im Internet schlimmere Dinge als Texte auf meinem Blog.  Ich meine, dass man sogar über ‚schmutzige‘ Themen stilvoll schreiben kann. Ich kann das. Von daher schäme ich mich nicht für meine Texte.“ Der Wahl-Hamburger findet, dass ein Blog für Journalisten heutzutage Pflicht ist. „Er ist deine ständige Arbeitsreferenz – was das Schreiben, auch was den Umgang mit Content-Management-Systemen und Social Media betrifft. Dass ich ‚Kann ich Pflaster für mein Handy‘ für die S. Fischer Verlage schreiben durfte, hat sicherlich auch etwas damit zu tun, dass man auf meinem Blog sehen kann, dass ich unterhaltsam schreibe.“
Beim Schreiben trennt Maryanto nicht zwischen bloggen, journalistisch schreiben oder Romane schreiben: „Ich war schon immer Schreiber. Und alle diese drei Aspekte meiner Arbeit sind Facetten dieses Schreibens.“ Da er inzwischen in einer Führungsposition arbeitet, schreibt er selbst beruflich nicht mehr so viel wie früher. „Der Blog kompensiert dann immer wieder den Drang, selbst Geschichten zu erzählen, sie nicht nur zu beauftragen.“
Ob er wohl in zehn Jahren immer noch bloggen wird?  „Ich werde schreiben“, sagt Maryanto. „Wie das in zehn Jahren aussehen wird, weiß ich noch nicht. Dafür ist der technische Fortschritt zu rasant und unberechenbar.“

Hier geht es zu Maryantos Blog!

Advertisements

Was ist Eure Meinung dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s