Was zum Geier sind … Post Pals?

Main-Kinzig-Kreis (fpf). Wenn man einen schlechten Tag hat, dann können nette Worte oder eine liebe Karte im Briefkasten oftmals ausgesprochen tröstlich sein und enorm die Stimmung heben – wer hat das nicht schon erlebt? Und wenn es uns bereits im Alltag so geht, fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, das dies umso mehr für jene gelten muss, die krank zu Hause oder in der Klinik liegen. Genau so ging es jedenfalls der neunzehnjährigen Vikki George aus dem englischen Surrey; schon als Kind litt sie unter gesundheitlichen Problemen, und kurz nach ihrem Schulabschluss wurde bei ihr myalgische Enzephalomyelitis – chronisches Erschöpfungssyndrom – in besonders schwerer Ausprägung festgestellt. Seit dieser Zeit ist sie ans Bett gefesselt; doch da Briefe, Karten und kleine Geschenke, die mit der Post zu ihr kamen, sie stets aufgemuntert haben, gründete sie im Jahr 2003 Post Pals – eine Stiftung, deren Ziel es ist, diese Freude auch anderen kranken Kindern zuteil werden zu lassen.postpals
Die Idee hinter Post Pals ist einfach, und ebenso unkompliziert ist es, sich zu beteiligen: Auf einer nett gestalteten Homepage haben Freiwillige für eine Vielzahl schwer kranker Kinder Profile angelegt. Die sogenannten Pals sind zwischen drei und 17 Jahren alt und liegen entweder aktuell in englischen Krankenhäusern oder werden in ihren Familien betreut, wenn sie etwa auf ein Spenderorgan warten. Sie leiden an Krebs, Mukoviszidose, schweren chronischen Erkrankungen – manches davon ist heilbar, anderes nicht. Doch obwohl die Homepage ausführlich über die Krankengeschichte und den akuten Gesundheitszustand der Kinder informiert, geht es hier auch um anderes: Welche Vorlieben haben die Patienten, was interessiert sie, was tun sie gern in ihrer Freizeit? Denn – und das wird immer wieder betont: So krank sie auch sind, es sind Kinder. Sie wollen Spaß haben, abgelenkt werden, normale Dinge tun und erleben.
Und hier nun kommen wir alle ins Spiel: Denn neben all diesen Informationen gibt es zu jedem der kleinen und etwas größeren Patienten eine Postanschrift. Karten, Briefe, natürlich auch kleine Päckchen mit Geschenken können nun an diese Adresse verschickt werden, um so einem oder mehreren der Kinder ein wenig den Tag zu verschönern. Allein ein paar nette Worte sind unglaublich viel wert – das zeigen nicht zuletzt die Fotos und Reaktionen, die die Kinder etwa über die Facebookpräsenz der Post Pals online stellen. Wenn es ihnen möglich ist, beantworten viele gern auch die Briefe und Karten, die sie erhalten; immer wird empfohlen, eine Rückadresse beizulegen. Auch andere Tipps und Leitlinien finden sich übrigens auf der Homepage – denn nicht immer ist es ganz einfach, einem schwer kranken Kind zu schreiben. Die Krankheit aber soll gar nicht Thema der Post sein; es sind die kleinen Alltagsgeschichten, die zumeist ganz besondere Freude bringen.
Ideen dazu, was man schreiben und wie man sich engagieren kann – etwa auch durch Spenden –, finden sich reichlich auf der Seite, und es steht außer Frage, dass auch bei den Post Pals ohne Übertreibung gilt: Man bekommt viel mehr zurück, als man gibt. Obwohl die kranken Kinder derzeit alle aus England stammen, kommt die Post aus aller Welt. Auch und insbesondere viele Jugendliche oder sogar Schulklassen rund um den Globus beteiligen sich, und der Aufwand ist wirklich nicht groß.
Im Dezember 2014 wurde Vikki George vom britischen Premierminister David Cameron für ihr Wohltätigkeitsprojekt ausgezeichnet, und selbst vom Roten Kreuz wird die Aktion bereits seit einigen Jahren unterstützt. Wer mit ein paar netten Worten oder einer kleinen Geste einen großen Unterschied machen möchte und des Englischen auch nur ein wenig mächtig ist, dem seien daher die Post Pals ans Herz gelegt. Einfach mal auf der Homepage http://www.postpals.co.uk umsehen, durch den Kopf gehen lassen, den Stift in die Hand nehmen – denn schon Goethe wusste ja: Die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück!

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