Was zum Geier ist… ein Oster-Bilby?

Main-Kinzig-Kreis (tmb). Was viele nicht wissen: In Australien hat der Osterhase einen wirklich miesen Ruf. Das hat er seinen Verwandten, den Kaninchen, zu verdanken. Die gab es dort ursprünglich nicht. Erst vor rund 150 Jahren setzten europäische Siedler einige Tiere aus. Da sie kaum auf natürliche Feinde trafen, vermehrten sich die Kaninchen wie verrückt; heute gibt es in Australien etwa 300 Millionen – 16 auf jeden Menschen. Die Folge dieser Plage: Die Langohren fressen alles kahl, sodass für viele einheimische Tierarten nichts mehr bleibt. Diese werden verdrängt und sterben schließlich aus. Aus diesem Grund haben die Australier beschlossen, dem Osterhasen den Garaus zu machen – ein schlagkräftiger Konkurrent musste her.  Ihre Wahl dafür ist auf den Bilby gefallen, einen so genannten Nasenbeutler. Der ist nicht nur vom Kaninchen bedroht, sondern sieht ihm mit seinem weichen Fell und den langen Löffeln auch noch ähnlich. Ein prima Ersatz-Osterhase, dachten sich die Australier.

ARCHIV - A handout supplied by Wild Life Sydney shows a bilby, with its silky-fur dyed purple for easter, at the WILD LIFE park in Sydney, Australia, 04 April 2012. The bilby is an Australian icon for easter. EPA/WILD LIFE SYDNEY / HO EDITORIAL USE ONLY / AUSTRALIA & NEW ZEALAND OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY (zu dpa Ostern von A biz Z: Ein Ei-phabet vom 23.03.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Seit einigen Jahren versucht deswegen schon die Anti-Rabbit-Research-Foundation (australischer Naturschutzverbund) nach dem Motto „Bilbies, not bunnies“ den Hasen wegen dessen schlechten Rufs durch den einheimischen Bilby zu ersetzen.  Hierzu initiieren sie jährlich eine Zeremonie, in der der Osterhase dem Bilby die Ostereier für den fünften Kontinent überreicht.
In vielen Supermärkten werden seit 1993 Schokoladenbilbies verkauft, wobei ein Teil des Erlöses dem Schutz der bedrohten Tierart zu Gute kommt. Mit diesem Geld wird ein gut 14 Quadratkilometer großes Gebiet für einheimische Tierarten gepflegt und umzäunt, um die Tiere vor Wildkrankheiten und unwillkommenen Räubern wie Katzen und Füchsen zu schützen. Dort soll sich auch die Bilby- Population unter ständiger Beobachtung und Erforschung wieder vergrößern.

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