„Jeder Tag ist wie ein Geist“

Gelnhausen (jas). Wer hat sich aktuell schon mal mit der Musikrichtung „Oriental Grunge“ beschäftigt? Die Band „120Minds“ aus dem Main-Kinzig-Kreis hat sich diesem Stil verschrieben. Ein Hauch von orientalischen Einflüssen, dazu eine Prise Hard Rock, Jazz und ruhige Melodien kennzeichnen die Spielweise des Trios.

Die hessische Band besteht dabei in der jetzigen Besetzung erst seit einem Jahr. Sänger und E-Gitarrist Kamran Inaiat gründete die Gruppe zusammen mit seinem Bassist Ferhat Catay. Ursprünglich gab es die Band bereits 2013. In den zwei Jahren wurde allerdings zumeist geprobt. Nur vereinzelt gab es zwischendurch Auftritte. Doch wegen Unstimmigkeiten mit dem Ex-Drummer löste sich Trio schnell wieder auf. Bild HEADER
Eine Band ohne Drummer? Das kam für Kamran und Ferhat nicht infrage. Durch Zufall stießen sie auf den heutigen Schlagzeuger Steven Glab, der in einem benachbarten Proberaum spielte. Der Drummer gehörte damals noch zu einer anderen Band, „jamte“ aber gerne mit den beiden verbliebenen Bandmitgliedern. Kurze Zeit später luden sie Steven offiziell dazu ein, der  Gruppe beizutreten. „Steven hat uns einfach überwältigt“, erzählt Kamran. „Er hatte unsere Songs einfach super drauf.“ Damit stand es fest. Steven wurde das jüngste Mitglied im Bunde und probt seitdem jeden Dienstag mit den „120Minds“ in Rodgau.
Sänger Kamran Inaiat (27) spielt bereits seit 10 Jahren Gitarre. Bei seinem Gesang lässt sich der Sozialarbeiter von persischer und russischer Musik inspirieren. Dabei liegen seine eigenen Wurzeln im heutigen Iran.
„In der fünften Klasse merkte ich, wie geil es ist, wenn jemand ein Instrument beherrscht“, erzählt er. Sein Musiklehrer spielte damals auf dem Klavier. Seit dem musizierte Kamran zwischendurch in einer Cover-Band. Doch den richtigen Platz fand er in seiner eigenen Gruppe „120Minds“, in die er viel Zeit und Geld investiert. Als Sänger schreibt er dazu die Lieder des Trios. Schon früher hat er eigene Songs komponiert, behielt sie aber bis zur Gründung der Band zumeist für sich.
Bassist Ferhat Catay (27) ist eng mit Kamran befreundet. Er spielte ursprünglich acht Jahre lang Rhytmus-Gitarre. Als er jedoch auf dem Flohmarkt einen Bass erworben hatte, probierte er sich auch an diesem Instrument aus. „Er macht tolle Entwicklungen“, berichtet Kamran stolz. Ferhat ist im kaufmännischen Bereich tätig und hat früher schon in Cover-Bands gespielt. Beide Freunde „jamten“ damals miteinander und erführen so, wie Musik Menschen zusammenschweißen kann.
Drummer Steven Glab ist mit seinen 17 Jahren das jüngste Bandmitglied. „Er ist wie ein kleiner Bruder für uns“, meint Kamran. Seit mehr als 10 Jahren schwingt Steven seine Schlagzeugstöcke. „Dabei geht er ganz in der Musik auf, er lebt förmlich für die Musik“, berichten seine Band-Kollegen. Auch bringe Steven die meiste musikalische Erfahrung mit, obwohl er der Jüngste sei. So hat der Schlagzeuger schon in mehreren Bands gespielt. Alle drei Musiker leben übrigens in Rodgau und Hanau.
Die Idee für den Bandnamen hatte Sänger Kamran. „120Minds“, den Namen kann jeder nach seinen eigenen Vorlieben interpretieren. „Minds“ steht nach Kamran für Geister oder Gedanken. Eigentlich wollte er die Band gerne „120Days“ nennen, weil er von einem Sandsturm im heutigen Iran fasziniert war,  der 120 Tage andauert.
Doch unglücklicherweise hat Google diesen Band-Namen bereits angezeigt. Dann kam dem Sänger die Idee zum aktuellen Namen. Die anderen Bandmitglieder waren sofort einverstanden.
Zwei CDs auf Demo-Niveau hat das Trio bis jetzt produziert.Wichtig ist den Musikern, dass jeder Song eine Geschichte erzählt. Dabei beginnen die Stücke ruhig und steigern sich allmählich zu einer „Esplosion“, die den Höhepunkt der Lieder markiert.
Musikalisches Ziel der Oriental-Band ist es, einen individuellen Stil zu kreieren und die Musikrichtung bekannter zu machen.
„Entweder mag man sie oder eben nicht“, meinte Kamran lachend. Zu ihren Lieblingssongs gehören zum Beispiel „Medicus“. Dieser Song handelt vom Lehrmeister des Medicus im gleichnamigen Roman. „Wir wollten ihm einfach einen Song widmen“, meinen die Musiker.
Ein weiterer  Song, „Brown flowers“, beschäftigt sich mit rechts gesinnten Menschen. Kamran, der selbst mit Flüchtlingen arbeitet, beschreibt in diesem Musikstück, wie Menschen mit großen Erwartungen ins für sie fremde Deutschland kommen, wo diese Hoffnungen oft enttäuscht werden.
2015 hat die Band ihre mitreißenden Stücke unter anderem im „Café Trauma“ in Marburg oder auf dem Konzert „Hanau Rocks on Tolerance“ in der Brüder-Grimm-Stadt präsentiert. Dazu haben sie am „Rocken-Festival“ in Rodgau teilgenommen und sind 2016 auch in der „Öttinger Villa“ in Darmstadt aufgetreten. Dabei hat die Band die musikalische Veranstaltung in der als Jugendzentrum umfunktionierten Jugendstilvilla selbst veranstaltet. „Kunst trifft auf Rock“ war das Motto, das „120Minds“  zu ihrer Veranstaltung inspirierte.
Vor Kurzem rockte das Trio auch  bei der Lokalrunde im Jugendzentrum Langenselbold. Letzte Woche gaben sie den Besuchern beim „Festival am Bach“ in derselben Stadt eine 80-minütige Kostprobe ihres Könnens.
Dabei freuen sich die Musiker über ihre bunt gemischten Fans.
Am heutigen Samstag spielt das Trio übrigens in St. Leon bei Heidelberg live, wo sie die Songs für ihr geplantes Album präsentieren.
Ihr großer Traum ist es, nach den Demos richtige Alben im Studio aufzunehmen und diese ofiziell zu vermarkten. Dazu wollen die Musiker so viele Shows wie möglich spielen.
Wer Lust hat, mehr über die Band zu erfahren, kann „120Minds“ ganz einfach auf Facebook finden. Eine Sache liegt der Band noch auf dem Herzen: „Wir sind offen für Neues und wollen die Menschen begeistern“, so Kamran. Wer Interesse hat, die Band für kommende Events einzuladen, kann die Band gerne im Internet kontaktieren.

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