Selfies mit Herz

Gelnhausen (nb). Jedes Jahr steht bei den Gelnhäuser Fach-Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums der Kurs „Projektmanagement“ auf dem Lehrplan. Dieses Jahr haben sich vier Schüler der zwölften Klasse ein ganz besonderes Projekt ausgedacht: die Selfheart Challenge, die zu einer Spendenaktion für Kinder mit angeborenem Herzfehler aufruft.

Anfang Oktober diesen Jahres begann die Ideensammlung der Schüler des Beruflichen Gymnasiums Gelnhausens. Denn die Fachabiturienten belegen jedes Jahr einen Kurs mit dem Namen „Projektmangement“. In diesem Kurs steht ein ganzjähriges Projekt zur Aufgabe, das die Schüler auf eigene Faust bewältigen sollen. Ziel des Projektes ist es, die Schüler auf ihren Berufsweg vorzubereiten. Dieses Jahr haben sich die vier Schüler Lorena Allegretta, Lenonie Klonneck, Isabell Naucke und Tom Hanselmann für ein ganz spezielles Projekt entschieden. Sie wollen mit einer Challenge, einer Herausforderung, über das Sozialnetzwerk Facebook Leute dazu bewegen, für den Elternverein „Kinderherzen heilen“ zu spenden.herzi
Die Idee für die „Selfheart Challenge“ bekamen die vier Schüler durch den Selfie-Trend im Internet, erklärt Isabell Naucke. Bei diesem Trend werden Fotos als Selbstportrait der Fotografen gemacht, um dieses später auf soziale Netzwerke zu stellen. Ein weiterer Faktor für das Projekt, erklärt Isabell Naucke, war der Internet-Trend von sogenannten Challenges. Das sind Herausforderungen, bei denen sehr spezielle Aktionen für einen guten Zweck von Benutzern sozialer Netzwerken durchgeführt und auf Video aufgenommen werden. Anschließend werden diese auf die Profilseiten der Nutzer gestellt.
Nachdem sich die vier Schüler auf eine Verknüpfung aus den Komponeten Selfie und Challenge geeinigt hatten, ging die Internetrecherche  nach einem möglichen Partner los, dem die Aktion gelten soll. Schnell wurde das Team um Lorena Allegretta auf den Verein „Kinderherzen heilen e.v.“ aufmerksam.
Der Elternverein gründete sich 1999 in Gießen und galt zunächst dem Erfahrungsaustausch von Eltern, deren Kinder in der Herzklinik in Gießen behandelt wurden. Der Verein wurde durch die Radiosender FFH und dem hessischen Rundfunk sowie diversen Auftritten im Fernsehgeschäft bekannt. Mittlerweile setzen sich die Verantwortlichen in verschiedenen Projekten für Kinder mit angeborenen Herzfehler ein. Diese können ganz unterschiedlich ausfallen: von Kinderspieleinrichtungen in Kliniken bis zu der Unterkunft der Eltern während des Klinikaufenthalts ihres Kindes.
Das Selfheart Team kontaktierte zunächst den Verein. „Zuerst wurden wir etwas kritisch beäugt“, erzählt Leonie Klonnek. Sie kann das verstehen. „Es ist ja schon komisch wenn eine kleine Gruppe bei einem größeren Verein anruft und diesen unterstützen will. Es gibt ja sauch einige Leute die solche Vereine veräppeln wollen“. Dennoch ließ das Selfieteam nicht locker und konnte den Vorsitzenden Michael Hauk von ihrem Projekt überzeugen. Es  kam zu mehreren Telefonaten und sogar zu einem Treffen im Cafe Art in Gelnhausen. „Bei dem Treffen tauschten wir noch mal unsere Ideen und Meinungen aus. Am Ende kamen wir zu dem Ergebnis, mit dem Projekt Selfheart zu beginnen“, erzählt Isabell Naucke.
Erst dann begann das eigentliche Projekt der Challenge, für das sie eine extra Facebookseite angelegt haben. Auf dieser Website sollen Selfies mit Herzmotiven aller Art gepostet werden. Entweder als Aufdruck auf dem T-Shirt oder mit beiden Händen geformt. „Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt“, betont Lorena Allegretta.
Anschließend sollen weitere Netzwerkuser von Facebook nomminiert werden, ebenfalls an den Projekkt teilzunehmen.
Im Gegenzug soll für Kinder mit angeborenem Herzfehler auf ein Konto gespendet werden. Hierfür wurde ein extra Spendenkonto eingerichtet, auf das per Überweisung und Paypal eingezahlt werden kann. „Bei der Spende gibt es keinen Mindestbetrag“, äußern sich die vier, denn so wollen sie erreichen, dass mehr Leute mitmachen. „Einen Euro für ein Snickers habe ich immer“, erwähnt Leonie Klonnek und sagt weiter „Ob ich den Euro jetzt spende oder für das Skickers ausgebe, kann sich jeder selber überlegen“. Klar ist damit, dass jeder einen kleinen Betrag im Portemonaie hat, bei dem es nicht weh tut, ihn zu spenden.
Die vier Schüler des Beruflichen Gymnasiums freuen sich über jede Spende, betonen aber auch, dass sie die Aktualität um Kinder mit Herzfehlern der Öffentlichkeit aufzeigen wollen. „Es wird so viel über Flüchtlinge  berichtet, aber keiner hat die Kinder hier in Deutschland auf dem Radar, die mit Herzfehler geboren werden“, erklärt Isabell Naucke, ihr Vorhaben. Das soll sich jetzt durch die  Internet-Challenge unter dem Namen #Selfheart ändern. Das Geld, das am Ende zusammen kommt, wollen die Vier dann dem Elternverein „Kinderherzen heilen e.v.“ in einem Scheck übergeben.
Das Projekt in der Schule geht noch bis Mai 2016, kann aber ohne weiteres weiterlaufen, was auch geplant ist, sollte die Challenge Erfolg haben.

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