Fotos von Dosenkunst

Wächtersbach (tmb). Das Blog-Thema des Wächtersbachers Jörg Rudolph ist bunt: Der 46-jährige Sozialarbeiter befasst sich mit „Dosenkunst“, also Graffiti und Streetwork aus dem Main-Kinzig-Kreis, aber auch darüber hinaus. Graffiti Gelnhausen Hall of fame

Den Dosenkunst-Blog gibt es seit Juli 2010. „Mein erster Ausflug in die virtuelle Welt war eine eigene kleine Homepage, auf der ich Bilder von meinen Reisen gezeigt habe“, erinnert sich der Wächtersbacher. Als es dann mit Web 2.0 losging, habe ich schnell gemerkt, dass es für Inhalte, die ich regelmäßig zeigen möchte, viel einfachere Möglichkeiten gibt, und habe den Blog begonnen.“ In den ersten Jahren nloggte Jörg Rudooplh noch unregelmäßig, seit zwei Jahren ist er regelmäßig dabei.
Jörg Rudolph fotografiert seit Kindertagen. „Meine Eltern haben immer viel fotografiert, und als ich dann alt genug war, bekam ich eine alte Kamera und einen Schwarz-Weiß Film in die Hand gedrückt. Fotografiert habe ich damals alle möglichen Tiere, die mir vor die Linse kamen.“ Die Bilder gibt es heute noch, auch in digitaler Form. Fotografieren habe für ihn schon damals bedeutet, die Welt aus einer neuen Perspektive kennen zu lernen, sich genauer mit seiner Umwelt auseinander zu setzten, das „Schöne“ zu suchen und festzuhalten. „Das motiviert mich bis heute.“
Zu seinem Schwerpunkt-Thema kam der Fotograf auf ungewöhnliche Weise, denn er selbst kommt nicht aus dieser „Graffiti-Welt“. „Als ich im Rahmen meines Jobs in einem Jugendzentrum in Wiesbaden erstmalig 2000 das damals legendäre Graffiti-Festival Wallstreetmeeting besucht habe, hat mich die Leidenschaft erwischt. Seitdem fotografiere ich regelmäßig in Wiesbaden, mittlerweile auch in anderen Städten, und seitdem ich in Wächtersbach wohne und in Wiesbaden arbeite ist der komplett Arbeitsweg – quer durchs Main-Kinzig-Rhein-Main-Gebiet – mein Betätigungsfeld. Außerdem ist es meiner Meinung nach gut für einen Blog, ein bestimmtes Thema zu verfolgen und das dann gut zu machen.“
Reisen sind ebenfalls ein zentrales Thema für ihn. „Gereist bin ich schon immer, egal ob Deutschland, Europa oder der Rest der Welt. Vor meinem Studium hatte ich das große Glück, Leute zu kennen, die genauso gerne Reisen wie ich.“ So absolvierte er auch längere Trips nach Asien oder Südamerika. „Und dann hat mich das Fieber gepackt und bis heute nicht mehr los gelassen“m sagt der Wächtersbacher, der gerade war ich mit seiner Familie vier Wochen im Nord-Westen der USA unterwegs war.dosenkunst_Joerg_Rudolph_Portrait
Als Reise- oder Urlaubsfotograf betrachtet er sich jedoch nicht. „Ich fotografiere eigentlich immer und überall, meine Kamera ist immer in der Tasche. Auf Reisen dann halt auch.“ Auf seinem Blog zeigt er in jüngster Zeit neben den Graffiti und Streetart Bildern auch immer wieder Fotos von seinen Reisen. Der Blog habe sich von einer Seite, die Kunst im öffentlichen Raum zeigen will, zu einem etwas persönlicheren oder breiterem Spektrum der Fotografie entwickelt. „Ist man regelmäßig mit seinem Blog beschäftigt, stellt man schnell fest, dass die Veröffentlichung der Inhalte nur ein Teil der Blogging-Erfahrung ausmacht. Hinzu kommt der Austausch mit den Lesern in den Kommentaren, aus denen sich auch persönliche Treffen oder sowas wie Freundschaften entwickeln können. Eine Seite des bloggens, die Nicht-Blogger nicht nachvollziehen können und deswegen manchmal verständnislos schauen, wenn man erzählt was man da wieder gemacht hat.“
Sein Thema ist allerdings in der Bloggerwelt eher etwas Spezielles. „Um andere Graffiti-Blogger zu treffen, muss er etwas weiter fahren. Das ist bei Reise-, Koch- oder DIY-Themen einfacher.“ Vor zwei Jahren hat die Schirn-Kunsthalle in Frankfurt verschiedene Graffiti-Künstler aus Südamerika eingeladen, um in Frankfurt zu malen. „Die haben damals deutschlandweit aktive Graffiti-Blogger eingeladen und eine spezielle Blogger-Presse-Führung gemacht. Das war eine tolle Veranstaltung, wir wurden mit Fahrrad-Rikschas zu den verschiedenen Wänden in Frankfurt gefahren und hatten auch Gelegenheit, die Künstler kennen zu lernen.“ Außerdem gibt es natürlich Graffiti-Festivals oder feste Orte zum Beispiel in Frankfurt, wo er immer wieder andere Graffiti-Fotografen trifft.
Den Künstlern Herakut widmet Jörg Rudolph besonders viel Platz auf seinem Blog. „Die beiden haben mich mit ihren Motiven in den ersten Jahren besonders intensiv begleitet. Hera kommt ja aus Frankfurt und die Beiden haben vor allem in Bad Vilbel in den letzten Jahren viel gemalt. Mir gefällt ihr ungewöhnlicher Stil aus Fo torealismus und grobem drum herum. Mittlerweile sind die beiden ja sowas wie Weltstars, haben ihre eigenen Bücher veröffentlicht und malen auf der ganzen Welt.“
Lieblingsfotos aus dem Main-Kinzig-Kreis hat er ebenfalls: „Seitdem es am Bahnhof in Gelnhausen die legale Möglichkeit für Graffiti-Künstler gibt, ihre Werke zu malen und zu zeigen, entstehen dort immer wieder wunderbare Motive an der Hall of Fame. Einer meiner Lieblingskünstler ist hier aus der Region und nennt sich ‚Wired To The Moon‘.“
Die Rückmeldungen aus der virtuellen Welt empfindet er als sehr positiv. „Wenn es den Lesern nicht gefällt, sind sie schnell wieder weg. Meine Familie und Freunde sind weniger Graffiti-begeistert wie ich und deswegen weniger auf meinem Blog unterwegs.“
Fotografieren will Jörg Rudolph noch „alles, was ich interessant finde, auf Reisen, aber auch in Gelnhausen“. Kürzlich war er in Peking und hat auch dort versucht, Graffiti oder Streetart zu fotografieren. „Gefunden habe ich sie nicht. Da macht es große Freude wieder in Gelnhausen durch die Unterführungen am Bahnhof zu laufen oder zu sehen, was es neues an der Hall gibt.“

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