Manchmal kommen sie wieder…

IMG_8355 Rodenbach (tmb). Gruselig ging es gestern Abend im Jugendzentrum „Cassio“ im Bürgerhaus inNiederrodenbach. „Ist der tot?“, fragte eine panische Jungenstimme, ehe die vermeintliche „Leiche“ aufsprang und sich brüllend auf die kleine Gruppe „Überlebender“ stürzte. Was anmutet wie eine Szene aus einem Horrorfilm, zumindest aber wie eine Inszenierung zu Halloween war in Wirklichkeit ein Spiel: Gemeinsam mit dem Langenselbolder Nerfbase-Club organisierte die Rodenbacher Jugendpflege zum ersten Mal eine „Zombie-Misssion.“

Das Spiel „Humans versus Zombies“ ist vor allem an Colleges in den USA seit einigen Jahren ein beliebter Trend. Dort wird es über Tage und manchmal sogar Wochen gespielt. In Rodenbach startete das Projekt in kleinerem Rahmen: An einem Abend traten rund 30 Interessierte in einem modernen „Räuber und Gendarme“-Spiel gegeneinander an. Die möglichst überschaubar gehaltenen Regeln hatte Christian Hommel, bis zum vergangenen Jahr Leiter des Rodenbacher Jugendcafés Upstairs und seit vielen Jahren engagiert bei Nerfbase, in insgesamt 16 Stunden ausgearbeitet. Allzu kompliziert sollte es nicht sein, schließlich sollte der Spielspaß im Vordergrund stehen.
„Es ist eine Mischung aus Spiel und Theater“, erklärt Hommel. „Es ist auch nicht gewaltverherrlichend sondern basiert auf der aktuellen Fantasy-Popkultur.“ Worum es geht: vier bis sechs Spieler stellen  „Überlebende einer Zombie-Apokalypse“ dar und müssen innerhalb von zehn Minuten in einem vorgegebenen Raum bestimmte Aufgaben erfüllen. Dabei werden sie von den Gegenspielern, die Zombies darstellen behindert. Berührt einer der Zombies einen „Überlebenden“, wird dieser auch zum Zombie und muss zuest zum Startpunkt zurückkehren und darf sich dann auch auf seine ehemaligen Verbündeten stürzen.  Um sich zu wehren, haben die Spieler „Dartblaster“ – Spielzeugpistolen mit Schaumstoffmunition. Wie bei Lasertag oder Paintball gilt: Wer getroffen wird, ist kurzfristig ausgeschaltet. Wie es Zombies so an sich haben, kommen sie allerdings wieder.
Die Aufgaben sind abwechslungsreich: Einmal gilt es, eine NachIMG_8360richt zu überbringen, ein anderes Mal, einen Verletzten zu retten. Besonders knifflig ist die Aufgabe, einen kleinen Lego-Bausatz zusammenzusetzen – und das inmitten einer Zombiehorde. Expertenrollen, unter den Überlebenden aufgeteilt, helfen bei den gestellten Aufgaben. So gibt es einen Anführer, der zusätzliche Munition verteilt, einen Spion, der besonders effektiv gegen den Ober-Zombie einsetzbar ist, einen Arzt, der Verletzte versorgen kann und einen Pionier, der spezielle Ausrüstung aufspüren und zum Einsatz bringen kann.
„Es geht hier nicht ums Gewinnen – alle, auch die Zombies, sollen Spaß haben“, erklärt Hommel. Deswegen werden nach jeder Runde die Rollen getauscht.
Dass die Idee ankommt, zeigte sich beim Premierenabend prompt: 30 Interessierte zwischen zehn und 60 Jahren, die weit über Rodenbachs Grenzen hinaus, sogar aus Mannheim oder Speyer angereist waren, übertrafen alle Erwartungen und sprengten fast die Kapazitäten – schließlich sollte jeder auf seine Kosten kommen. Bei einem so hohen Zulauf war klar, dass die Aktion auf jeden Fall wiederholt werden soll. Allerdings: Die Frauenquote lässt noch etwas zu wünschen übrig. Nur drei Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts hatten sich als Zombiejäger eingefunden. Doch auch das kann sich ändern, das nächste Mal – wenn nicht nur die Zombies wiederkommen. IMG_8368IMG_8369

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