Wenn Pokémon Daten klauen

Main-Kinzig-Kreis (tmb). Seit etwas über zwei Wochen grassiert in Deutschland das „Pokémon Go“-Fieber. Die Meinungen zu dem Smartphone-Spiel sind geteilt.

Das positionsbezogene Spiel nutzt die erweiterte Realität und positioniert den Spieler in einer Spielumgebung, die seiner realen Umwelt angepasst ist. Dort hat er die Aufgabe, virtuelle Monster namens Pokémon aufzuspüren, einzufangen und zu trainieren. Immer wieder gibt es Meldungen zu Vorfällen rund um das Spiel – Verkehrsunfälle durch Unachtsamkeit, weil der Blick beim Laufen auf das  Handydisplay gerichtet wird, oder Hausfriedensbruch, weil die Pokémon auf privatem Gelände auftauchen.
Aktuell gebe es im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen aber keine angezeigten Fälle, die einen direkten Bezug zu einer Spiele-App wie zum Beispiel „Pokémon-Go“  herstellen, sagte Markus Wortmann, Präventionsfachberater Cybercrime, auf Anfrage der GNZ. Er warnt jedoch vor solchen Spiele-Apps: „Viele Anwender laden sich eine Vielzahl von Apps auf ihre mobilen Endgeräte, dabei werden oftmals die Themen Datenschutz und Datensicherheit vernachlässigt. Die AGBs und deren Bedeutung und Verpflichtung werden häufig nicht beachtet und unterschätzt.“  Auch wenn Spiele-Apps „körperliche Bewegung“ in Aussicht stellten, „sollte der Nutzen und die Gefahren in vielerlei Hinsicht nicht außer Acht gelassen werden. Es geht letztendlich nicht darum, Verbote oder um Ängste zu schüren, sondern den bewussten Umgang in Bezug auf die Nutzung digitaler Medien zu fordern und zu fördern.“ Aus polizeilicher Sicht solle bei der generellen Nutzung  von Apps darauf geachtet werden, dass bei einer intensiven Nutzung gegebenenfalls andere Menschen in deren Umfeld in ihren Rechten verletzt werden könnten. „Die aktive Spielleidenschaft führt oftmals zu einer Unachtsamkeit im Straßenverkehr, was sowohl für den Spieler selbst, als auch für Dritte gefährlich sein könnte.“
Wortmann rät, sich vor dem Herunterladen zu vergewissern, dass es sich um die richtige App und keine Fake-App handelt, die sich als Spiel oder Hilfs-Tools ausgibt und gegebenenfalls die Ransomware, Viren oder einen Trojaner enthält. „Darüber hinaus sollte man sich vor Nutzung einer jeweiligen App zum Thema Preisgabe persönlicher Daten Gedanken machen und welche Daten gegebenenfalls an Dritte weitergegeben werden können.“ Bei vielen Apps gebe es  datenschutzrechtliche Bedenken, die Nutzungsverträge seien in der Regel mangelhaft. Konkret am Beispie von „Pokémon-Go“ werde Spielverhalten inklusive der aktuellen Geolokalisierung erfasst und in den USA verarbeitet, Daten könnten an Dritte weitergeben werden, es gebe keine Löschfristen und Käufe ohne Erlaubnis der Eltern seien möglich. Wortmann rät Eltern, sich generell über Spiele zu informieren, diese selbst auszuprobieren. „Wir raten, diese gemeinsam mit den Kindern zu entdecken, sich zeigen lassen und mit und von den Kindern zu lernen. Ansprechbarkeit, Vertrauen, Verständnis stellen die Grundlage dar. Verabreden Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln. Orientieren Sie sich an empfohlenen Nutzungszeiten. Bieten Sie Alternativen in der Freizeitgestaltung, unabhängig von Medien.“

Lest dazu auch unseren Spieletipp zu Pokémon Go!

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