Die Lust am Kochen vermitteln

Hanau (tmb). Die Hanauerin Heidi Gebhardt ist nicht nur Krimi-Autorin, sie bloggt auch noch: „Genusswelten“ heißt ihr Blog, der auf ihrer Homepage www-heidi-gebhardt.de zu finden ist.

Heidi Gebhardts Blog ist noch sehr jung. „Ich habe erst im vergangenen Jahr damit begonnen. Vorher habe ich mich mit vielen tolle Blogs über Literatur beschäftigt. Dort werden Bücher vorgestellt, Rezessionen geschrieben und Lust aufs Lesen gemacht. Dabei ist die Idee für einen eigenen Blog entstanden.“
Die Autorin wollte über Themen schreiben, die ihr am Herzen liegen. „Für mich ist die gute Qualität beim Essen der höchste Genuss. Es geht nichts über die Reinheit eines unverfälschten Lebensmittels.“ Durch die Industrie und Fastfood-Ketten hätten viele einfach verlernt zu kochen und könnten den Wert eines Lebensmittels nicht mehr schätzen, meint die Hanauerin und kennt einen passenden Spruch: „Die Menschen kippen in ihr Auto teures Motoröl für über 50 Euro und für sich selbst wird Speiseöl für unter 3 Euro  genommen. Ein Auto kann man neu kaufen. Wir haben nur diesen einen Körper. Dafür möchte ich Bewusstsein wecken.“
Lieblingsrezepte hat Heidi Gebhardt viele. Bei den auf ihrer Seite veröffentlichten Rezepten gehört das selbstentwickelte Rezept für das Apfel-Chili und der Kuchen im Glas eindeutig dazu. „Das Ergebnis ist wahnsinnig gut angekommen!“  Die Restaurants, über die sie schreibt, findet die Hanauerin über Empfehlungen von Freunden und Bekannten und über Zeitungsberichte.
Heidi Gebhardt kocht vorwiegend mit Produkten aus biologischem Anbau. „Das ist mir ein großes Anliegen. Wir haben nur diesen einen Planeten. Bei dem sorglosen Umgang mit Kunstdünger und Pestiziden sollte uns immer eines bewusst sein: Dieses Gift verseucht unsere Erde und somit uns.“ Jeder, der aufmerksam die Medien verfolge, wisse zum Beispiel, dass die Bienen sterben oder verschiedene Pflanzenschutzmittel den Ruf haben, Krebs zu verursachen. „Die Folgen kann sich jeder selbst denken“, meint die Bloggerin und appelliert, sorgfältig mit den Lebensmitteln umzugehen und aufzuhören, verschwenderisch Lebensmittel wegzuwerfen, sondern deren Wert zu schätzen. „Kochen macht einfach Spaß und biologische Lebensmittel sind mittlerweile für jeden Geldbeutel erschwinglich. Es muss nicht jeden Tag Fleisch sein und aus Resten können tolle neue Gerichte entstehen. Diese Lust am Kochen möchte ich vermitteln.“
Wenn sie ein Restaurant oder eine Einkaufsmöglichkeit vorstellt, interessieren sie in erster Linie die Menschen, die dahinter stehen: Ihre Ideen, die Kultur, die in ihrem Laden oder Restaurant gepflegt wird, auf was besonderen Wert gelegt und wie gearbeitet wird. „Außerdem lerne ich dabei unendlich viel. Zum Beispiel über Qualitätsunterschiede bei bestimmten Produkten. Ich denke, das ist auch für meine Leser interessant.“
Die Zahl von Heidi Gebhardts Abonnenten wächst. „Im richtigen Leben werde ich immer wieder darauf angesprochen, ob ich nicht auf YouTube einen Kanal machen möchte, in dem ich die Basics zeige und wie man schnelle, gesunde Gerichte zaubern kann. YouTube ist nicht mein Medium – das überlasse ich gerne Jüngeren. Aber man weiß ja nie, vielleicht starte ich irgendwann mal einen „Versuchsballon“ – dafür besorge ich mir dann eine weiße, gestärkte Schürze, mache mir einen Dutt und trete als strenge Hauswirtschaftslehrerin auf. Kommt sicher gut an…“
Vernetzt ist Heidi Gebhardt vorwiegend mit Bloggern, die über Bücher oder Regionen schreiben. „Wenn ich einen guten Blog-Beitrag übers Essen entdecke, teile ich den natürlich gerne auf Facebook.  Neulich habe ich ein tolles Foto von einem Creme-Kuchen auf einen Blog entdeckt, beim näheren Hinsehen stellte sich heraus, dass da seitenlang über die Herstellung von zwei Fertigprodukten geschrieben wurde. Eine Packung für den Teig, eine Packung für die Creme. Braucht man dafür einen professionell aufgemachten Blog mit vielen Fotos? Oder ist das einfach nur Werbung? Dann sollte das als solche auch kenntlich gemacht werden.“ Es gebe viele Blogger, die tatsächlich nur mit Fertigprodukten arbeiten oder sehr spezielle Blogs, zum Beispiel über Gluten- und Laktosefreie Ernährung für Veganer. „Ich habe mir mal die Produkte für Veganer genauer angeschaut und auch ausprobiert. Das sind hauptsächlich industriell veränderte Lebensmittel. Vegan bedeutet nämlich nicht automatisch, dass die Nahrungsmittel ökologisch oder fair hergestellt werden. Also ziemlich genau das Gegenteil von dem, was ich will. Natürlich backe ich bei besonderen Gelegenheiten auch für Veganer. Ich persönlich bevorzuge Kuchen mit echten Bio-Eiern von Hühnern aus artgerechter Haltung.“ Auch die Molekular-Küche, die manche Blogger zelebrieren, ist für die Hanauerin nicht interessant – sie bevorzugt normale, einfache Rezepte, die jeder leicht nachkochen kann. „Warum sollte ein geeistes rote-Beete-Mousse in Form von Fischeiern, einzusaugen durch einen Strohhalm, eine andere Geschmacksexplosion hervorrufen, als ein handwerklich gut gemachtes „normales“ Mousse?  Ich brauche in der Küche kein Schischi und architektonisch aufgebaute Kunstwerke, die mit zwei Bissen weg sind. Natürlich isst das Auge mit und ein Gericht sollte schön angerichtet sein, farblich harmonieren und ein bisschen garniert sein.“ 140215_1878

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