Routiniers auf der Bühne

Jossgrund (mfi). „Theater, das ist doch nur was für Mädchen“ , proklamierte der Theater-Nachwuchs während seiner  Theaterperformance anlässlich der Jubiläumsfeier der Theatergruppe Inkognito im Juli diesen Jahres. In der Tat mit einem Überschuss an männlichen Darstellern ist die Jossgründer Theaternachwuchs nicht gesegnet. Immerhin sind aber fünf männliche Darsteller von über 20 Akteuren seit vielen Jahren auf der Bühne aktiv. Elias Korn und Bastian Walz sind zwei von ihnen.

Bereits 2008 begeisterten sie nicht zuletzt Landrat Erich Pipa als rotzfreche Steppkes von sieben Jahren in dem Tanzevent „Emil und die Detektive“. Am Jubiläumstag  selbst konnten die beiden  vierzehn- und fünfzehnjährigen Teenager wegen eines Fußballturniers allerdings nicht teilnehmen. Denn beide sind nicht nur engagierte  Theaterspieler, sondern auch seit vielen Jahren beim örtlichen Fußballverein gefragte Stürmer und Verteidiger. Bastian unterstützt die heimische  Fußballmannschaft  zudem fast jeden Sonntag mit einer Gruppe Gleichgesinnter. Als eingefleischter Fanclub der sogenannten Westtribüne geben sie mit ihren Schlachtgesängen lautstark den Ton an. Elias wirkt darüber  hinaus im heimischen Musikverein an der Posaune mit.
Man könnte meinen, aufgrund der vielen  Interessen bliebe keine Zeit mehr fürs Theaterspielen. Doch weit gefehlt. Wenn sie sich für eine Rolle entschieden haben, sind sie zuverlässig und konzentriert bei der Sache. Inzwischen darf man sie als  Routiniers unter dem  Theater-Nachwuchs bezeichnen. Nach ihrem unvergesslichen Auftritt in Kästners Kinderbuchklassiker wirkten sie in allen Folgeproduktionen mit („Kein Apfel für Schneewittchen“ 2011, „Prinz und Bettelknabe“ 2012, „Hilfe die Herdmanns kommen“ 2013). Im vergangenen Jahr spielten sie in „Herr der Diebe“ die beiden Hauptrollen und überzeugten mit ihrem unbekümmerten wie intensiven Spiel. Fühlen sich wohl auf der Schauspielbühne Bastian und Elias 1
Beim aktuellen Erwachsenenstück, der Wiederauflage des 1992 bereits sehr erfolgreich inszenierten fränkischen Kultklassikers „Die Schnut, Bub “ wechseln sie sich in der Rolle des zum größtenteils zum Schweigen verurteilten Konfirmanden Fritz-Peter ab. Dennoch darf sich das Publikum auf so manch denkwürdige Szenen mit markanten Auftritten der beiden Jungmimen freuen. Wie selbstverständlich agieren sie inzwischen bei den Proben neben den  älteren und langjährigen Spielern von Inkognito . Sie fühlen sich sichtlich wohl im Ensemble und schätzen die lockere Atmosphäre in der Runde.
Das Theaterspielen  selbst sehen sie zudem als gutes Training für deutliches, lautes Sprechen und sicheres Auftreten. „Es ist auch ein guter Ausgleich zum Sport“, meint  Bastian. Lampenfieber haben übrigens beide immer vor ihrem Bühnenauftritt. „Doch wenn es dann losgeht und der erste Satz gesagt ist, wird man locker“, erklärt Elias. Gerne würden sie mal wieder mal in eine extreme Außenseiterrolle schlüpfen. Die coolen Jungs in der Herdmannsbande hatten es beiden angetan. Dagegen ist die Rolle des Konfirmanden eher von biederer Natur. Mit den restlichen Figuren, sprich den Familienmitgliedern, ihrer Theaterproduktion könnten sie sich im richtigen Leben nicht anfreunden. Durch die Bank weg ist ihnen niemand in dieser Familiensippe sympathisch. Das Stück selbst erleben sie aber durchaus als witziges Szenario, vor allem dann, wenn ein wenig Lokalkolorit durchschimmert. „Eigentlich kann es nur gut werden“, freuen sie sich heute schon auf die Aufführungen.

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