Ein Zimmer, zwei Männer und jede Menge Blut

Vor acht Monaten ist die 17-jährige Anna mit ihrer Familie in das Zeugenschutzprogramm des FBI aufgenommen worden; seither lebt die Familie unter ständig wechselnden Identitäten und fällt allmählich auseinander. Die Mutter versinkt im Alkohol, Annas elfjährige Schwester zieht sich in sich selbst zurück und der Vater wirkt zunehmend besorgt um ihre Sicherheit. Als es sie in ein kleines Nest in Louisiana verschlägt, beschließt Anna, dass die Situation für sie nicht länger tragbar ist. Sie weiß nicht, weshalb oder vor wem die Familie geschützt werden muss, doch ihr oberstes Ziel ist es nun, ebendies herauszufinden. sourlos
Obwohl es ihr anfangs nicht gelingt, an Informationen zu gelangen, scheint sich die Lage der Familie zu verbessern – Anna lernt Ethan kennen, mit dem sie sich anfreundet; ihre kleine Schwester taut in der neuen Umgebung zusehends auf und die Mutter trinkt weniger. Dann jedoch häufen sich seltsame Vorfälle, und Anna fühlt sich zunehmend verfolgt. Außerdem hat sie immer häufiger Alpträume von einem Zimmer, zwei Männern, geheimnisvollen Büchern und jeder Menge Blut. Als Anna eines Nachts Ethan und einige Freunde auf eine Wildschweinjagd begleitet, löst das Abfeuern eines Gewehrs eine Flut von Erinnerungen in ihr aus – mit einem Mal wird ihr bewusst, dass sie selbst der Grund für die Aufnahme ihrer Familie ins Zeugenschutzprogramm ist: Anna ist in ihrer Heimat Arizona zufällig Zeugin des Mordes am Arbeitgeber ihres Vaters geworden, der in Geschäfte mit einem mexikanischen Drogenboss verwickelt war und Kassenbücher vor diesem zu verbergen versuchte. Das FBI benötigt Annas Aussage vor Gericht und wartet nun darauf, dass ihre Erinnerung zurückkommt und sie den Verbleib der Kassenbücher aufklären kann. Anna erzählt ihrem Vater von der Rückkehr ihrer Erinnerung, doch er enthüllt ihr, dass Spitzel des Drogenbosses ihren Aufenthaltsort kennen und mit ihm bereits über eine Übergabe der Kassenbücher im Gegenzug für die Sicherheit seiner Familie verhandeln. Während nun das FBI und ihr Vater an vollkommen entgegengesetzten Plänen arbeiten, um die Familie endgültig außer Gefahr zu bringen, entwickelt Anna in ihrer Verzweiflung den Plan, die Bücher selbst zurückzuholen und ihre Geschichte mitsamt Beweismaterial publik zu machen, um durch die öffentliche Aufmerksamkeit ihre Familie effektiver zu schützen – und gemeinsam mit   Ethan, den sie zunächst nur widerwillig in ihren Plan einweiht, macht sie sich auf den Weg zurück nach Arizona.
Spannend und temporeich bis zur letzten Seite und mit einer erfrischend unverbrauchten und außergewöhnlichen Thematik: Der Roman besticht durch eine fesselnde Handlungsführung und einen einnehmenden Schreibstil ebenso wie durch vielschichtige, interessante Charaktere und die richtige Mischung aus Aktion und Emotion. Eine Leseempfehlung, die zudem erst in einem ebenso mitreißenden Folgeband ihren endgültigen Abschluss findet.
Spurlos von Ashley Elston ist bei mixtvision erschienen.             (fpf)

Biken wie auf der Achterbahn

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Schon nach wenigen Metern kommt der Flow. Der Trail, der wie ein offenes Buch vor meinem Vorderrad liegt, trägt seinen Namen: Flowtrail. Steile Rampen, enge Kurven, krasse Steps. Das Mountainbike unter mir treibt mich aber keinen klassischen Downhill runter. Die Bewegungen meines Körpers, der Mechanik des Bikes und der Pfad verschmelzen, bilden eine Einheit. Jeder Kehre, jeder Sprung, jede Seitenverlagerung greifen ineinander. Atmen, lenken, treten, springen – das alles geschieht in einem Fluss. In diesem Flow gibt es nur noch das Hier und Jetzt. Was nun klingt, als wäre ich in den Alpen oder gar in Moab in den USA, der irrt. Dieses einmalige leichte, intensive Gefühl gibt es direkt vor der Haustür. Unter anderem in Bad Orb.
Dort sind seit gut einem Jahr Klaus Bergfeld und zahlreiche ehrenamtliche Helfer dabei, die Tracks zu entwickeln. Professionelle Hilfe bekommen sie dabei vom Landschaftsgestalter und Bike-Lehrer Alexander Gaul. Mit Kennerblicken ziehen sie die Lines durch den Spessart. Zwar geben die Hänge des Spessarts die Spur hauptsächlich vor, aber auch einige North-Shore-Elemente und gebaute Drops kommen zum Einsatz. Das Flowtrail-Curven soll dabei krasse Action mit bewusstem Naturerlebnis verbinden. Denn darum soll es gehen: Hintern hoch, runter von der Couch und rein in den Wald. Dass dabei durchaus auch Matsch spritzt, gehört dazu. Denn sauber bleibt man an der Playstation, aber definitiv nicht auf dem Enduro-Bike.
Dabei ist das Flowtrail-Reiten nicht nur für exzellente Biker mit verdammt teuren Bikes interessant. Zum einen gibt es fast an jeder kniffligen Stelle „Chicken Trails“, also Umfahrungen für jeden, der sich doch nicht traut, die North-Shore zu fahren oder über den Wassergraben zu springen. Und auch diese Weichei-Pfade sind so in die Touren eingebaut, dass nach der zweiten oder dritten Runde dieses einmalige, flowige Feeling aufkommt, dass es sonst vielleicht nur auf deiner Lieblingsachterbahn gibt: Der Magen hebt und senkt sich, der Fahrtwind peitscht ins Gesicht, die Landschaft fliegt links und rechts vorbei. Der Adrenalinkick gehört natürlich auch dazu. Denn ungefährlich ist das Ganze nicht. Der Kick und der Flow aber sind das alles wert.
Das spüren auch die Jugendlichen der Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco Sannerz. Denn sie bauen einen der drei Trails bei Bad Orb. Inzwischen sind aus ihnen schon richtige Flowtrail-Enthusiasten geworden. Die Jumps und Steilkurven treiben ihnen keine Schweißperlen mehr auf die Stirn – dafür aber ein fettes Grinsen ins Gesicht. Denn die Schwerkraft, die Energie und – klar – den Flow am ganzen Körper zu spüren ist was ganz anderes, als nur die Daumen am Gamepad zu bewegen.
Dass auf der Abfahrt aber alles so sicher wie möglich zugeht – das Grinsen soll nicht durch Schrammen ersetzt werden – unterliegt der Streckenplan festen Regeln. Dass diese auch in Bad Orb gelten, dafür soll die DIMB, die Deutsche Initiative Mountainbike, sorgen. Sie haben schon viele Flowtrails zertifiziert und ihnen damit sozusagen das Gütesiegel aufgedrückt.
Wer sich unsicher ist, was er schaffen kann, dem helfen farbige Kennzeichnungen. Genau wie beim Skifahren sind blaue Pisten die leichtesten. Dann folgen rot und schwarz. Tiefdunkle Flowtrails wird es in Bad Orb vorerst nicht geben. Die sind ohnehin nur für echte Endurobiker mit entsprechenden Protektoren geeignet. Aber auch auf den roten und selbst auf den blauen Trails kommt eine Menge Spaß auf.
Im Moment – der Blick durchs Fenster zeigt es – ist nicht gerade Flowtrail-Wetter. Das Biken auf den butterweichen Pfaden ist aber enorm anstrengend. Daher sind die echten Flowrider im Moment auf den Waldwegen unterwegs – ob auf dem Bike oder zu Fuß. Denn jetzt gilt es, die Grundlagen für die neue Saison zu legen. Ausdauer, Ballance und Schwindelfreiheit sind wichtig. Dass die Show, deren Protagonist jeder Biker für sich ist, das fette Grinsen zaubern kann, das zu jeder Flowtrailtour dazu gehört.     (küm)

Virtual Reality

Wer wünscht sich nicht, einmal durch phantasievolle Welten zu gehen und mit eigenen Augen Feen, Trolle und unglaubliche Landschaftsformationen zu sehen? Virtual Reality (VR) machts möglich. Die virtuelle Realität ist nicht nur im Bereich Spiele angesiedelt. Flugsimulatoren helfen Piloten auszubilden, der therapeutische Einsatz wird untersucht und auch in der Planung vonlandschaftsveränderungen ist VR ein oft gesehenes Werkzeug. Im Bereich Gaming hat VR eine besondere Stellung. Verschiedene Entwickler versuchen sich daran, zum Beispiel per VR-Brille, die Wirklichkeit und ihre physikalischen Eigenschaften in einer inEchtzeit computergenerierten, interaktiven Umgebung darzustellen. So soll es gelingen, den Spieler – gefühlt – in eine völlig neue Welt zu entführen. Beispiele sind hier Occulus Rift, HTC Vive oder PlaystationVR. In verschiedenen Games kann der Spieler hier auf den Fersen vonDinosauriern wandeln, den höchsten Berg besteigen, als Held das Heimatland vor Bösem retten oder in einer riesigen fliegenden Festung über den Wolken leben. Gesteuert werden die Spiele unter anderem mit eigenen Bewegungen oder klassisch mit dem Controller. Problem bei dieser Variante: Während dem Spieler vorgegaukelt wird, er würde selbst gehen und erleben, sitzt er in seinem Stuhl. Eine komplizierte Geschichte für unser Gehirn, die zuweilen für Übelkeit sorgen kann – besser bekannt unter dem Terminus „Motion Sickness“. Eine Lösung für das Problem steht noch aus. Was haltet ihr von der Entwicklung der virtuellenRealität? Sagt uns eure Meinung auf Twitter unter twitter.com/Gen__Z.

Pokemon Go – ein alter Hut?

pokemon Erinnert ihr euch noch? Vor nicht allzu langer Zeit sind in Städten und auf dem Land alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam auf die Straße gegangen. Nicht um zu protestieren – nein. Das Ziel hieß Pokemon Go! Davon ist nicht mehr viel zu sehen. Nach dem rasanten Aufstieg der App sind nur noch die absoluten Liebhaber des Spiels mit ihrem Handy unterwegs, um die kleinen beliebten Monster zu fangen. Im August hat das Spiel 12 Millionen User verloren, Mitte Juli zählte die App noch 45 Millionen tägliche Spieler weltweit. Die Nachrichtenagentur Bloomberg (https://goo.gl/VouI2F) zeigt basierend auf Daten der Marktforscher Sensor Tower, Survey Monkey und Apptopia auf, dass die Statistiken zum Spiel nicht besonders positiv sind. Investierte Zeit und Downloadzahlen sind drastisch gesunken, nur hier und dort werden noch skurile Geschehnisse rund um die App berichtet. So zog ein Vorort von DenHaag gegen die Entwickler des Spiels vor Gericht, um zu verhindert, dass täglich hunderte Pokemon Go-Spieler durch geschützte Dünengebiete marschieren. Dass das Spiel seltsame Ausprägungen annehmen kann, zeigt auch eine Geschichte aus Plymouth in England. Dort befindet sich ein Pokemon Gym, in dem die  Monster trainiert werden können, mitten in einem Sexshop.  Nun interessiert das aber immer weniger Spieler. Auch der Verkaufsstart der Fanghilfe „PokemonGo Plus“ hilft nur wenig dabei, dem Abwertstrend die Stirn zu bieten. Woran könnte der Rückgang des Interesses an PokemonGo liegen? Darüber könnt ihr auf Twitter unter http://www.twitter.com/Gen__Z diskutieren.

Gametipp „No Man’s Sky“

Unendliche Weiten – wer hat nicht beim Schmökern in Epen wie Star Wars oder Star Trek davon geträumt? Fremde Planeten erkunden, neue Spezies entdecken, all das will das Studio „Hello Games“  mit „No Man‘s Sky“ bieten. Bekannt ist das Studio durch die Computerspielreihe „Joe Danger“, bei der es sich um einen Side-Scroller mit Jump-‘n‘-Run- und Rennspiel-Elementen handelt.
Durch eine sogenannte prozedurale Programmierung ist es dem Spieler von „No Man‘s Sky“ möglich, insgesamt ungefähr 18 Trillionen unterschiedliche Planeten zu erkunden. Jeder Planet hat seine eigene Flora, Fauna und Geografie. Entdeckt ein Spieler einen neuen Planeten, so darf er diesem sogar einen Namen geben. Angelegt ist das Erlebnis als Action-Adventure- und Survival-Game. Man kann die Landschaft kennenlernen oder mit den unterschiedlichen Alienrassen kommunizieren. Offiziell soll das Ziel des Spieles sein, das Zentrum des Universums zu erreichen. Abseits davon steht es dem Spieler jedoch frei, wie er sich verhält. Ob er nun als Forscher neue Planeten kennenlernt, als Händler Stoffe sammelt, die er dann verkauft, oder ob er als Pirat andere Schiffe überfällt, bleibt ihm selbst überlassen. Sollte man auf einem Planeten zu viel Schaden anrichten, indem man etwa zu viele Tiere tötet, kommen Drohnen, die den Spieler bekämpfen. Die Intensität dieser Verfolgung soll sich nach der Aufmerksamkeit richten, die die Taten des Spielers auf sich ziehen. Das stetig ansteigende Fahndungslevel wird gern mit dem von „Grand Theft Auto“ verglichen. Das Spiel erschien am 10. August für die Playstation 4 und kostet rund 60 Euro.                  (jmg)

No Man's Sky
No Man’s Sky

Schleichwerbung auf YouTube

YouTuber brauchen Glaubwürdigkeit – sonst ist es mit dem Internetruhm bald vorbei. Das wissen auch Medienkontrolleure, die nach Schleichwerbung im Netz suchen. Dort müssen sie jungen Stars immer wieder erklären, wie man Werbung sauber kennzeichnet. Ein Proteststurm im Internet kann für YouTube-Stars viel schlimmer sein als ein Mahnbrief der Medienaufsicht wegen Schleichwerbung. Das sagt Cornelia Holsten, Direktorin der Landesmedienanstalt Bremen. „Die Zuschauer nehmen diesem Menschen ab, dass er die vorgestellte Kleidung oder diesen Mascara besonders toll findet. Dass neue YouTube-Stars durch ihre Reichweite für Unternehmen so spannend werden, hat sich bei uns erst in den letzten Jahren entwickelt. Gerade hier ist es wichtig, dass eine bezahlte Werbebotschaft als Werbung erkennbar ist. Dabei galt auch früher für andere Medien: Eine Werbebotschaft muss immer als solche gekennzeichnet sein“, erklärt Holsten. „Unser Eindruck ist: Keiner der YouTuber wacht morgens auf und sagt: Jetzt verstoße ich mal gegen den Rundfunkstaatsvertrag oder gegen Gesetze. Das war früher eher Unkenntnis“, meint Holsten. Die klassische Zielgruppe für Internetwerbung sind übrigens Menschen unter 20 Jahren. Und sie beginnt etwa mit 12 oder 13 Jahren. „Deswegen ist die Kennzeichnung von Werbung noch wichtiger. Und parallel die Vermittlung von Kompetenz. Die jungen Zuschauer müssen wissen, dass ihr Star sein Geld damit verdient – mit seiner Präsentation im Internet“, betont Holsten. Was macht für euch die Glaubwürdigkeit von Bloggern und YouTubern aus? Wir sind gespannt auf eure Meinungen.

Jugendwort des Jahres gesucht

Der Langenscheidt Verlag sucht ab sofort das Jugendwort des Jahres 2016. Auf der neu gestalteten Webseite http://www.jugendwort.de sind nun die Top 30 aller eingereichten Neuschöpfungen aus der Jugendsprache zu finden – ausgewählt nach Originalität, Kreativität und Verbreitung. Bis zum Montag, 31. Oktober, können junge wie ältere Menschen noch für ihr Lieblingswort stimmen. Die zehn meistgewählten Begriffe schaffen es anschließend in die finale Runde zum Jugendwort des Jahres 2016, das am Freitag, 18. November, von einer Jury gewählt wird. Anbei die Top 30 der vorgeschlagenen Begriffe und was sie eigentlich bedeuten sollen.
„Am fly sein“ (besonders abgehen), „Analog-Spam“ (Werbebrief per Post), „bae“ (before anyone/ Bezeichnung für beste Freundin, Pizza …), „Bambusleitung“ (schlechte Internetverbindung), „Tintling“ (Tätowierter), „Banalverkehr“ (belangloser Chatverlauf), „cheedo“ (cool), „darthvadern“ (den Vater raushängen lassen: „Ich bin immer noch dein Vater“), „Dumfall“ (Dummer Unfall), „Fleischdesigner“ (Chirurg), „ Googleschreiber“ (Person, die die URL bei Google eingibt), „gz“ (Congratulations), „Hopfensmoothie“ (Bier), „Internetausdrucker“  (Person, die Websites ausdruckt), „Interneteier“ (Mut, nur online laut zu sein), „isso“ (Zustimmung, Unterstreichen von etwas), „mailden“ (per Mail melden), „modeln“ (Hunger aushalten), „Mois“ (Alter, Kumpel, Bro), „Overcut“ (Halbglatze), „schmoof“ (smooth, geschmeidig), „slearning“ (sleeping while learning, vor allem im Unterricht), „Süßmo“ (süße Person, Kosename), „Swaggernaut“ (extrem coole Person), „Swagphone“ (Smartphone zum Angeben), „Tindergarten“ (Sammlung von Onlinedating-Kontakten), „Tweef“  (Streit – Beef – über Twitter), „Uhrensohn“ (Jemand, der sich zur falschen Zeit wie ein Idiot benimmt), „Yologamie“ (Yolo / Monogamie: offene Beziehung), „Vollpfostenantenne“ (Selfiestick).

Was haltet ihr von dieser Abstimmung. Und habt ihr schon ein Lieblingswort?Wir sind gespannt auf eure Antworten.

Spaß am Spiel im großen Stil

Köln (mei). Rund 345000 Besucher aus 97 Ländern, darunter 30500 Fachbesucher, erlebten vergangene Woche das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele auf dem Kölner Messegelände. Unter dem diesjährigen Leitthema „Heroes in New Dimensions“ feierten sie vom 17. bis 21. August den Spaß am Spiel. Mit 877 Unternehmen, 9 Prozent mehr als im Vorjahr, aus 54 Ländern  präsentierten sich so viele Firmen wie nie zuvor auf der Gamescom.

Bereits am Mittwoch, der Tag, an dem ausschließlich Presse und Fachbesucher Zutritt zur Gamescom hatten, füllten sich die Hallen schnell. Kein Wunder, an allen Ecken und Enden warteten neue, unbekannte Spiele, von denen bisher höchstens Trailer zu sehen  waren, auf die Gamer und Interessenten. Neben spektakulären Präsentationen bekannter und neuer Spiele wurden den Besuchern zahlreiche Events und Aktionen geboten. Von neuester Hardware über Hunderte Premieren und Blockbuster-Titel − von Konsole und PC, über Online- bis hin zu Mobile-Games – bis zum umgebauten DeLorean, der als Zeitmaschine aus dem Film „Zurück in die Zukunft“, gab es einiges zu entdecken.
Die diesjährigen Top-Trends Virtual Reality, eSports und „Der Spieler als Gestalter“ waren in den Kölner Messehallen allgegenwärtig und sorgten bei den Gamern für vergnügliche Stunden. Abseits der Ausstellerstände boten das Programm der Social Media Stage, das Cosplay Village, Family & Friends, der Gamescom Campus und zahlreiche In- und Outdoor-Aktionen Unterhaltung – auf einer Fläche von 193000 Quadratmetern. In den Hallen hatten die Gamer Gelegenheit, sich Spiele wie das bald erscheinende Final Fantasy 15 anzusehen und anzutesten. Trailer flackerten in den Hallen von den Wänden, während sich Menschenmassen durch die Gänge bewegten, in langen Warteschlangen standen und das Messeerlebnis genossen.
Dieses hörte übrigens keinesfalls hinter den Hallen auf – auf dem Asphalt saßen unzählige    Besucher, machten eine Pause, unterhielten sich mit Gleichgesinnten und tauschten sich über das Erlebte aus. Auch Youtube-Größen der Lets-Play-Szene, wie Gronkh oder Herr Bergmann, tummelten sich in den Hallen und gaben Autogramme.
„Die Gamescom ist für die europäische Computer- und        Videospielindustrie die wichtigste Businessplattform“, zog Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH, ein Fazit der Messetage. „Der Zuwachs um 9 Prozent und die erneut gestiegene Internationalität auf Ausstellerseite bestätigten  diese führende Position.“ Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), dem Träger-Verband der Gamescom, schloss sich dem an: „Die Gamescom hat in diesem Jahr gezeigt, dass sie nicht einfach nur eine    Videospielmesse ist, sondern ein 360-Grad-Event zur Zukunft des digitalen Entertainments.“ Im Jahr 2017 wird die Messe von Dienstag, 22. August, bis Samstag, 26. August, erneut in Köln veranstaltet.Hinterhalle

„Virtual Realty“ oder „Augmented Reality“

Das Zauberwort auf der diesjährigen Gamescom lautete „Virtual reality“. Mithilfe von aufwendigen Headsets tauchen Nutzer komplett in virtuelle Welten ab. Demgegenüber bringt der enorme    Erfolg eines Spiels wie „Pokémon Go“, das am Smartphone oder Tablet gespielt werden kann, den Begriff der „Augmented reality“, was so viel wie erweiterte Realität bedeutet, in die öffentliche Diskussion. Hierbei dringen Spieler nicht in künstliche Welten ein, sondern erkunden ihre konkrete Umgebung mithilfe des Computers. Was meint ihr, welcher Trend sich langfristig durchsetzen wird? Und was bedeutet das eigentlich für unsere Vorstellungen von   Realität? Ist nur das real, was unabhängig von unserer Wahrnehmung existiert, oder erzeugt unsere Wahrnehmung das, was wir Wirklichkeit nennen? Eine alte philosophische Frage, die unter dem Vorzeichen der digitalen     Erweiterung unserer Sinne eine neue Relevanz erhält. Ist ein        öffentlicher Park, in dem ein Mann Blumen betrachtet und ein Jugendlicher Pokémon jagt, eigentlich derselbe Park, oder befinden sich beide dann an unterschiedlichen Orten?

 

Gemeinsame Leidenschaft

Main-Kinzig-Kreis (jas). Das Teilen einer gemeinsamen Leidenschaft war den jungen Musikern bei der Gründung ihrer Band „uNNamed“ besonders wichtig. Heute mischen sie ganz viele Elemente zur deutschen Rockmusik, um sich individuell abzuheben. Ein Hauch von Punk und eine Prise Alternative ergeben ihre „bunte Mischung“. Die Band aus dem Main-Kinzig-Kreis liebt ihre spezielle Richtung und ist dabei auch nur Eine von wenigen.

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Die hessische Band besteht in dieser Besetzung erst seit Oktober 2015. Im Fasching 2013 entstand die Grundidee der Bandgründung durch den Sänger und zweiten Gitarristen Paul Kleiß, den Bassisten, aber vorher Cajon spielenden Christopher Guhlke und ihren damaligen Bassisten. Paul und Christopher kannten sich dabei schon seit ihrer Schulzeit. Doch da der Bassist ziemlich schnell wieder absprang, kamen sie über einen guten Freund an Wolf Siegert. Der Gitarrist fügte sich ausgezeichnet in die Band ein. Die ersten kleinen Auftritte nahmen sie noch als Trio auf sich. Ihre Premiere war das Unterhalten der Geburtstagsgäste von Christopher Guhlkes Tante. „Doch es war klar, wir waren auf der Suche nach einem Schlagzeuger“, so Paul Kleiß. Dominic Schultheis spielte parallel in einer anderen Band. An sich sollte der Schlagzeuger nur für einen „Gig“ der Band aushelfen. „Es hat so viel Spaß mit Euch gemacht“, meint Dominic Schultheis, dass er dann ab Oktober 2015 die Band komplett machte.
Als Trio probten sie damals noch im Dachgeschoss von Christopher Guhlkes Wohnung. Doch seit Ende letzten Jahres probt das Quartett einmal die Woche in Schlierbach. Sie suchten einen richtigen Proberaum und teilen sich diesen mit einer anderen Band. Einen festen Termin haben sie nicht, da Dominic in Schicht arbeitet.
Paul Kleiß (21) hat mit dem Gitarren spielen und dem Gesang erst seit der Bandgründung begonnen. „Ich sang vorher nur im Kinderchor“, lacht er. Am Anfang brachte er sich die Gitarre selbst bei und ließ sich von Wolf Siegert ein paar Griffe zeigen. Dann entschied er sich für ein halbes Jahr Gitarrenunterricht, woraus sich dann der Gesangsunterricht entwickelte. Paul Kleiß absolvierte eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner.
Christopher Guhlke (21) spielt Bass erst seit knapp zwei Jahren. Die Bandgründung ermutigte ihn dazu und ließ sich ebenfalls von Wolf Siegert bei der Harmonielehre helfen. „Am damaligen Faschingsabend hatte ich richtig Lust, Musik zu machen“, sagt Christopher Guhlke. „Und das haben wir dann schnell verwirklicht.“ Er machte eine Ausbildung zum Technischen Systemplaner und möchte sich bald zum Techniker weiterbilden.
Das Küken in der Band ist Wolf Siegert (17). Seit dreieinhalb Jahren nutzt er seine Fingerfertigkeit an der Gitarre. „Ich hatte damals einfach Lust darauf.“ Mit dieser Motivation lehrte er sich das Spielen selbst und lernt stetig Neues dazu. Vorher spielte er in Schulbands und musizierte mit seinen Freunden. Wolf Siegert ist Schüler des Grimmelshausen-Gymnasiums Gelnhausen und macht in zwei Jahren Abschluss.
Zehn Jahre älter ist Dominic Schultheis. Er hat seit 13 Jahren Schlagzeugerfahrung. „Nach dem ersten Lied war klar, dass er bei uns bleiben muss“, erzählt Paul Kleiß. Zur Zeit spielt Dominic Schultheis parallel noch in einer zweiten Band. Das Musizieren ist somit eine Leidenschaft für ihn. Der gelernte Altenpfleger kann mit seinen Erfahrungen viel mit einbringen.
„uNNamed“ bedeutet auf Deutsch „ohne Name“ oder „namenlos“. „Der Name ist wirklich pure Kreativität“, lacht Christopher Guhlke. Für die Band war es ziemlich schwierig, etwas Perfektes für jeden zu finden. Irgendwann kam Wolf Siegert dann auf die glorreiche Idee: „Dann bleiben wir eben namenlos.“ Mit viel Humor fanden die anderen Gefallen an dem Einfall und stimmten zu. Gleichzeitig arbeiteten sie auch an einem eigenen tierischen Logo. Christopher Guhlke machte sich im Internet nach Logoideen schlau, bis er auf einen Löwenkopf stieß. Mit viel Mühe zeichnete er seine ersten Entwürfe. Über Dominic Schultheis kamen sie an Matthias Hausen, der das Grundgerüst für die Band zeichnete. Nach dem Ändern von ein paar Kleinigkeiten war das Logo endlich ideal.
In der kurzen Zeit nahm das Quartett bereits zwischen 15 und 20 eigene Songs in seinem Programm auf. „Das geht bei uns eigentlich ziemlich schnell“, meint Paul Kleiß. Er und Wolf Siegert konzentrieren sich dabei auf das Verfassen des Textes. Dabei schreiben sie über die Liebe, das Trinken oder Sozialkritik. Ansonsten entstehen die Lieder gemeinsam. Beispielsweise entwickelt die Gitarre die ersten Töne, danach richtet sich dann der Bass, und das Schlagzeug passt sich zum Schluss an.
„Die fertigen Produkte hätte keiner von uns so alleine hinbekommen“, sagt Wolf Siegert. Das „Trinklied“ war eines ihrer ersten Lieder. „Damit nehmen wir uns selbst auf die Schippe“, erzählt Christopher Guhlke. In dem Lied geht es um die Folgen einer total verrückten Nacht. „Lebe dein Leben“ handelt von einer schönen Welt. Man soll sich das Leben nicht vermiesen lassen und einzelne Momente genießen. Ein Liebeslied nach wahrer Begebenheit ist „Alles gewonnen nichts verloren“. Dieser Song beginnt ruhig und steigert sich bis zum Höhepunkt. Mit ihren abwechslungsreichen Liedern sprechen sie ein gemischtes Publikum zwischen 20 und 40 Jahren an. Ihre fetzigen Stücke präsentierten sie bereits in Obersotzbach im März dieses Jahres. Beim Sportverein dort erlebten sie ihren ersten öffentlichen Auftritt. Da Paul Kleiß dort Fußball spielt, organisierte der Verein einen Rockabend für sie und eine weitere Band. „Über 100 Leute waren anwesend“, freut sich Paul Kleiß. Ihrem Programm mischten sie noch Cover-Lieder von Udo Jürgens wie zum Beispiel „Ich war noch niemals in New York“ und einige Lieder von den Ärzten bei.
Eine Woche später ging es weiter im Jugendraum „Teestube“ in Alzenau. Dort finden zweimal im Monat Band-Abende statt. Kürzlich rockten sie bei der „Lokalrunde“ im Jugendzentrum Langenselbold. Am Samstag, 20. August, spielen sie in Birstein auf dem Gelände der Flinken Stürmer Birstein. Dort werden noch drei weitere Bands aus der Rockszene auftreten. Im Oktober planen sie einen Band-Ausflug nach Hamburg. Noch suchen sie nach Auftrittsorten, da sie sehr gerne die Erfahrungen aus der Hamburger Musikszene mitnehmen möchten.
In naher Zukunft planen sie die professionelle Aufnahme von sechs Songs. Damit möchten sie sich bewerben, um zu zeigen, was sie können. Und sie wünschen sich natürlich viele Shows. Die Band hat so viel Spaß bei ihren Auftritten, dass sie am liebsten so oft wie möglich auf die Bühne treten würde.
„Jeder Auftritt ist ein Highlight“, meint Christopher Guhlke.  Demnach freut sich die Band sehr, wenn sich Interessierte bei ihnen melden. Wer Lust hat, sich etwas über die Band zu informieren, findet „uNNamed“ ganz einfach über Facebook. Zusätzlich haben sie eine eigene Homepage: http://www.unnamed-rock.de.