Unnützes Weihnachts-Wissen

Main-Kinzig-Kreis (fpf). Alle Jahre wieder … die Weihnachtszeit! Mit all ihren geliebten oder auch geduldig ertragenen Traditionen und Gebräuchen, die sich jährlich wiederholen – große Überraschungen treten da eher selten auf. Dabei gibt es rund um das Fest, das immerhin nahezu auf der ganzen Welt begangen wird, im Grunde noch jede Menge interessanter und kurioser Dinge zu entdecken und zu erfahren, wenn man einmal über den Tellerrand hinaus- oder auch nur ein wenig in der Geschichte zurückblickt. Deshalb versorgen wir euch heute mit ein wenig mehr oder minder nützlichem Weihnachtswissen – das sich teilweise sicherlich auch gut für Prahlereien an der Weihnachtstafel mit den lieben Verwandten eignet…pic08dec12

Doch erst einmal zurück zu den Jòlasveinar: Das sind die isländischen Weihnachtskerle, die dort der Sage nach unartigen Kindern alte Kartoffeln statt hübscher Geschenke bringen. Besser als das Stückchen Kohle, das kleine Bengel hierzulande mitunter in den Stiefel gesteckt bekommen, ist das wohl auch nicht… Praktisch wäre es da für die so gestraften, wenn sie Weihnachten einfach in Peru verbringen würden – denn in der dortigen Provinz Chumbivilcas wird am 24. Dezember zugleich noch das Takanakuy-Festival gefeiert, bei dem sich die Teilnehmer nach Herzenslust prügeln dürfen und sollen, um Aggressionen abzubauen!
Auch hierzulande trügt jedoch in mancherlei Hinsicht der friedliche Schein – besonders, wenn man einige der liebsten Weihnachtslieder der Deutschen einmal genauer unter die Lupe nimmt: Der ursprüngliche Text zu „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, verfasst von renommierten deutschen Dichter Hoffmann von Fallersleben, pries nämlich den Wunsch nach Kriegsspielzeug mit Versen wie „Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegesheer, möchte ich gerne haben“. Und „Oh Tannenbaum“ ist lediglich eine Umdichtung des Liedes „Oh Mägdelein“ aus dem 19. Jahrhundert – im Original geht es da auch weniger sittlich zu: „Oh Mägdelein, oh Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte“. Entsprechend hat die Melodie auch noch andere Umdichtungen erfahren und dient nicht nur als melodischer Weihnachtsgesang, sondern ist in der Version „Red Flag“ auch das Lied der britischen Labour Party. Ach ja, und das bekannteste englischsprachige Weihnachtslied, „Jingle Bells“? Naja – dessen eigentlicher Anlass waren einmal die Feierlichkeiten zu Thanksgiving.
Weihnachtsfeierlichkeiten finden beinahe weltweit statt – auch da, wo man es vielleicht nicht vermuten würde. So ist etwa Südkorea, das keinerlei christliche Tradition hat, die einzige ostasiatische Nation, in der der erste Weihnachtstag ein gesetzlicher Feiertag ist. Allerdings, um der Wahrheit die Ehre zu geben: Das liegt lediglich daran, dass auf dieses Datum auch der Verfassungstag des Landes fällt.
In Indien wird Weihnachten zwar nur von einer kleinen christlichen Minderheit gefeiert, aber das Problem der fehlenden Tannenbäume, die dort schlicht nicht heimisch sind, hat man kreativ gelöst – es kommen einfach Bananenstauden oder Mangobäume zum Einsatz. Dass sich an Ersteren nach dem Fest die Affen gütlich tun, ist leicht vorstellbar, denn immerhin gibt es hier in Deutschland eine ganz ähnliche Weiterverwertung der abgeschmückten Christbäume: In größeren Städten werden sie vielfach an Zoos geliefert, wo sich dann etwa die Kamele und Elefanten mit Appetit darüber hermachen. Ein Ort, an dem übrigens zur Überraschung vieler Menschen definitiv nicht im großen Stil Weihnachten gefeiert wird, ist ausgerechnet Jesu Geburtsstadt Bethlehem: Die liegt im heutigen Westjordanland und ist mehrheitlich muslimisch.
Ein paar wichtige oder zumindest interessante Informationen vielleicht noch zum Advent und Weihnachtsfest in Deutschland. Wer hätte das gedacht: Obwohl schon seit September die ersten Nikoläuse und Weihnachtsmänner aus Schokolade in den Läden stehen, wird der zartschmelzende Mann in Rot vom Osterhasen abgehängt! Im vergangenen Jahr wurde über 40 Millionen mehr Schokohasen als Weihnachtsmänner hergestellt – 187 Millionen legt das Langohr vor, der Nikolaus kommt nur auf 140 Millionen. An Weihnachten entsteht dafür erheblich mehr Verpackungsmüll als an Ostern: Allein an einem durchschnittlichen Heiligen Abend bringen wir es in Deutschland auf 8000 Tonnen Geschenkpapierabfälle!
Ein bisschen Dreck macht natürlich auch noch der Weihnachtsbaum, sofern er denn nadelt – immerhin hat eine 1,60 Meter große Tanne rund 178 000 Nadeln zu verlieren. Und da er vermutlich schwerer als 7,5 Kilo ist, wäre es keine gute Idee, einem inhaftierten Bekannten einen Weihnachtsbaum in den Knast schicken zu wollen – denn das Gewicht der Weihnachtspäckchen, die jeder Gefangene erhalten darf, ist streng reglementiert: Neben besagten 7,5-Kilo-Paket sind zwei weitere zu je 5 Kilo erlaubt, dann ist Schluss.
Hatten Eure Eltern schon einmal Probleme, für Euch oder Eure kleinen Geschwister einen Nikolaus zu organisieren, der am 6. Dezember im roten Kostüm vor der Tür steht und entweder den prallen Geschenkesack oder aber die Rute im Gepäck hat? In Hamburg hat man sich darüber bis ins Jahr 2008 keinerlei Gedanken machen müssen, denn stets übernahm die dortige Zweigstelle der Arbeitsagentur die Vermittlung – bis die tragische Schlagzeile „Hamburg schafft den Weihnachtsmann ab!“ das Ende dieses Service verkündete. Dort springen nun private Anbieter ein – und hier in der Gegend ja zum Glück oft die Freiwilligen Feuerwehren! Überhaupt scheint Weihnachtsmann ein gemütlicher Job zu sein: Er hat jede Menge fleißiger Helfer und eigentlich nur einen stressigen Arbeitstag im Jahr – oder? Nun ja, nicht ganz, denn im Sommer arbeitet er in einem Kopenhagener Freizeitpark. Das ist kein Witz: Schon seit 1957 findet dort jährlich ein dreitägiger internationaler Kongress der Weihnachtsmänner statt.
Ob es dort auch Workshops etwa im Radieschen-Schnitzen gibt, wie etwa in Mexiko, wo aus dem – allerdings oft kartoffelgroßen – Gemüse traditionell Krippenfiguren gebastelt werden, ist leider nicht bekannt … Wenn ihr aber noch mehr über ausgefallene, verrückte und bizarre Weihnachtsbräuche erfahren wollt, sei euch das auch wunderbar als Kartenspiel verwendbare Set Unnützes Quizzen:Weihnachten von arsEdition empfohlen. Wir von der Jugendseite jedenfalls wünschen euch ein frohes Fest!

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