Ein Zimmer, zwei Männer und jede Menge Blut

Vor acht Monaten ist die 17-jährige Anna mit ihrer Familie in das Zeugenschutzprogramm des FBI aufgenommen worden; seither lebt die Familie unter ständig wechselnden Identitäten und fällt allmählich auseinander. Die Mutter versinkt im Alkohol, Annas elfjährige Schwester zieht sich in sich selbst zurück und der Vater wirkt zunehmend besorgt um ihre Sicherheit. Als es sie in ein kleines Nest in Louisiana verschlägt, beschließt Anna, dass die Situation für sie nicht länger tragbar ist. Sie weiß nicht, weshalb oder vor wem die Familie geschützt werden muss, doch ihr oberstes Ziel ist es nun, ebendies herauszufinden. sourlos
Obwohl es ihr anfangs nicht gelingt, an Informationen zu gelangen, scheint sich die Lage der Familie zu verbessern – Anna lernt Ethan kennen, mit dem sie sich anfreundet; ihre kleine Schwester taut in der neuen Umgebung zusehends auf und die Mutter trinkt weniger. Dann jedoch häufen sich seltsame Vorfälle, und Anna fühlt sich zunehmend verfolgt. Außerdem hat sie immer häufiger Alpträume von einem Zimmer, zwei Männern, geheimnisvollen Büchern und jeder Menge Blut. Als Anna eines Nachts Ethan und einige Freunde auf eine Wildschweinjagd begleitet, löst das Abfeuern eines Gewehrs eine Flut von Erinnerungen in ihr aus – mit einem Mal wird ihr bewusst, dass sie selbst der Grund für die Aufnahme ihrer Familie ins Zeugenschutzprogramm ist: Anna ist in ihrer Heimat Arizona zufällig Zeugin des Mordes am Arbeitgeber ihres Vaters geworden, der in Geschäfte mit einem mexikanischen Drogenboss verwickelt war und Kassenbücher vor diesem zu verbergen versuchte. Das FBI benötigt Annas Aussage vor Gericht und wartet nun darauf, dass ihre Erinnerung zurückkommt und sie den Verbleib der Kassenbücher aufklären kann. Anna erzählt ihrem Vater von der Rückkehr ihrer Erinnerung, doch er enthüllt ihr, dass Spitzel des Drogenbosses ihren Aufenthaltsort kennen und mit ihm bereits über eine Übergabe der Kassenbücher im Gegenzug für die Sicherheit seiner Familie verhandeln. Während nun das FBI und ihr Vater an vollkommen entgegengesetzten Plänen arbeiten, um die Familie endgültig außer Gefahr zu bringen, entwickelt Anna in ihrer Verzweiflung den Plan, die Bücher selbst zurückzuholen und ihre Geschichte mitsamt Beweismaterial publik zu machen, um durch die öffentliche Aufmerksamkeit ihre Familie effektiver zu schützen – und gemeinsam mit   Ethan, den sie zunächst nur widerwillig in ihren Plan einweiht, macht sie sich auf den Weg zurück nach Arizona.
Spannend und temporeich bis zur letzten Seite und mit einer erfrischend unverbrauchten und außergewöhnlichen Thematik: Der Roman besticht durch eine fesselnde Handlungsführung und einen einnehmenden Schreibstil ebenso wie durch vielschichtige, interessante Charaktere und die richtige Mischung aus Aktion und Emotion. Eine Leseempfehlung, die zudem erst in einem ebenso mitreißenden Folgeband ihren endgültigen Abschluss findet.
Spurlos von Ashley Elston ist bei mixtvision erschienen.             (fpf)

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Rasantes Race über den Regenbogen

marioo

Mario Kart ist ein Nintendo-Klassiker. Der Racer, in dem Spieler in verschiedene Charaktere wie Mario, Luigi oder Yoshi schlüpfen und um die Wette fahren, hat inzwischen viele Ableger bekommen – einer erfolgreicher als der andere. Das aktuellste Mario-Kart-Spiel ist der achte Teil (die GNZ berichtete). Doch einer der am besten ausbalancierten Nintendo-Racer ist deutlich früher, im April 2008, in Deutschland erschienen: Mario Kart Wii (MKW).
Das Game nutzte alle Fähigkeiten der zu dieser Zeit noch neuen Konsole. Es machte Online-Rennen gegeneinander möglich und war mit normalem Controller steuerbar – oder mit der Motion-Plus-Mechanik, durch die per Bewegungen mit der Hand unter anderem Stunts leicht ausführbar waren.
Auch ein Lenkrad war als Steuerungsgelegenheit gegeben. Im Automatik- oder Manuell-Modus hatten Spieler Gelegenheit, die verschiedenen Cups in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu befahren, auch offline, und so immer mehr Motorräder, Autos und Charaktere freizuschalten. Jeder einzelne Fahrer hatte dabei ein anderes Spielgefühl. Verschiedene Werte je nach Gewicht der Charaktere und der Fahrzeuge machten das Spiel taktisch anspruchsvoll.
Wer sich an die Einstellung „Manuell“ wagte, hatte im Gegensatz zur Automatik die Freiheit, um Kurven zu driften und so einen zusätzlichen Geschwindigkeitsschub zu bekommen. Dazu kamen verschiedene Items, die das Spielgeschehen auflockerten. Etwa ein Stern, der den Fahrer für kurze Zeit unbesiegbar machte, oder eine Banane, auf der andere Fahrer – aber auch der Spieler selbst – ausrutschten. Mit dem sogenannten Maxi-Pilz entwickelte sich der eigene Charakter zu einer riesigenForm seiner selbst und überfuhr alle Spieler vor ihm. Besonders gemein:Der blaue Panzer, der den Ersten des Feldes trifft, egal, wie gut er fährt.
Das Spiel überzeugte so sehr, dass sich sogar eine internationale Clan-Szene bildete, die in Gruppen gegeneinander antrat. Immer weitere Abkürzungen wurden bei allen Strecken gefunden, wodurch die Bestzeiten der einzelnen Rundkurse immer wieder unterboten wurden. Das Spiel war ein gefundenes Fressen für jeden, der neben dem Familienspaß auch eine Herausforderung suchte. Auch diverse Glitches fanden schnell ihren Weg in öffentliche Videos, so dass jeder sie sich ansehen, üben und nachmachen konnte, wenn er wollte.Das führte dazu, dass vor allem online ein großes Ungleichgewicht des Könnens herrschte.
Gegen Ende der MKW-Ära und vor Release des Nachfolgers entwickelte die Community noch sogenannte Custom Tracks. Diese Strecken waren selbst erstellt, hatten eigene Musikuntermalungen und teils deutlich härtere Schwierigkeitsgrade. Sogar eigene Spielmodi wurden für diese Kurse entwickelt. Langeweile war da lange Jahre fehl am Platz – und bis heute ist das Spiel im wahrsten Wortsinn der absolute Renner auf Feiern. Online ist es zwar nur noch begrenzt möglich, das mindert aber den Spaß nicht. Wer sich also an der passabel gealterten Wii-Grafik nicht stört und die Konsole noch daheim stehen hat, kann auch heute noch bedenkenlos zugreifen.            (rim)

Der Kampf mit dem eigenen Schatten

persona

Jeder hat ein Geheimnis, das er nicht teilen möchte. Ob er sich dafür schämt oder einfach etwas Dummes getan hat – niemand darf davon erfahren. Das ist die Grundlage für die Geschichte von Persona 4, das inEuropa im März 2009 für die Playstation 2 erschienen ist. Der Protagonist heißt Yu Narukami und redet nicht – der Spieler „spricht“ mit seinenEntscheidungen für ihn.
Er wohnt eine Zeit lang bei seinem Onkel und dessenTochter in einem fiktionalen Dorf auf demLand. In dieser Zeit besucht er auch die dort ansässige Schule. Bereits am erstenTag schließt er Bekanntschaft mit Yosuke, Chie und Yukiko, die im Laufe des Spiels enge Freunde werden. Weitere Charaktere stoßen hinzu – allerdings erst imVerlauf des Spiels. Eines Tages wird eine Leiche in der Stadt gefunden – von einem Telefonmasten hängend. Die Tode häufen sich, die Polizei geht von einemSerienmörder aus – Beweise finden sich allerdings keine. Währenddessen geht im Ort das Gerücht um, dass sich etwas Wundervolles ereignet, wenn einSchüler Nachts in einen ausgeschalteten Fernseher schaut. Dort soll sich der Seelenverwandte des Schülers zeigen. Weit gefehlt, wie Yu schnell feststellt. Er wird beinahe in den Fernseher gezogen – einSchicksal, dass am nächsten Tag ihm und seinenFreunden wiederfährt, die ihm nicht glaubten und es mit eigenen Augen sehen wollten. Angekommen in dieser Fernsehwelt, ohne Ausgang in Sicht, stellt sich schnell heraus, wer der wahre Mörder ist. Oder doch nicht?
Persona 4 ist ein wahres Wunderwerk verschiedener Genres. Hauptsächlich ist es ein japanisch angehauchtes Rollenspiel mit Simulator-Elementen.So muss der Spieler in der Fernsehwelt ums Überleben kämpfen.Dafür stehen ihm„Persona“ zur Seite, die der eigenen Seele entspringen und die dadurch bezwungen werden, dass der Charakter über seinen  Schatten springt und sich seine Schwächen eingesteht. Zumindest ist dies bei den Freunden von Yu so. Er selbst hat die Gabe, über viele Persona gleichzeitig zu verfügen. Warum wird erst ganz amEnde klar – und auch nur, wenn der Spieler das beste Ende erreicht. Auf der anderenSeite müssen Schule, Familie und Freunde unter einen Hut gebracht werden.Je stärker die Bindung zu Freunden, desto stärkere Persona können geformt werden. Durch Jobs verdient der Spieler Geld, um sich für die Dungeons in der Fernsehwelt auszurüsten. Dazu gehören die genretypischen Waffen und Items. Die Kämpfe sind interessant gestaltet und können sowohl von denCharakteren als auch von denPersona bestritten werden. Besondere Spezialattacken, die von allen gemeinsam ausgeführt werden, sind ein echter Hingucker. So auch zwischenzeitliche Szenen, die in kleinen Filmen die Handlung vorantreiben. Ein Spiel, dass viel Spannung verspricht und noch mehr hält – unter anderem hervorragende und teils schockierende Charakterentwicklungen. Das ist, was vor allem an denFernseher fesselt: die Tiefen der Charaktere. Von Stunde zu Stunde ist die Angst vor dem Mörder spürbarer – und die Frage drängt sich auf, ob er vielleicht sogar unter den eigenenFreunden weilt.
Fazit: Sehr empfehlenswert! Zudem gibt es für die Playstation Vita eine überarbeitete Version: „Persona 4 Golden“, die einige Neuerungen bietet und die Geschichte weiterführt.
Für April 2017 ist bereits der Nachfolger angekündigt.           (rim)

Ein Funken Hoffnung

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Bereits in seinem mehrfach ausgezeichneten Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ schreibt John Boyne über den Krieg – das Schicksal zweier Jungen während Nazidiktatur und Holocaust ist trotz aller Grausamkeit poetisch erzählt und berührt den Leser unmittelbar. Ebendies gelingt ihm auch in „So fern wie nah“, dessen Geschichte zur Zeit des Ersten Weltkriegs angelegt ist. Alfie Summerfield ist fünf Jahre alt, als der Krieg ausbricht. An seinem Geburtstag gibt ihm Vater Georgie das Versprechen, bei der Familie zu bleiben – ein Schwur, den er am nächsten Tag bricht.
Da die Kämpfe nicht, wie von vielen erwartet und erhofft, bereits an Weihnachten beendet sind, beginnt für Alfie und seine Mutter eine schwere Zeit: So klein er auch ist, so sehr fühlt Alfie sich doch dafür verantwortlich, den Vater zu vertreten, und so beginnt er bald sogar, zu arbeiten, um seine Mutter auch finanziell zu unterstützen. Erst vier Jahre erfährt er, dass Georgie Summerfield nach England zurückgekehrt sein soll und in einer Klinik für traumatisierte Soldaten behandelt wird. Für Alfie steht fest, dass er seinen Vater nach Hause holen muss. Doch als er Georgie erstmals wieder gegenüber steht, voller Liebe und Glück, muss er erleben, dass sein eigener Vater ihn scheinbar nicht mehr wiedererkennt. Alfies Geschichte – und auch die seines Vater – ist einfühlsam erzählt und zieht den Leser in ihren Bann. Durch lebhafte und glaubwürdige Schilderungen zeichnet John Boyne ein gut vorstellbares Bild des Krieges und seiner Auswirkungen selbst für jene, die nicht unmittelbar daran beteiligt waren.
Obwohl der Krieg die Handlung dominiert, ist „So fern wie nah“ keine deprimierende Lektüre, sondern zeigt, ohne zu beschönigen, dass sich Hoffnung und Zusammenhalt auch in den scheinbar ausweglosesten Situationen finden lassen. Ein sehr poetischer Roman, der gleichzeitig als Zeitzeugnis gelesen werden kann, das zum Nachdenken anregt.             (fpf)

Biken wie auf der Achterbahn

trails
Schon nach wenigen Metern kommt der Flow. Der Trail, der wie ein offenes Buch vor meinem Vorderrad liegt, trägt seinen Namen: Flowtrail. Steile Rampen, enge Kurven, krasse Steps. Das Mountainbike unter mir treibt mich aber keinen klassischen Downhill runter. Die Bewegungen meines Körpers, der Mechanik des Bikes und der Pfad verschmelzen, bilden eine Einheit. Jeder Kehre, jeder Sprung, jede Seitenverlagerung greifen ineinander. Atmen, lenken, treten, springen – das alles geschieht in einem Fluss. In diesem Flow gibt es nur noch das Hier und Jetzt. Was nun klingt, als wäre ich in den Alpen oder gar in Moab in den USA, der irrt. Dieses einmalige leichte, intensive Gefühl gibt es direkt vor der Haustür. Unter anderem in Bad Orb.
Dort sind seit gut einem Jahr Klaus Bergfeld und zahlreiche ehrenamtliche Helfer dabei, die Tracks zu entwickeln. Professionelle Hilfe bekommen sie dabei vom Landschaftsgestalter und Bike-Lehrer Alexander Gaul. Mit Kennerblicken ziehen sie die Lines durch den Spessart. Zwar geben die Hänge des Spessarts die Spur hauptsächlich vor, aber auch einige North-Shore-Elemente und gebaute Drops kommen zum Einsatz. Das Flowtrail-Curven soll dabei krasse Action mit bewusstem Naturerlebnis verbinden. Denn darum soll es gehen: Hintern hoch, runter von der Couch und rein in den Wald. Dass dabei durchaus auch Matsch spritzt, gehört dazu. Denn sauber bleibt man an der Playstation, aber definitiv nicht auf dem Enduro-Bike.
Dabei ist das Flowtrail-Reiten nicht nur für exzellente Biker mit verdammt teuren Bikes interessant. Zum einen gibt es fast an jeder kniffligen Stelle „Chicken Trails“, also Umfahrungen für jeden, der sich doch nicht traut, die North-Shore zu fahren oder über den Wassergraben zu springen. Und auch diese Weichei-Pfade sind so in die Touren eingebaut, dass nach der zweiten oder dritten Runde dieses einmalige, flowige Feeling aufkommt, dass es sonst vielleicht nur auf deiner Lieblingsachterbahn gibt: Der Magen hebt und senkt sich, der Fahrtwind peitscht ins Gesicht, die Landschaft fliegt links und rechts vorbei. Der Adrenalinkick gehört natürlich auch dazu. Denn ungefährlich ist das Ganze nicht. Der Kick und der Flow aber sind das alles wert.
Das spüren auch die Jugendlichen der Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco Sannerz. Denn sie bauen einen der drei Trails bei Bad Orb. Inzwischen sind aus ihnen schon richtige Flowtrail-Enthusiasten geworden. Die Jumps und Steilkurven treiben ihnen keine Schweißperlen mehr auf die Stirn – dafür aber ein fettes Grinsen ins Gesicht. Denn die Schwerkraft, die Energie und – klar – den Flow am ganzen Körper zu spüren ist was ganz anderes, als nur die Daumen am Gamepad zu bewegen.
Dass auf der Abfahrt aber alles so sicher wie möglich zugeht – das Grinsen soll nicht durch Schrammen ersetzt werden – unterliegt der Streckenplan festen Regeln. Dass diese auch in Bad Orb gelten, dafür soll die DIMB, die Deutsche Initiative Mountainbike, sorgen. Sie haben schon viele Flowtrails zertifiziert und ihnen damit sozusagen das Gütesiegel aufgedrückt.
Wer sich unsicher ist, was er schaffen kann, dem helfen farbige Kennzeichnungen. Genau wie beim Skifahren sind blaue Pisten die leichtesten. Dann folgen rot und schwarz. Tiefdunkle Flowtrails wird es in Bad Orb vorerst nicht geben. Die sind ohnehin nur für echte Endurobiker mit entsprechenden Protektoren geeignet. Aber auch auf den roten und selbst auf den blauen Trails kommt eine Menge Spaß auf.
Im Moment – der Blick durchs Fenster zeigt es – ist nicht gerade Flowtrail-Wetter. Das Biken auf den butterweichen Pfaden ist aber enorm anstrengend. Daher sind die echten Flowrider im Moment auf den Waldwegen unterwegs – ob auf dem Bike oder zu Fuß. Denn jetzt gilt es, die Grundlagen für die neue Saison zu legen. Ausdauer, Ballance und Schwindelfreiheit sind wichtig. Dass die Show, deren Protagonist jeder Biker für sich ist, das fette Grinsen zaubern kann, das zu jeder Flowtrailtour dazu gehört.     (küm)

Auf der Jagd nach Abenteuern

mitsu

Wer Action, Spannung und eine Herausforderung sucht, ist mit der Monster-Hunter-Reihe jederzeit gut bedient. Im neuesten Teil, Monster Hunter Generations, wandelt der Spieler auf den Spuren der Vergangenheit. Das Spiel ist eine Reminiszenz an die vergangenen zehn Jahre der Serie – und kommt dennoch mit vielen Neuerungen daher.
Das Action-RPG von Entwickler Capcom ist für den Nintendo 3DS erschienen – wie bereits der Vorgänger Monster Hunter 4 Ultimate. Für viele Spieler stand lange nicht fest, ob es in Europa herauskommen würde – knapp ein Dreivierteljahr nach Erscheinen in Japan kam das Game dann doch noch in den Westen. Während sich viele freuten gab es auch andere Stimmen, die sich einen Monster-Hunter-Teil für die große Konsole wünschten – ähnlich wie Monster Hunter 3 Ultimate, welches für Nintendos WiiU herauskam. Die kritischen Stimmen allerdings verstummten schnell – und das nicht nur wegen eines eventuellen Monster-Hunter-Spiels für Nintendos angekündigte Heimkonsole „Switch“.
Aber erstmal alles auf Anfang. Ein Satz, der wörtlich zu nehmen ist: Wer zum ersten Mal ein Monster Hunter in der Hand hat, der ist wirklich Anfänger. Besonders, da es keine Spielanleitung gibt. Es gibt nichts außer dem eigens erstellten Jäger und unzählige verschiedene Waffenarten zur Auswahl. Wer gern mit einem schwerfälligen aber durchschlagkräftigen Hammer auf gigantische Monster einhauen möchte findet ebenso was er sucht, wie jemand, der lieber grazil mit Doppelklingen durch die Meute zu schnetzeln gedenkt. Jede Waffenart hat ihre eigenen spezifischen Angriffe, Abfolgen, Eigenarten und der Spieler kann sowohl online mit bis zu vier Leuten als auf offline in einer kleinen Story zocken. Dabei macht vor allem der Multiplayer den Charme des Spiels aus – genauso wie das allgegenwärtige Sammeln von Monster-Teilen, mit denen neue Waffen oder Rüstungen hergestellt werden. Mit zunehmender Erfahrung werden diese immer stärker – und die dafür benötigten Items immer seltener. Das war schon immer so – doch mit Generations kommen zudem noch vier neue Kampfstile hinzu. Jeder der vier Stile – namentlich Schlägerstil, Luftkampfstil, Konterstil und Gildenstil – hat eigene Spezialattacken und eigene Bewegungsabläufe. Während der Konterstil eher für Veteranen gedacht ist, die mithilfe ihrer Positionierung im richtigen Moment ausweichen, um zu kontern, ist der Gildenstil die gewohnte Art zu spielen – versehen mit Spezialtechniken. Der Schlägerstil hat eine vereinfachte Steuerung und Zugriff auf drei Spezialangriffe – was er mit verschiedenen Angriffsarten bezahlt, die fehlen. Mit dem Luftspiel sind Jäger in der Lage, von anderen Spielern und Monstern abzuspringen und so von oben anzugreifen. Regelmäßige zusätzliche Inhalte, neue Monster wie der beliebte Mitsuzune und neue Inhalte für Liebhaber der Katzen, die den Jäger begleiten, sorgen dafür, dass sich das Spiel komplett neu anfühlt. Kombiniert mit altbekannten Schauplätzen und Charakteren hat das Spiel eine ganz eigene Atmosphäre – und mausert sich so zu einem absolut spielenswerten Game auch für Neueinsteiger.
Zudem ist erst vor Kurzem eine Fortführung des Spiels mit neuem Schwierigkeitsgrad und neuen Monstern angekündigt worden, die in Japan am 18. März 2017 herauskommen soll. Wann sie im Westen aufschlägt ist noch nicht bekannt.

Virtual Reality

Wer wünscht sich nicht, einmal durch phantasievolle Welten zu gehen und mit eigenen Augen Feen, Trolle und unglaubliche Landschaftsformationen zu sehen? Virtual Reality (VR) machts möglich. Die virtuelle Realität ist nicht nur im Bereich Spiele angesiedelt. Flugsimulatoren helfen Piloten auszubilden, der therapeutische Einsatz wird untersucht und auch in der Planung vonlandschaftsveränderungen ist VR ein oft gesehenes Werkzeug. Im Bereich Gaming hat VR eine besondere Stellung. Verschiedene Entwickler versuchen sich daran, zum Beispiel per VR-Brille, die Wirklichkeit und ihre physikalischen Eigenschaften in einer inEchtzeit computergenerierten, interaktiven Umgebung darzustellen. So soll es gelingen, den Spieler – gefühlt – in eine völlig neue Welt zu entführen. Beispiele sind hier Occulus Rift, HTC Vive oder PlaystationVR. In verschiedenen Games kann der Spieler hier auf den Fersen vonDinosauriern wandeln, den höchsten Berg besteigen, als Held das Heimatland vor Bösem retten oder in einer riesigen fliegenden Festung über den Wolken leben. Gesteuert werden die Spiele unter anderem mit eigenen Bewegungen oder klassisch mit dem Controller. Problem bei dieser Variante: Während dem Spieler vorgegaukelt wird, er würde selbst gehen und erleben, sitzt er in seinem Stuhl. Eine komplizierte Geschichte für unser Gehirn, die zuweilen für Übelkeit sorgen kann – besser bekannt unter dem Terminus „Motion Sickness“. Eine Lösung für das Problem steht noch aus. Was haltet ihr von der Entwicklung der virtuellenRealität? Sagt uns eure Meinung auf Twitter unter twitter.com/Gen__Z.

Pokemon Go – ein alter Hut?

pokemon Erinnert ihr euch noch? Vor nicht allzu langer Zeit sind in Städten und auf dem Land alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam auf die Straße gegangen. Nicht um zu protestieren – nein. Das Ziel hieß Pokemon Go! Davon ist nicht mehr viel zu sehen. Nach dem rasanten Aufstieg der App sind nur noch die absoluten Liebhaber des Spiels mit ihrem Handy unterwegs, um die kleinen beliebten Monster zu fangen. Im August hat das Spiel 12 Millionen User verloren, Mitte Juli zählte die App noch 45 Millionen tägliche Spieler weltweit. Die Nachrichtenagentur Bloomberg (https://goo.gl/VouI2F) zeigt basierend auf Daten der Marktforscher Sensor Tower, Survey Monkey und Apptopia auf, dass die Statistiken zum Spiel nicht besonders positiv sind. Investierte Zeit und Downloadzahlen sind drastisch gesunken, nur hier und dort werden noch skurile Geschehnisse rund um die App berichtet. So zog ein Vorort von DenHaag gegen die Entwickler des Spiels vor Gericht, um zu verhindert, dass täglich hunderte Pokemon Go-Spieler durch geschützte Dünengebiete marschieren. Dass das Spiel seltsame Ausprägungen annehmen kann, zeigt auch eine Geschichte aus Plymouth in England. Dort befindet sich ein Pokemon Gym, in dem die  Monster trainiert werden können, mitten in einem Sexshop.  Nun interessiert das aber immer weniger Spieler. Auch der Verkaufsstart der Fanghilfe „PokemonGo Plus“ hilft nur wenig dabei, dem Abwertstrend die Stirn zu bieten. Woran könnte der Rückgang des Interesses an PokemonGo liegen? Darüber könnt ihr auf Twitter unter http://www.twitter.com/Gen__Z diskutieren.

Mit Assassin’s Creed durch die Epochen

protagonisten-von-links-altair-connor-kenway-ezio-di-auditore-jacob-frye-arno-dorian-edward-kenwayAm 21. Dezember diesen Jahres läuft Assassin‘s Creed in den deutschen Kinos an. Der Film mit Michael Fasssbender in der Hauptrolle basiert auf einer Videospielreihe, die ihren Anfang im Jahr 2007 nahm. Am 14. November erschien in den USA das Spiel Assassin‘s Creed. Darin schlüpft der Spieler in die Rolle von Desmond Miles. Der Barkeeper ist von der Firma Abstergo Industries, welche von Templern geleitet wird, entführt worden. Seitdem wird er gezwungen eine Maschine namens Animus zu nutzen. Mit Hilfe dieser Maschine ist es ihm möglich die Erinnerungen seines Vorfahren zu erleben. Desmond wird also in die Erinnerung seines Ahnen Altaïr Ibn-La‘Ahad geschickt, der im Heiligen Land zur Zeit des Dritten Kreuzzuges, 1191, lebte. Er gehört der Gruppierung der Assassinen an und hat zur Aufgabe, die Templer, den Erzfeind der Assassinen, zu besiegen. Im Laufe der Reihe schlüpft der Spieler immer wieder in unterschiedliche Rollen und Epochen. Anfangs ist noch Desmond der Protagonist. Er schlüpft nach Altaïr in Assassin´s Creed II (2009) in  die Haut von Ezio di Auditore da Firenze, der zur Zeit der Renaissance in Italien lebt. Sein großer Rivale ist Rodrigo Borgia, der später sogar Papst wird. Nachdem die Geschichte um Ezio und Desmond nach Assassin‘s Creed: Brotherhood (2010) und Assassin‘s Creed: Revalations (2011) auserzählt war, schlugen die Entwickler einen neuen Weg ein. Die Zeit in der modernen Welt rückte immer mehr in den Hintergrund und der Fokus lag fast ausschließlich auf den unterschiedlichen Zeitepochen. Mit Assassin‘s Creed III (2012) ging es in die Unabhängigkeitskriege in Nord-Amerika.  Connor Kenway heißt der Halb-Indianer, den der Spieler auf seinem Weg im Kampf für die Freiheit begleitet. Assassin‘s Creed IV: Black Flag (2013) präsentiert das große Piratenzeitalter in der Karibik im 18. Jahrhundert.  Edward Kenway ist Pirat und zu Beginn kein Assassine, jedoch merkt er bald, dass er daraus persönliche Vorteile erlangen kann. Zudem stellt sich später heraus, dass es sich bei ihm um Connors Großvater handelt.
Der fünfte Teil der Reihe trug den Namen Assassin‘s Creed: Unity (2014) und führte den Spieler nach Paris in der Zeit der französischen Revolution. Arno Dorian versucht hier die Ermordung seines Vaters durch die Templer aufzuklären und tritt dafür dem Rat der Assassinen bei.
Der aktuellste Teil heißt Assassin‘s Creed: Syndicate (2015) und erzählt die Geschichte von Jacob und Evie Frye, Zwillingen und Assassinen, die zur Zeit der Industrialisierung in London aktiv versuchen die Templer dort zu entmachten. Als Spieler der Reihe gibt es viel zu entdecken. Nicht nur wird von Ubisoft immer versucht den Geist und die Atmosphäre der jeweiligen Zeit einzufangen. Auch historisch bemüht sich der Entwickler immer möglichst korrekt zu bleiben. So sind die Menschen, auf die die Hauptfigur während der Reise gezwungen ist Attentate zu verüben, wirklich zu dem Zeitpunkt verstorben, an dem der Hauptcharakter sie tötet. Um das Gefühl richtig zu vermitteln, werden oft historische Figuren in die Spiele eingebaut. So trift der Spieler König Löwenherz, Leonardo Da Vinci, George Washington, Edward „Blackbeard“ Teach, Napoleon Bonaparte oder Queen Victoria. Dadurch ergibt sich ein direkter Bezug zu der Geschichte, die vermittelt wird. Auch das Handeln, Klettern, Täuschen und Tarnen sind elementarer Bestandteil der Reihe. Die wirklichen Feinheiten des Spiels sind erst erfassbar, wenn der Spieler nicht einfach eine Veranstaltung stürmt und sämtliche Anwesenden tötet. Assassin‘s Creed und alle Hauptspiele wurden für PC, Playstation 3 und Xbox 360 veröffentlicht. Seit Assassin‘s Creed IV: Black Flag erscheinen die Spiele zusätzlich noch für Playstation 4 und Xbox One. Ubisoft plant zudem, die Ezio-Trilogie (Assassin‘s Creed II, Assassin‘s Creed: Brotherhood und Assassin‘s Creed: Revalations) in einer Remastert-Edition für Playstation 4 und Xbox One unter dem Titel „Assassin‘s Creed: The Ezio Collection“ am 17. November erneut zu veröffentlichen. Der Film, der im Dezember ins Kino kommt, behandelt keine Geschichte, die schon so in den Spielen vorkam.  Michael Fassbender verkörpert hier Callum Lynch, einen zum Tode verurteilten Mörder, der sich für Experimente zur Verfügung stellt. Hier wird Lynch mit dem Animus konfrontiert und schlüpft in die Erinnerungen seines Vorfahren Aguilar de Nerha, der im 15. Jahrhundert in Spanien lebte; zur Zeit der Spanischen Inquisition.

 

Gametipp „No Man’s Sky“

Unendliche Weiten – wer hat nicht beim Schmökern in Epen wie Star Wars oder Star Trek davon geträumt? Fremde Planeten erkunden, neue Spezies entdecken, all das will das Studio „Hello Games“  mit „No Man‘s Sky“ bieten. Bekannt ist das Studio durch die Computerspielreihe „Joe Danger“, bei der es sich um einen Side-Scroller mit Jump-‘n‘-Run- und Rennspiel-Elementen handelt.
Durch eine sogenannte prozedurale Programmierung ist es dem Spieler von „No Man‘s Sky“ möglich, insgesamt ungefähr 18 Trillionen unterschiedliche Planeten zu erkunden. Jeder Planet hat seine eigene Flora, Fauna und Geografie. Entdeckt ein Spieler einen neuen Planeten, so darf er diesem sogar einen Namen geben. Angelegt ist das Erlebnis als Action-Adventure- und Survival-Game. Man kann die Landschaft kennenlernen oder mit den unterschiedlichen Alienrassen kommunizieren. Offiziell soll das Ziel des Spieles sein, das Zentrum des Universums zu erreichen. Abseits davon steht es dem Spieler jedoch frei, wie er sich verhält. Ob er nun als Forscher neue Planeten kennenlernt, als Händler Stoffe sammelt, die er dann verkauft, oder ob er als Pirat andere Schiffe überfällt, bleibt ihm selbst überlassen. Sollte man auf einem Planeten zu viel Schaden anrichten, indem man etwa zu viele Tiere tötet, kommen Drohnen, die den Spieler bekämpfen. Die Intensität dieser Verfolgung soll sich nach der Aufmerksamkeit richten, die die Taten des Spielers auf sich ziehen. Das stetig ansteigende Fahndungslevel wird gern mit dem von „Grand Theft Auto“ verglichen. Das Spiel erschien am 10. August für die Playstation 4 und kostet rund 60 Euro.                  (jmg)

No Man's Sky
No Man’s Sky