Der Weg nach al-Andalus

Alchemie, Orient, Märchen aus Tausendundeiner Nacht: All diese Elemente vereint Martín Blasco in seiner Erzählung „Der Weg nach al-Andalus“ – ein kleines und feines literarisches Juwel, das von der ersten Seite an den Leser gefangen nimmt.
Im Bagdad des 12. Jahrhunderts wächst der kleine Yusuf in ärmlichen Verhältnissen auf. Er lässt sich verführen und schließt sich einer Diebesbande an, die schließlich bei einem Einbruch erwischt wird – Yusuf wird gefangen genommen und muss über sieben lange Jahre als Sklave dienen. In dieser Zeit wird er zu einem illusionslosen und zynischen jungen Mann, der vom Leben nichts mehr erwartet.andalus
So kümmert es Yusuf auch wenig, als er im Gefängnis landet. Er brütet allein in seiner Zelle vor sich hin und hadert mit der Ungerechtigkeit des Schicksals. Dann jedoch wird ein Greis zu ihm gesperrt, und während der Haft entsteht zwar keine Freundschaft, aber doch eine tiefe Vertrautheit zwischen Yusuf und dem Alten, der selbst ein Dieb ist und Geschichten aus seinem Leben zum Besten gibt. Im Sterben vertraut er Yusuf ein Geheimnis an: Er erzählt ihm die Legende vom Silbernen Stab, in den der Stein der Weisen – jene Substanz, die ihren Besitzer zum mächtigsten Mann der Welt macht – eingelassen ist. Der Greis behauptet, dass der Stein tatsächlich existiere, und er weist Yusuf auch den Weg dorthin: In al-Andalus, vor den Toren der Stadt Córdoba, wird er den Besitzer des Stabes finden. Der Zauber und die Exotik der Schauplätze und der Handlung fesseln und faszinieren zugleich, und auch die Spannung kommt beim Lesen an keiner Stelle zu kurz.

„Der Weg nach al-Andalus“ von Martin Blasco ist bei Carlsen erschienen.  (fpf)

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