Was zum Geier sind eigentlich … Pocket Letters?

Zur Verfügung gestellt von Verena Schneider.
Zur Verfügung gestellt von Verena Scheider.

Main-Kinzig-Kreis (fpf). Für die Sammelkarten gibt es durchsichtige Hüllen mit neun Kartentaschen im Din-A4-Format – diese kombiniert mit Scrapbooking  – dem Verschönern beispielsweise von Fotocollagen mit Aufklebern, Stempeln, Motivpapier oder anderen Applikationen – ergibt das womöglich bald ebenso populären Hobby des Austauschs von Pocket Letters, das derzeit aus Kalifornien nach Deutschland schwappt.

Gedacht ist es als kreativer und individueller Weg der Brieffreundschaft, bei dem nicht einfach beschriebenes Papier, sondern kleine Kunstwerke hin- und hergeschickt werden. Alles beginnt mit der Sammelhülle mit neun Fächern, die der Sender des  Pocket Letters mit ebenso vielen selbstgebastelten Kärtchen bestückt. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt – ein zurechtgeschnittener, womöglich schon mit Motiven bedruckter Karton kann mit Stempeln, Stickern, Washi Tape, Glitzersteinchen oder einfach mit Farbstiften beklebt, bemalt und in jeder erdenklichen Weise aufgehübscht werden, und oft gestalten die Bastler die Kärtchen so, dass sie sowohl einzeln für sich als auch zusammengenommen mit den übrigen acht Karten ein Gesamtkunstwerk ergeben.
Das klingt bereits nett, doch die  Überraschung wartet auf der Rückseite – denn hinter den Kärtchen versteckt der Sender kleine Aufmerksamkeiten, sogenannte Goodies. Auch hier ist Einfallsreichtum gefragt: vom Teebeutel über kleine Haarklemmen, Gummibärchenpäckchen oder auch Fotos bis hin zum Kaugummistreifen ist alles möglich. In eines der Fächer gehört ein zusammengefalteter Brief,  der den Pocket Letters ihren Namen gibt. Ist das Gesamtkunstwerk fertig, wird die Sammelfolie gefaltet und passt problemlos in einen Briefumschlag, und sofern das Innere nicht allzu schwergewichtig ist, macht es sich für 1,45 Euro per Post auf den Weg zum Empfänger.
Natürlich kann man sich mit bestehenden Brieffreunden zum gegenseitigen Verschicken verabreden. Inzwischen gibt es jedoch auch eine offizielle Homepage – pocketletterpals.com –, auf der Tauschwillige Gleichgesinnte aus aller Welt finden, um sich gegenseitige mit den Kunstwerken eine Freude zu machen. Die erhaltenen Pocket Letters werden ordentlich in Ordnern gesammelt und in Blogs zur Schau gestellt. Wem die Ideen ausgehen, der kann sich auch in Tutorials auf YouTube und anderswo Anregungen holen.
Die Mühe und der zeitliche Aufwand, den viele Bastler in die Anfertigung ihrer Pocket Letters stecken, sind beeindruckend. Einen solchen Brief in der Post zu finden, ist etwas Besonderes, wobei das Befüllen der Pocket Letter bei übermäßigem Engagement auch ins Geld gehen kann. Doch die Pocket Letters sollen auch etwas bewirken: Laut den  Initiatoren sollen sie nicht weniger als eine Revolution der Schneckenpost und eine Gegenbewegung zur schnell in die Tasten gehauenen, oft wenig individuellen Mail sein.

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